Depression

Was ist eine Depression?

Die Depression ist eine psychische Erkrankung in deren Vordergrund eine gedrückte Stimmung, ein verminderter Antrieb, ein Interessenverlust sowie Freudlosigkeit stehen. Dabei handelt es sich nicht um vorübergehende Stimmungstiefs, die als Reaktion auf ein konkretes Problem entstehen, sondern um eine anhaltende Herabgestimmtheit, aus der sich Betroffene meist nicht mehr selbst befreien können.

Laut der Deutschen Depressionshilfe und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 322 Millionen Menschen an Depressionen (Stand: 2015). Damit gehören sie zu den häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Burn-out und einer depressiven Störung?

Oft werden das Burnout-Syndrom und eine depressive Störung für dieselbe Erkrankung gehalten. Das ist nicht der Fall. Jedoch wird ein Burn-out oft von depressiven Symptomen begleitet. Dar Arzt sieht beim Burnout-Syndrom eine kontext-bezogene Ursache, die in der Regel mit dem Berufsleben zusammenhängt. Hingegen ist eine depressive Erkrankung kontext-frei und kann alle Bereiche des Lebens betreffen.

Typische Symptome eines Burnouts sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • innere Angespanntheit
  • Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Reizbarkeit bis hin zu Aggressionen

Menschen mit einem befinden sich auch normalerweise in einem „Kampf“. So kämpfen sie in ihrem Leben entweder gegen Windmühlen, gegen sich selbst, mit den falschen Mitteln oder am falschen Ort. In frühen Phasen des Burnouts nehmen Patienten dies jedoch noch nicht als Kampf wahr. Meist erkennen Betroffene viel zu spät, dass sie diesen „Kampf“ nicht gewinnen können und fühlen sich völlig ausgelaugt. Solch ein Phänomen tritt bei einer Depressionserkrankung meist nicht auf.

Warum bekommt man Depressionen?

Die Ursache kann in der Regel nicht auf einen einzigen Auslöser zurückgeführt werden. Vielmehr entwickelt sich diese psychische Erkrankung aufgrund von unterschiedlichen Einflüssen. In einigen Fällen tritt die Krankheit auch unabhängig von äußeren Umständen auf. Außerdem wird eine genetische Veranlagung diskutiert.

Mögliche Auslöser einer reaktiven Depression können zum Beispiel sein:

  • Trennungen/Verluste in der Kindheit
  • Tod eines nahestehenden Menschen
  • Arbeitslosigkeit, anhaltender Stress im Berufsleben
  • Beziehungsprobleme
  • mangelndes Selbstvertrauen oder Perfektionismus

Darüber hinaus können auch körperliche Erkrankungen die Ursache für depressive Episoden sein. Zu diesen Krankheiten gehören zum Beispiel Morbus Parkinson, Multiple, Sklerose sowie eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und Hormonstörungen. Als Ursache kommt außerdem der Missbrauch von Alkohol, Tabletten und Drogen hinzu.

Wie machen sich Depressionen bemerkbar?

Es gibt unterschiedliche Formen von depressiven Störungen und jede Depressionsform kann unterschiedliche Symptome verursachen, die in ihrer Ausprägung von Patient zu Patient verschieden sind. Typische Symptome sind das Gefühl der Leere, negative Gedanken, Interessensverlust, Schuldgefühle und Niedergeschlagenheit. Dabei ist die depressive Symptomatik auch immer abhängig von der Depressionsart.

  • Unipolare Depression: Die unipolare Depression zeichnet sich durch eine depressive Episode aus. Wenn diese depressiven Phasen beim betroffenen Menschen immer wieder auftreten, spricht man von einer rezidivierenden Depression.
  • Major Depression (endogene Depression): Die Symptome dieser Form äußern sich oft durch Niedergeschlagenheit und dem Verlust von Interessen. Charakteristisch für eine Major Depression ist, dass die Symptome an den meisten Tagen auftreten sowie mindestens zwei Wochen lang andauern.
  • Psychotische Depression: Im Rahmen einer depressiven Störung verlieren Patienten das Realitätsbewusstsein und leiden unter Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder auch dem Glauben, beobachtet und verfolgt zu werden.
  • Pränatale und postnatale Depression: Frauen sind während der Schwangerschaft (pränatale Zeit) und im Jahr nach der Geburt (postnatale Zeit) einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an einer Depression zu erkranken.
  • Bipolare Störung (affektive Störung): Bei einer manisch-depressiven Störung sind Betroffene zeitweise depressiv oder sie erleben manische Phasen, in denen sich übertrieben heiter und aktiv sind. Wenn die affektive Störung weniger stark ausgeprägt ist, spricht man in der Medizin von einer zyklothymen Störung. Zwischen der manischen und der depressiven Episode erleben Patienten meist kurze Phasen der Normalität.
  • Dysthymie: Hierbei handelt es sich um eine neurotische Depression mit ähnlichen Symptomen wie bei der Major Depression. Allerdings sind die Symptome bei den betroffenen Menschen weniger stark ausgeprägt, halten aber länger an.

