Glaukom und Medizinalcannabis: Zweifel an Wirkung

Einem Bericht zufolge verwenden einige Patienten mit Glaukom in den USA anstelle von Medikamenten nun Medizinalcannabis. Doch laut einer Augenärztin sei Medizinalcannabis keine gute Wahl für die Behandlung von Glaukomen.

Glaukom und Medizinalcannabis: Zweifel an Wirkung

Verschiedene Studien verweisen darauf, dass THC womöglich in der Lage ist, den Augeninnendruck zu senken. Ein erhöhter Augeninnendruck ist das typische Symptom bei einem Glaukom. Hingegen scheint CBD eine entgegengesetzte Wirkung zu haben. So fanden Forscher in einer Studie heraus, dass CBD die Glaukom Erkrankung noch verschlimmern kann (Leafly.de berichtete).

THC zur Glaukom Behandlung

Nun heißt es in einem Medienbericht, dass die US-amerikanische Augenärztin Theresa M. Cooney Zweifel an der THC-Wirkung hat. Cooney weist auf den Mangel an Forschung über die Kombination von klassischen Medikamenten und Medizinalcannabis sowie auf die erhöhten Nebenwirkungen hin, die mit hohen Dosen von Medizinalcannabis sind.

Darüber hinaus erklärte die Augenärztin, dass es sich bei medizinischen Cannabisblüten um keine standardisierte Zubereitung handele. So gebe es eine sehr große Divergenz zwischen den Arten und Mengen verschiedener Cannabinoide. Aufgrund ihrer vielfältigen Bioaktivität und Toxizität können diese erhebliche gesundheitliche Auswirkungen haben.

Glaukom: THC verringert erhöhten Augeninnendruck um etwa ein Viertel

Cooney führte aus, dass THC den Augeninnendruck bei 60 bis 65 Prozent der Menschen mit oder ohne Glaukom um etwa ein Viertel verringert. Der intraokuläre Druck (IOD) bleibe danach für 3 bis 3,5 Stunden niedrig.

Weiter erklärte sie, dass die langfristigen Wirkungen des THCs auf die Augen unbekannt seien. Die schlechte Wasserlöslichkeit schließe zudem eine topische Anwendung aus. Orale Formulierungen würden zudem schlechte Absorptionsprofile aufweisen, was ihre Wirkungen unvorhersehbar macht.

Augentropfen haben nachhaltige Wirkung

Glaukom-Augentropfen sollen eine bessere und nachhaltigere Wirkung als Medzinalcannabis haben. Tatsächlich wirken die neuesten Augentropfen laut dem Bericht bis zu acht 8 Stunden nach einmaligem Gebrauch.

„Patienten müssen täglich acht- bis zehnmal Medizinalcannabis verwenden, um die gleiche Wirksamkeit wie bei normalen Glaukom-Augentropfen zu erzielen“, erklärte Cooney.

Medizinalcannabis senkt Blutdruck

Des Weiteren heißt es in dem Bericht, dass Medizinalcannabis den Blutdruck senke und den geschwächten Sehnerv gefährde. So sinke der Blutdruck in der Regel innerhalb von einer Stunde. Bei Hypertonikern mit posturaler Hypotonie noch schneller (ca. 15 Minuten). Dies kann zu Symptomen wie Schwindel und Ohnmacht führen. Außerdem habe THC psychotrope Effekte, sodass Benutzer nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder schwere Maschinen bedienen können.

Cooney erklärte zudem, dass Medizinalcannabis auch Auswirkungen auf die Augen habe. So könne es zu einer verminderten Tränenproduktion, Rötung, Sehstörungen, Doppelbilder und leichte Überempfindlichkeit kommen. Auch Zuckungen oder Krämpfe der Augenmuskulatur können auftreten.

„Basierend auf den Überprüfungen des National Eye Institute und des Institute of Medicine sowie auf verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Task Force für komplementäre Therapien der Ansicht, dass keine wissenschaftlichen Erkenntnisse einen erhöhten Nutzen und/oder ein geringeres Risiko für den Konsum von Medizinalcannabis zur Behandlung des Glaukoms gezeigt haben verglichen mit der Vielzahl der jetzt verfügbaren pharmazeutischen Wirkstoffe. Mithilfe zukünftiger Studien gibt es jedoch noch viel mehr zu entdecken“, führte Cooney abschließend aus.

 

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