Cannabis Sorten: Indica, Sativa und Ruderalis: Das sind die Unterschiede

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 9. August 2017

Geändert am: 10. November 2017

Es existieren mehr als tausend Cannabissorten, die sich durch verschiedene Eigenschaften unterscheiden. Gemeinsam haben alle Hanfsorten, dass sie zu einer der drei Familien des Cannabis gehören: Sativa, Indica oder Ruderalis. Der folgende Artikel erklärt die Unterschiede zwischen den Cannabissorten, wie Cannabis im Körper wirkt und zeigt auf, bei welchen Krankheiten und Beschwerden medizinisches Cannabis eingesetzt werden kann.

Cannabis Sorten: Indica, Sativa und Ruderalis: Das sind die Unterschiede

Medizinisches Cannabis soll nach Aufzeichnungen bereits ein chinesischer Kaiser im Jahre 2700 v. Chr. genutzt haben. Experten glauben, dass dies eine der ersten Nennungen von Cannabis ist, das für medizinische Zwecke eingesetzt wurde. In vielen Teilen Asiens galt Cannabis als Heilpflanze und wurde gegen Schlaflosigkeit, Muskelverspannungen, Brechreiz, Asthma sowie Depressionen verabreicht. Auch in vielen weiteren früheren Berichten wird Hanf als wichtige Heilpflanze beschrieben, um verschiedene Beschwerden und Krankheiten zu lindern. Ob es sich hierbei um Cannabis Indica, Sativa und Ruderalis handelte, ist leider nicht überliefert.

Woher stammen die Cannabissorten Indica, Sativa und Ruderalis?

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné (latinisiert: Carolus Linnaeus) klassifizierte erstmals im Jahre 1753 die Hanfsorte Cannabis Sativa („Gewöhnlicher Hanf“). In Indien fand der französische Entwicklungsbiologe, Zoologe und Botaniker Jean Baptiste de Lamarck 32 Jahre später eine weitere Cannabissorte, die sich von Cannabis Sativa stark unterschied und gab ihr den Namen Cannabis Indica („Indischer Hanf“). Im Jahr 1926 beschrieb dann der aus Russland stammende Botaniker Dmitrij E. Janischwesky die Cannabissorte Ruderalis („Ruderal-Hanf“).

Cannabis Sativa – Die bekannteste Pflanze aus der Cannabaceae-Familie

Die Cannabispflanze Sativa ist die bekannteste Hanfsorte, die aus äquatorialen Ländern stammt. Das Cannabis Blatt der Sativa Hanfpflanze ist schmal, lang und fingerähnlich. Sie weist einen hohen Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) sowie einen niedrigen Cannabidiol (CBD) Gehalt auf, weshalb sich folgende Cannabis Wirkung entfalten kann:

  • Zerebraler Rausch (anregend, aktivierend, motivierend)
  • Steigerung von Inspiration und Kreativität
  • Förderung der Konzentration und der Wachsamkeit
  • Reduzierung von Übelkeit
  • Förderung des Appetits
  • Förderung des Wohlbefindens

Cannabis Indica – die zweitwichtigste Cannabissorte

Im Vergleich zur Cannabissorte Sativa besitzt die Indica-Pflanze eine kleine und kompakte Statur sowie viel breitere Blätter. Sie entstand in subtropischen Ländern wie Afghanistan oder Pakistan. Das Cannabis Blatt der Indica Hanfsorte ist sehr viel breiter als das der anderen Cannabispflanzen.

Bekannt ist die Indica-Cannabissorte für ihren hohen CBD-Gehalt. Deshalb wird Cannabis Indica auch dazu genutzt, um die THC-Wirkung im Körper und im Geist abzumildern. So kann Indica folgende Cannabis Wirkung haben:

  • Körperlicher Rausch
  • Reduzierung von Entzündungen
  • Schmerzlinderung
  • Förderung des Schlafes
  • Anregung des Appetits
  • Reduzierung von Stress und Angst (beruhigende Wirkung)
  • Förderung der Muskelentspannung

Unterschied zwischen Indica und Sativa
Indica und Sativa sind mit Abstand die bekanntesten sowie meist kultivierten Arten der Hanfpflanze. Beide Cannabissorten teilen sich zum größten Teil ihre Genetik und können daher leicht zur Erschaffung von Hybriden gekreuzt werden.

Herkunft von Cannabis Sativa

In der Natur wächst Cannabis Sativa in Ländern, die zwischen 30 Grad südlich und 30 Grad nördlich des Äquators liegen. Demnach sind Thailand, Jamaika, Kolumbien und Mexiko die Herkunftsländer dieser Cannabissorte.

Herkunft von Cannabis Indica

Cannabis Indica wächst in subtropischen Gebieten. Erstmals wurde Indica in Indien beschrieben. Aber auch in Pakistan, Afghanistan, Marokko und dem Libanon wachsen Indica-Sorten.

Worin unterscheiden sich Cannabis Indica und Sativa?

Indica und Sativa unterscheiden sich vor allem in ihrem Wachstum und ihrer Wirkung. So wird die Wirkung von Sativa als zerebraler und energiegeladener Rausch beschrieben, der beispielsweise Lachanfälle auslösen kann oder kreative Ideen fördert. Hingegen bewirkt Indica eher eine Sedierung bzw. Beruhigung und Entspannung. Demnach eignen sich Indica-Sorten beispielsweise zur Schlafförderung.

Das Wirkungsspektrum von Indica und Sativa fällt aufgrund des Cannabinoid-Gehaltes unterschiedlich aus. Sativa-Sorten enthalten in der Regel einen hohen THC- und niedrigen CBD-Gehalt, während Indica-Sorten einen höheren CBD- und niedrigeren THC-Gehalt aufweisen.

