Großbritannien legalisiert Cannabis für medizinische Zwecke

Autor: Alexandra Latour

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Ein kleiner schwerkranker Junge zwang die Regierung in Großbritannien zu handeln und die Medizinalhanf-Frage neu zu überdenken – und das mit Erfolg: Ab dem 1. November ist Medizinalhanf legal!

Großbritannien legalisiert Cannabis für medizinische Zwecke

In Großbritannien entfachten mehrere Fälle von schwer kranken Schmerzpatienten, die sich einer verbotenen Cannabis-Therapie unterzogen, eine neue Debatte über die Legalisierung von Cannabis zu Therapiezwecken.

Schwerkranker Junge benötigte dringend Cannabisöl

Im Juni haben wir bereits über den kleinen Billy Caldwell berichtet. Dieser leidet an Autismus und schwerer Epilepsie. Mit Medizinalhanf fand der schwer kranke Junge endlich die richtige Medizin. Billys Mutter flog nach Kanada, um dort einen Vorrat an Cannabisöl für ein halbes Jahr (sechs kleine Flaschen) zu erwerben. Im Vereinigten Königreich ist allerdings nur das Einführen für einen Bedarf von maximal 30 Tagen erlaubt. Und so wurde das Cannabisöl bei der Einreise nach Großbritannien konfisziert.

Nach der Beschlagnahmung des Cannabisöls verstärkten sich die epileptischen Anfälle von Billy und nach einem Schlaganfall wurde er ins Krankenhaus eingeliefert. In der Öffentlichkeit sorgte die Herzlosigkeit der Behörden sowie die beharrliche Verweigerung der Regierung in Bezug auf die Zulassung von pharmazeutischem Cannabis für große Empörung. Aufgrund des enormen medialen Widerhalls lenkte die Regierung in Großbritannien ein und in einer Adhoc-Entscheidung wurde der Zoll angewiesen, ein Fläschchen des Cannabisöls zurückzugeben.

Großbritannien legalisiert Medizinalhanf

Der Innenminister Sajid Javid hatte im Juni diesen Jahres ein unabhängiges Expertengremium einberufen. Dieses kam zu dem Ergebnis, dass Cannabis für medizinische Zwecke verabreicht werden dürfe, sofern es den Sicherheitsnormen entspreche. Und so teilte Javid jetzt laut den Medien mit, dass Medizinalhanf ab dem 1. November auf ärztliche Anordnung erlaubt sei.

Medizinalhanf wird vor allem zur Behandlung von chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen, bei ADHS, gegen die Symptome beim Tourettesyndrom sowie zur Reduzierung von Epilepsieanfällen eingesetzt. Verordnungsfähig sind Cannabisextrakte, Cannabisblüten sowie einzelne Cannabinoide.

Der Konsum von Cannabis zu nicht medizinischen Zwecken bleibt jedoch weiterhin verboten.

Mehrere Länder in Europa wie Deutschland, Österreich, Italien und Finnland haben Cannabis als Medizin bereits legalisiert. Uruguay hat als weltweit erstes Land sogar den Erwerb, Besitz und Anbau von Cannabis im Jahr 2013 für legal erklärt. Und am 16. Oktober wird Cannabis auch in Kanada vollkommen legal sein (Leafly berichtete).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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