Expertenrat in Frankreich empfiehlt Legalisierung

Legalisierung von Cannabis in Frankreich? Das hat jetzt ein Expertenrat, der aus Wirtschaftsexperten besteht, tatsächlich vorgeschlagen.

Expertenrat in Frankreich empfiehlt Legalisierung

Frankreichs Regierung kündigte im Januar 2018 einen Gesetzesentwurf für die Freigabe von Medizinalhanf an. Vor wenigen Wochen gab nun der Senat grünes Licht für ein zweijähriges Medizinalcannabis-Experiment (Leafly.de berichtete). Einem Medienbericht ist jetzt zu entnehmen, dass ein Expertenrat die Legalisierung von Cannabis in Frankreich vorschlägt.

Der Expertenrat soll dem Bericht zufolge die Einrichtung eines „öffentlichen Monopols für die Produktion und den Vertrieb von Cannabis“ vorgeschlagen haben. Eine unabhängige Behörde könne dann den Cannabismarkt regulieren sowie die Qualität sicherstellen. Weiter führte der Expertenrat aus, dass damit auch die Preisstabilität erhalten und der Schwarzmarkt ausgetrocknet werden können. Geht es nach dem Rat der Wirtschaftsexperten, sollte ein Gramm Cannabis 9 Euro kosten.

Expertenrat: Bisheriges Verbotssystem ist ein Misserfolg

Der Expertenrat für Wirtschaftsanalysen ist direkt Édouard Philippe, dem Premierminister von Frankreich, unterstellt. Eine seiner Aufgaben ist es, der französischen Regierung bei politischen Entscheidungen zu helfen.

Das bisherige Verbotssystem, das seit über 50 Jahren gefördert werde, sei laut dem Rat ein Misserfolg. Denn die Franzosen gehören zu den größten Cannabiskonsumenten. Und das, obwohl Frankreich eine der strengsten Gesetzgebungen in der Europäischen Union hat.

Bei einem Konsum von 500 bis 700 Tonnen Cannabis pro Jahr könnte Frankreich Steuereinnahmen von bis zu 2,8 Milliarden Euro erzielen, so die Wirtschaftsexperten. Außerdem entstünden mit der Legalisierung von Cannabis Zehntausende neue Arbeitsplätze.

Weiter führte der Expertenrat aus, dass die öffentlichen Ausgaben in der Bekämpfung des Schwarzmarktes sowie des Cannabiskonsums bei etwa 568 Millionen Euro liegen würden. Dabei werde der größte Teil dieses Gelds für die Strafverfolgung ausgegeben. Lediglich zehn Prozent davon seien für die Forschung und die Prävention vorgesehen.

In Uruguay und Kanada ist Cannabis bereits legal, ebenso in vielen US-Bundesstaaten. Mexiko wird vermutlich bald folgen (Leafly.de berichtete). Und auch in Europa geht es voran. So steht nach den Niederlanden auch Luxemburg in den Startlöchern. Ob Frankreich auch bald dazugehört, ist allerdings mehr als fraglich.

 

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