Darüber hinaus gibt es auch die Altersdepression, an der – wie der Name schon sagt – ältere Menschen erkranken. Eine weitere Form ist die jahreszeitlich bedingte affektive Störung (Herbst-Winter-Depression).

Körperliche Beschwerden bei einer depressiven Erkrankung

Bei vielen depressiven Patienten treten auch körperliche Symptome, wie zum Beispiel Müdigkeit, allgemeines Gefühl von Krankheit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Magen-Darm-Problemen. Zudem leiden einige Betroffene unter chronischen Schmerzen, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und/oder neuropathischen Schmerzen.

Einteilung in Schweregrade

Die ICD-10 teilt depressive Episoden in Schweregrade ein. Und zwar in eine leichte Depression, eine leichtgradige und schwere Depression. Zudem lässt sich die Erkrankung nach dem Verlauf und der Dauer klassifizieren. So muss gemäß der ICD-10 eine leichte Depression, mittelgradige Störung oder schwere Depression mindestens zwei Wochen lang angedauert haben muss, bevor eine Diagnose von einem Arzt gestellt werden kann. Bei einer sehr schweren depressiven Episode kann die Diagnose auch in einem kürzeren Zeitraum gestellt werden, da hier die Symptome besonders schwer ausgeprägt sind.

Beim Verlauf ist relevant, ob die depressive Episode beim Patienten nur partiell verläuft oder ob es sich um eine chronische Depression handelt.

Behandlung und Therapie der Erkrankung

Wenn der Arzt die Diagnose gestellt hat, baut die Behandlung der psychischen Störung auf den folgenden Grundpfeilern auf:

  • Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie)
  • Pharmakotherapie (medikamentöse Behandlung)
  • Therapeutische Maßnahmen (z. B. Ergo- oder Bewegungstherapie

Die Psychotherapie dient dazu, den depressiven Menschen psychisch zu stabilisieren. So erlernt der Patient im Rahmen der psychotherapeutischen Behandlung nicht nur, seine Erkrankung so zu verstehen, sondern auch Strategien, um sich aus der depressiven Verstimmung heraus zu kämpfen. Zum Einsatz kann eine klassische Psychotherapie oder eine kognitive Verhaltenstherapie kommen.

In einigen Fällen kann es zur psychischen Stabilisierung sinnvoll sein, zusätzlich Antidepressiva zu verordnen. Meist erhalten Patienten dann einen sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Dieser soll den Antrieb normalisieren sowie die Stimmung aufhellen. Allerdings sind Antidepressiva nicht frei von Nebenwirkungen. Hinzu kommt, dass ein Antidepressivum nicht sofort wirkt. Meist tritt die Wirkung erst nach zwei bis vier Wochen ein.

Andere Medikamente wie zum Beispiel Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer oder MAO-Hemmer kommen nur selten zum Einsatz.

Ob die Cannabinoide aus der Cannabis-Pflanze wie THC und CBD Antidepressiva ersetzen können, erfahren Sie in unserem Artikel „Können THC und CBD Antidepressiva ersetzen?

Therapie mit medizinischem Cannabis

Cannabis als Medizin wird seit vielen Jahrhunderten zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Auch aktuelle Studien geben Hinweise auf antidepressive Wirkung der Cannabinoide aus der Cannabis-Pflanze. Insbesondere das Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) scheint hier therapeutisches Potenzial zu besitzen.

In verschiedenen Studien, bei der die Wirkung von Cannabis auf unterschiedliche Erkrankungen untersucht wurde, wird immer wieder auf den stimmungsaufhellenden Nebeneffekt des THC hingewiesen. Medizinisches THC scheint hier eine positive Wirkung zu entfalten.

Neben dem Cannabinoid THC rückt auch immer mehr Cannabidiol (CBD), ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Cannabis-Pflanze in den Fokus der Wissenschaft. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte zum Beispiel, dass CBD ein schnell wirkendes Mittel gegen Depressionen sein könnte. Hingegen brauchen übliche Medikamente bzw. Antidepressiva meist bis zu vier Wochen, bevor sie eine Wirkung entfalten.

Zwar können cannabinoide Medikamente und auch Antidepressiva keine Psychotherapie ersetzen, jedoch könnte Cannabis als Medizin für Patienten ein zusätzliche Behandlungsoption sein. Zumal unter einer Cannabis-Therapie mit cannabisbasierten Medikamenten, Fertigarzneimitteln oder medizinischen Cannabis-Blüten weitaus weniger Nebenwirkungen auftreten als unter einer Therapie mit klassischen Medikamenten.

Hier können Sie mehr zu Depressionen und Medizinalcannabis lesen.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

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