Hanf ist jetzt legal in den USA

Eine Gesetzesänderung in den USA definiert Hanf jetzt als landwirtschaftliches Produkt. Wie die DEA nun weiter vorgeht, ist noch unklar. Experten sagen der CBD-Branche in den USA jedoch eine boomende Zeit voraus.

Hanf ist jetzt legal in den USA

Das US Farm Bill hat jetzt ein Gesetz verabschiedet. Beim US Farm Bill handelt es sich um das wichtigste Instrument der US-amerikanischen Bundesregierung für die Landwirtschaft und die Lebensmittelpolitik. Ab sofort können US-amerikanische Bauern Hanf anbauen und ernten, weil Hanf jetzt ein landwirtschaftliches Produkt ist.

„Die Ära des Hanfverbots ist vorbei“, sagte Jonathan Miller, Anwalt einer Lobby-Koalition von über 60 Hanfunternehmen, dem US Hanf Roundtable, gegenüber der Presse.

Die Gesetzesänderung ist auch wichtig für Wissenschaftler, da die früheren Drogengesetze sie von der Untersuchung von Hanf abschreckten.

Hanf-Legalisierung: Weitere Vorgehensweise von DEA ist unklar

Experten zufolge könnte die Gesetzesänderung auch das Interesse an CBD erhöhen. Denn schließlich ist Hanf eine wichtige Quelle für die Gewinnung des nichtpsychoaktiven Cannabinoids. In den Medien heißt es, dass CBD in immer mehr Produkten auftauche, von Kaffee und Tee bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln und Getränken.

Da CBD aus der Hanfpflanzen gewonnen werden kann, bleibt der von der Drug Enforcement Administration (DEA) festgelegte rechtliche Status unklar. CBD aus Cannabis bleibt ebenso wie Cannabis insgesamt illegal. Da jetzt aber Hanf legal ist, könnte CBD demnach auch legal sein.

Mehr zu dem Thema „Unterschiede zwischen Marihuana und Cannabis“.

„Der Teufel steckt im Detail, und wir wissen noch nicht, wie die DEA das Gesetz umsetzen wird“, erklärte Daniele Piomelli, Direktor der University of California am Irvine Center für Cannabis-Studien.

Bisher hat sich die DEA noch nicht zu dieser Thematik geäußert. Solange ein CBD-Produkt „für den menschlichen Verzehr bestimmt“ ist, bleibt es eine Droge gemäß Schedule 1, so die DEA-Sprecherin Katherine Pfaff. Weitere Aussagen zur weiteren Vorgehensweise der DEA traf sie nicht.

Experten erwarten CBD-Boom

Nun, da Hanf legal ist, erwarten einige Experten, dass der Trend wirklich abhebt. Trotz seines ungenauen rechtlichen Status macht CBD bereits eine Branche von rund einer Milliarde US-Dollar aus

„Die Verabschiedung der Farm Bill wird sicherlich den Markt für Hanfprodukte öffnen, insbesondere im CBD-Bereich. Dies wird Einzelhändlern und Verbrauchern ein höheres Maß an Komfort bieten. Außerdem führt es zu mehr Investitionen und Chancen in der Branche“, führte Josh Hendrix vom Cannabisunternehmen CV Sciences aus.

Andere Experten, insbesondere Wissenschaftler, haben jedoch Bedenken geäußert, dass die Gesetzesvorlage zwar ein Schritt in die richtige Richtung ist, es bleibt jedoch abzuwarten, wie die DEA darauf reagieren wird. Bis die DEA beschließt, den Status von CBD zu ändern, können Forscher nicht zu viele Änderungen an ihrer aktuellen Arbeit erwarten.

Gesundheitlichen Vorteile von CBD seien unklar

In den Medien heißt es, dass es schwer zu sagen sei, was die tatsächlichen gesundheitlichen Vorteile von CBD derzeit sind. Auf der anderen Seite konnte mit dem CBD-Medikament Epidiloex gezeigt werden, dass dieses bei seltenen Formen der Epilepsie die Anfallshäufigkeit verringern kann. Erst vor Kurzem gab die DEA bekannt, dass Epidiolex, das erste von der FDA zugelassene Medikament sei, das aus der Cannabispflanze stammt und von Stufe 1 auf Stufe 5 gemäß dem Controlled Substances Act (CNBC) umgestellt wurde (Leafly berichtete).

In der CBD-Branche gebe es auch ein anderes dringendes Problem. Denn die Produkte seien schlecht reguliert. Das bedeutet, dass Inhalt, Sicherheit und Preis stark variieren.

Für eine 2017 veröffentlichte Studie testeten Forscher 84 CBD-Produkte, die von 31 verschiedenen Online-Händlern gekauft wurden. Etwa sieben von zehn Artikeln wiesen eine andere CBD-Konzentration auf, als auf Etikett stand. Etwa die Hälfte der Hersteller gaben auf der Verpackung einen höheren CBD-Gehalt an, als es tatsächlich der Fall war. Zudem wurden 18 Produkte positiv auf THC getestet, obwohl dies nicht auf der Verpackung stand.

„Ich habe eine Menge schmutziger CBD-Fertigungsstätten gesehen. Es ist schwer zu wissen, was du bekommst.“, führte Kelvin Harrylall, der CEO von CBD Palace aus.

Die Gesetzesänderung selbst beeinflusst die Produktsicherheit nicht direkt. Experten sind jedoch der Ansicht, dass die Gesetze, die sich in Richtung Legalisierung bewegen und eine wachsende Rolle für die Aufsichtsbehörden spielen, die Unternehmen, die strenge Produktionsbedingungen einhalten, an der Spitze sind, während diejenigen, die schnell und locker mit den Regeln umgehen, darunter leiden werden.

„Ich glaube, wenn Sie ein CBD-Hersteller sind und Sie können sagen, dass Sie ein Qualitätsprodukt herstellen … dann müssen Sie sich keine Sorgen machen. Aber wenn Sie nicht sicher sind, sind diese CBD-Hersteller diejenigen, die sich Sorgen machen sollten“, erklärte Harrylall.

 

 

 

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