Evas Erfahrungen: Brustkrebsmonat Oktober

Autor: Eva Imhof

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Der Oktober ist für mich ein Monat, in dem meine Gefühle Achterbahn fahren. Denn der Oktober gibt als Brustkrebsmonat jährlich internationalen Anlass zur besonders intensiven Berichterstattung. In meiner Kolumne erfahren Sie dieses Mal, warum mir das Thema so nahe geht und wie ich zum Cannabiskonsum stehe.

Evas Erfahrungen: Brustkrebsmonat Oktober

Ich sitze gerade in der Redaktion am Rechner, als überall die Nachricht aufpoppt: „Kanada legalisiert Cannabis“. Nun ist das Kiffen dort also legal. Genauso wie in neun Bundesstaaten der USA. Allerdings mit Auflagen. Doch auch wenn diese Meldungen durch die Medien geistern – ich treffe immer noch auf sehr viele Leute, denen nicht mal bekannt ist, dass bei uns die Verordnung von Cannabis als Medizin auf Rezept legal ist. Und dass wir uns mitten im Brustkrebsmonat befinden, geht in dem ganzen Kanada Legalisierungsmediengetöse leider total unter.

Ein Beispiel aus dem Redaktionsalltag

Kichernd kommt eine Kollegin auf mich zu und fragt: „Sag mal, dieses Öl da, woher kriegst Du denn das? Macht das high?“ Ich lache ihr entgegen und sage „Nein, das ist CBD-Öl, da ist so gut wie kein THC drin. Bei mir wirkt vor allem entkrampfend und entspannend. Du kannst das zum Beispiel im Internet oder in der Apotheke kaufen.“ Und dann beginnen wir eine angeregte Diskussion darüber, ob man nun wirklich mit Erlaubnis des Arztes „kiffen“ darf. Sie will mir nicht glauben, dass man sich tatsächlich Cannabis verschreiben lassen kann. Solche Erfahrungen mache ich fast täglich.

Meine Meinung zu Cannabis als Medizin und die meines Arztes

Hanf ist eine Heilpflanze und für mich ein Segen. Allerdings ist die Abgabe von Medizinalhanf auf Rezept kein Freifahrtschein für Freizeitkonsumenten, oder anders gesagt Kiffer, auf legale Art und Weise an ihre Drogen zu kommen.

Ich erinnere mich gerne noch an die Worte meines Arztes, als ich fragte ob mir Cannabis möglicherweise bei meinen heftigen Migräneattacken helfen könnte: „Frau Imhof, vergessen Sie nicht: Das ist ein schweres Medikament. Da haben wir noch ein paar Schritte vor uns!“

Warum müssen so viele Patienten leiden, bevor Sie Cannabis als Medizin verordnet bekommen?

In der Regel ist die Handhabung in Deutschland so, dass Cannabis nur dann verschrieben wird, wenn sonst nix mehr hilft. Sprich: in der Palliativmedizin.
Das wiederum finde ich traurig und das wird sich in Zukunft hoffentlich ändern. Denn therapiebegleitend kann Cannabis in seinen unterschiedlichen Darreichungsformen bei vielen Symptomen helfen und beispielsweise Schmerzen lindern.

Auch bei Brustkrebspatienten kann Cannabis helfen: So lassen sich Übelkeit und Appetitlosigkeit, zum Beispiel während der Chemotherapie, positiv beeinflussen. Gerade im Brustkrebsmonat Oktober geht mir das Thema dann auch besonders nahe.

Brustkrebsmonat Oktober: Meine sehr persönliche und emotionale Achterbahnfahrt

Der Brustkrebsmonat geht zurück auf eine Initiative der American Cancer Society aus dem Jahr 1985 und findet seither wachsende Beachtung. Und so bin ich gerade besonders konfrontiert mit einem Thema, was mir persönlich sehr nahe geht. Denn meine beste Freundin ist an Brustkrebs gestorben. Meine Tante auch. Meine Mutter hatte Brustkrebs – und lebt glücklicherweise noch.

Mittlerweile gibt es so viele neue Behandlungsmöglichkeiten. Mir persönlich nimmt das – zumindest ein wenig – die Angst vor dieser scheiß K-Krankheit. Wobei ich immer ein mulmiges Gefühl habe, wenn ich zur Vorsorge gehe. Aber Bange machen gilt nicht! Das hat meine beste Freundin immer zu mir gesagt und das gebe ich gerne an Sie, liebe Leserinnen und Leser, weiter.

Statistisch gesehen erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. ABER: je früher der Brustkrebs erkannt wird, desto besser lässt er sich behandeln! Deshalb rate ich Ihnen: tasten Sie einmal pro Monat selbst ihre Brust ab! Das mache ich auch und es gibt mir ein beruhigendes Gefühl. Ihre Frauenärztin bzw. Frauenarzt kann Ihnen die Technik erklären und Sie finden entsprechende Anleitungen auch im Internet.

Aufgrund meiner familiären Vorbelastung schickt mich meine Frauenärztin nun außerdem zum Mammographie-Screening. Normalerweise gehen Frauen ab 50 zu einer solchen Röntgenuntersuchung – und zwar alle zwei Jahre. Meine Strategie im Umgang mit der Angst ist zum einen die Vorsorge und zum anderen das positive Denken: auch hier bei leafly.de gibt es so starke Kämpfer/innen und Vorbilder wie Uta Melle – das macht mir Mut!

Keine Brüste, oder dann gleich Drei?

Und dann gibt es die Momente, wo man auch mal herzlich über Brüste und das drum rum lachen kann: ich stehe auf einer dieser Schickimicki Veranstaltungen. Da kommt eine Reporterin auf mich zu und hält mir eine Fotomontage unter die Nase. Darauf zu sehen ist die als „Nacktschnecke“ bekannt gewordene Micaela Schäfer mit drei Brüsten.

„Frau Imhof, Micaela Schäfer will sich eine dritte Brust operieren lassen. Was halten Sie davon?“ fragt sie mich. Das ist sowas von schräg, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob es mich nun aufregt oder ich laut lachen soll. Ich entscheide mich für Letzteres – das ist besser für die Gesundheit. Und hier noch meine Antwort: „Sorry, aber das geht gar nicht. Soll sie doch froh sein, wenn sie zwei gesunde Brüste hat“

Und damit bleibt mir Ihnen zu wünschen: bleiben Sie gesund!

Alles Liebe, Ihre Eva Imhof

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