Fibromyalgie-Studie: Cannabis lindert Schmerzen

Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass THC bei Fibromyalgie-Schmerzen helfen kann. Ein CBD-Produkt dagegen, das ebenfalls getestet wurde, erzielte keine schmerzlindernde Wirkung. Die Wissenschaftler erhoffen sich, dass in Zukunft Fibromyalgie-Patienten schwere Schmerzmittel wie Opiate und Opioide mithilfe von pharmazeutischem Cannabis reduzieren können. Bisher ist eine Cannabis-Behandlung beim Fibromyalgie-Syndrom unter Experten umstritten.

Fibromyalgie-Studie: Cannabis lindert Schmerzen

Cannabis mit einem hohen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) zeigt gute Ergebnisse bei der Behandlung der durch Fibromyalgie verursachten Schmerzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine vor Kurzem durchgeführte Fibromyalgie-Studie des Leiden University Medical Center (LUMC) in den Niederlanden. Die Studie ergab auch, dass Cannabidiol (CBD) den Patienten keine Linderung verschaffte, wie in einer Pressemeldung bekannt gegeben wurde.

Fibromyalgie-Studie in Kooperation des Leiden University Medical Center (LUMC) und Bedrocan

Die Fibromyalgie-Studie wurde vom LUMC in Zusammenarbeit mit Bedrocan, einem erfahrenen Hersteller von pharmazeutischem Cannabis, durchgeführt. Professor Albert Dahan, Leiter der Abteilung für Anästhesie und Schmerz am LUMC, hat die Forschungsarbeit geleitet. Laut Dahan ist die Studie der erste wirkliche wissenschaftliche Beweis dafür, dass mindestens zwei der Produkte von Bedrocan die Schmerzsymptome wirksam behandeln, die durch Fibromyalgie hervorgerufen werden.

Bei der Forschungsarbeit handelt es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte, vierarmige Studie zur therapeutischen Wirkung des Inhalierens von Cannabisblüten.

Tjälling Erkelens, Gründer und CEO von Bedrocan, freut sich besonders für die Patienten:

„Das Ergebnis ist sehr wichtig für Patienten, die an Fibromyalgie leiden. Jetzt haben wir die seriösen klinischen Beweise, nach denen Ärzte bei der Verschreibung unserer Produkte verlangen, und die Krankenversicherungen haben wollen, um die Kostenerstattung zu legitimieren.“

Fibromyalgie – „vor allem THC bei diesem speziellen Leiden wirkungsvoll“

An der Cannabis-Studie nahmen 20 Patientinnen und Patienten teil, die in vier Gruppen aufgeteilt wurden. Eine Gruppe erhielt ein Placebo, die anderen drei unterschiedliche Cannabis-Produkte des Herstellers Bedrocan: Bedrocan, Bediol und Bedrolite.

Die Probanden, die Bedrocan und Bediol erhielten, empfanden während der Tests deutlich weniger Schmerzen als die zwei anderen Gruppen. Diese beiden Cannabis-Produkte besitzen einen hohen THC-Gehalt. Bedrolite dagegen enthält weniger als 1 Prozent THC, besitzt dafür aber einen hohen Gehalt (9 Prozent) an CBD.

Daher kommt Professor Dahan zu dem Ergebnis:

„Fibromyalgie-Patienten verspüren einen starken Druckschmerz auf Muskeln und Sehnen. Nur Bediol und Bedrocan haben gute Resultate gezeigt, das CBD-Produkt Bedrolite aber nicht. Das bedeutet, dass vor allem THC bei diesem speziellen Leiden wirkungsvoll ist.“

Der Wissenschaftler Dahan plant für die Zukunft eine Langzeit-Studie, die untersucht, wie THC in der dauerhaften Behandlung von Fibromyalgie-Patienten wirkt. Er will herausfinden, ob THC eine sinnvolle Therapieoption darstellt und so dabei hilft, dass die Betroffenen starke Schmerzmittel wie Opiate und Opioide reduzieren können.

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie geht mit verschiedenen Krankheitssymptomen einher. Dabei treten häufig Muskel- und Bindegewebsschmerzen, Kreuzschmerzen und schmerzhafte Muskelverspannungen auf. Hinzu können dann Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Antriebsschwäche kommen.

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Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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