Patienten besorgt: Lieferengpässe bei medizinischem Cannabis

Veröffentlicht am: 29. Juli 2017

Geändert am: 17. August 2017

Derzeit erreichen die Leafly-Redaktion täglich Meldungen aus ganz Deutschland von Patienten und Apothekern, dass das medizinisches Cannabis nahezu vergriffen ist. Der Grund ist die seit März stark erhöhte Nachfrage, als Medizinalhanf für ärztliche Verschreibungen freigegeben wurde. Leafly.de berichtete. Dies betrifft vor allem Blüten aber auch Fertigarzneimittel. Laut Angaben des Kölner Importeurs David Henn kommt unter anderem der niederländische Hersteller von Medizinalhanf, Bedrocan, der gesteigerten Nachfrage nicht  nach. Und auch aus Kreisen eines kanadischen Herstellers von medizinischem Cannabis wird von deutschlandweiten Engpässen berichtet.

Cannabis-Patienten müssen warten

„Ich bin wie jeden Monat mit meinem Rezept zur Apotheke, um 40 Gramm medizinisches Cannabis zu holen. Doch man sagte mir, dass nichts mehr da sei“, ärgert sich Schmerzpatient Sven Pohl im Kölner Express. Eine neue Lieferung wurde dem Mann, der unter starken Kopfschmerzen leidet und so kaum das Haus verlassen kann, erst für Mitte August in Aussicht gestellt.

Wie kommt es zu diesem Medizinalhanf-Engpass?

Auf Nachfrage der Kollegen des Express hieß es von der Bundesopiumstelle, diese sei für den Import nicht zuständig und geben lediglich die Zustimmung bei Bestellungen. Die Versorgung mit Medizinalhanf werde von insgesamt vier lizenzierten deutschen Import-Firmen wie Cannamedical übernommen, die mit der Situation auch nicht glücklich seien. Importeur David Henn meint, ihm habe der Hersteller nur gesagt, dass er der um etwa 300% gesteigerten Nachfrage nicht nachkommen könne. Seit Anfang des Jahres habe er 150 Kilo Cannabis benötigt und bis Ende 2017 seien bereits weitere 800 Kilo eingeplant. Dafür muss er Vorkasse leisten. Allerdings kündigte der holländische Hersteller, der an das Gesundheitsministerium seines Landes angegliedert ist, bereits jetzt an, nicht die gesamte Menge liefern zu können. Leafly.de wird die Situation weiter beobachten und darüber informieren.

Quelle: Express

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