Glaukom: CBD erhöht Augendruck

Autor: Alexandra Latour

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Verschiedene Studien haben gezeigt, dass THC den Augendruck beim Glaukom reduzieren kann. US-amerikanische Forscher fanden jetzt jedoch heraus, dass CBD den Augendruck erhöhen und damit auch das Glaukom verschlimmern kann.

Glaukom: CBD erhöht Augendruck

In früheren Studien fanden sich noch Hinweise darauf, dass neben THC auch andere Cannabinoide wie CBD und CBN womöglich den Augeninnendruck bei einem Glaukom senken können (Leafly berichtete). Außerdem sind im Ausland bereits Augentropfen auf THC- und/oder CBD-Basis erhältlich.

Die Forscher der Indiana University haben jetzt jedoch ihrer Studie gezeigt, dass eine wesentliche chemische Komponente der Cannabispflanze den primären Hintergrund der Erkrankung zu verschlechtern scheint, und zwar den Druckanstieg im Auge. Es handelt sich hierbei um Cannabidiol (CBD), ein nicht-psychoaktiver Inhaltsstoff in Cannabis, der in zunehmendem Maße an Verbraucher in Produkten wie Öl oder Cremes vermarktet wird.

„Diese Studie wirft wichtige Fragen bezüglich der Beziehung zwischen den Hauptbestandteilen von Cannabis und ihrer Wirkung auf das Auge auf. Dies legt auch die Notwendigkeit nahe, mehr über die möglichen unerwünschten Nebenwirkungen von CBD zu erfahren. Insbesondere aufgrund seiner Verwendung bei Kindern“, führte der Wissenschaftler Alex Straiker aus.

Glaukom und CBD: Ergebnisse der Studie

Nachdem Labormäuse CBD bekamen, stellen die Forscher fest, dass CBD für mindestens vier Stunden nach der Anwendung einen Druckanstieg im Auge von 18 Prozent verursachte.

Das psychoaktive Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) senkte hingegen den Augendruck. Weiter berichten die Forscher, dass die Verwendung von CBD in Kombination mit THC diesen Effekt blockiert. Bei männlichen Mäusen trat acht Stunden nach der alleinigen THC-Exposition ein Augendruckabfall von fast 30 Prozent auf. Nach vier Stunden war ein geringerer Druckabfall von 22 Prozent zu beobachten.

Bei weiblichen Mäusen war der Effekt hingegen schwächer. Diese Gruppe erfuhr nach vier Stunden einen Druckabfall von nur 17 Prozent. Nach acht Stunden war kein Unterschied im Augendruck messbar.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen möglicherweise weniger von THC betroffen sind. Obgleich es nicht klar ist, ob dies die psychoaktiven Wirkungen der Substanz betrifft.

„Dieser Unterschied zwischen Männern und Frauen – und die Tatsache, dass CBD den Augeninnendruck, den Hauptrisikofaktor für ein Glaukom, zu erhöhen scheint, sind beide wichtige Aspekte dieser Studie. Es ist auch bemerkenswert, dass CBD die positiven Auswirkungen von THC aktiv zu bekämpfen scheint“ erklärte Straiker.

Forscher identifizieren spezifische Neurorezeptoren

Durch einen Vergleich der Wirkung dieser Substanzen bei Mäusen ohne spezifische von THC und CBD betroffene Neurorezeptoren konnten die Forscher auch die beiden spezifischen Neurorezeptoren CB1 und GPR18 identifizieren, durch die die erste Substanz den Druck im Auge senkte.

„Vor über 45 Jahren gab es Studien, in denen Beweise dafür gefunden wurden, dass THC den Druck im Auge senkt, aber bis zu dieser Studie hat niemand die spezifischen Neurorezeptoren identifiziert, die an dem Prozess beteiligt sind. Diese Ergebnisse könnten wichtige Auswirkungen auf die zukünftige Forschung zur Verwendung von Cannabis als Therapie des Augeninnendrucks haben“, führte Straiker abschließend aus.

Es dürfte interessant sein, wie sich diese Studie auf jetzt schon erhältliche Cannabis-Augentropfen (z. B. CANASOL) auswirkt. Das Gleiche gilt für CBD-Augentropfen, die beispielsweise in den USA erhältlich sind. Wir bleiben dran und berichten.

 

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

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