Cannabis Ruderalis – kaum genutzte Cannabissorte

Die Cannabispflanze Ruderalis wächst vorwiegend in kälteren Regionen wie beispielsweise in Russland. Eine Besonderheit ist, dass Ruderalis selbstblühend ist und sehr schnell wächst. Zudem produziert Ruderalis nur wenige Seitenzweige und kleine Blätter.

In einem über 2400 Jahre alten mongolischen Grab wurde ein Beutel mit Hanfsamen gefunden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich hierbei um Ruderalis-Samen handelt. So soll Ruderalis bei schamanischen Ritualen von den Mongolen genutzt worden sein, um in einen tranceähnlichen Zustand zu gelangen. Noch heute wird Ruderalis in der Mongolei und in Russland zur Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Für die Medizin ist Ruderalis sehr interessant, da die Cannabispflanze über einen relativ hohen CBD-Gehalt und einen niedrigen THC-Gehalt verfügt. Deshalb eignen sich Ruderalis-Hybriden für medizinische Anwendungen, wenn der therapeutische Nutzen des CBDs im Vordergrund steht.

Unterschied zwischen Nutzhanf und medizinische Hanfsorten

In den Wörtern Nutzhanf und Medizinalhanf ist der Unterschied bereits erklärt. So bezieht sich der Nutzhanf auf die industrielle Nutzung von Cannabis, während Medizinalhanf bzw. medizinische Hanfsorten für medizinische Zwecke eingesetzt wird.

Der Nutzhanf enthält nur einen geringen THC-Anteil und wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut. Auch die Hanfschäben und Hanfsamen sind von Bedeutung, da hieraus Hanföl gewonnen wird. Die Hanfblüten und Hanfblätter werden genutzt, um ätherisches Hanföl herzustellen.

Die weltweiten Cannabisanbau-Flächen betragen bis zu 100.000 Hektar, wobei die Größe von Jahr zu Jahr schwankt. Im Jahr 2005 wurde die Cannabisanbau-Fläche auf rund 115.000 Hektar geschätzt. Allein 80.000 Hektar fallen hier auf Asien, 19.700 Hektar auf die EU-Länder, 14.300 Hektar auf Nord- und Südamerika sowie 250 Hektar auf Australien. Zu den führenden Cannabisanbau-Ländern gehören China, Russland, Frankreich und Kanada.

Phytocannabinoide in der Hanfpflanze

Experten gehen davon aus, dass sich in Cannabis mehr als 80 Phytocannabinoide (Cannabis Inhaltsstoffe) befinden. Geht es um den medizinischen Einsatz, sind vor allem die Cannabis Inhaltsstoffe Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) von Bedeutung. Daneben spielen aber auch die folgenden Cannabinoide eine wichtige Rolle, die unterschiedliche Cannabinoide Wirkungen aufweisen.

PhytocannabinoidWirkung
Cannabinol (CBN)nicht psychoaktiv, antibiotische, antiepileptische, beruhigende und leicht halluzinogene Wirkung
Cannabigerol (CBG)leicht psychoaktiv, antibiotische und schlafanstoßende Wirkung
Cannabichromen (CBC)entzündungshemmend, antibiotisch und beruhigend; unterstützt die schmerzhemmende Wirkung des THC

Interessante Studien über die Phytocannabinoide CBN, CBG und CBC

An der West Virginia University fanden Forscher heraus, dass TCH und CBG therapeutisches Potenzial für die Behandlung von Glaukomen („Grüner Star“) haben könnte. Dem Phytocannabinoid CBC wird zudem eine Antidepressiva-ähnliche Wirkung nachgesagt. Forscher der University of Mississippi untersuchten im Jahr 2010 die antidepressive Wirkung von Cannabis sowie die Wechselwirkung zwischen dem Endocannabinoidsystem und Antidepressiva an Mäusen. Während die Cannabinoide CBG und CBN keine Antidepressiva-ähnliche Wirkung zeigten, konnte diese jedoch bei CBD und CBC festgestellt werden. Auch die Wirkung von THC und CBC wurde bestätigt. Außerdem soll CBC auch eine entzündungshemmende Wirkung besitzen. Bereits im Jahre 1981 wurde im The Journal of Clinical Pharmacology berichtet, dass CBC eines der vier großen Cannabinoide im Cannabis ist und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Einen Überblick über weitere klinische Studien hat die Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM) veröffentlicht.

Das körpereigene Endocannabinoidsystem

Das Gehirn produziert den Neurotransmitter Anandamid, also ein körpereigener Wirkstoff, der genau wie THC und CBD zu den Cannabinoiden gehört. Die Anandamid-Rezeptoren sind im gesamten Körper verteilt; so im Nervensystem, im Gehirn und in Organen wie dem Darm. Weiter umfasst das Endocannabinoidsystem auch die beiden Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Während sich der CB1-Rezeptor hauptsächlich in den Nervenzellen des Gehirns findet, legt sich der CB2-Rezeptor auf die Zellen des Immunsystems und ist ein Bestandteil der Osteoklasten (Zellen im Knochenmark).

Medizinisches Cannabis zielt auf die Aktivierung dieser beiden Cannabinoid-Rezeptoren ab, denn die Phytocannabinoide aus dem Cannabis können sich an die endocannabinoiden Rezeptoren binden und diese aktivieren.

Cannabis Sativa, Indica oder Ruderalis? – Welche Cannabissorte findet in der Medizin Anwendung?

Die Cannabissorten unterscheiden sich hinsichtlich ihrer psychoaktiven und therapeutischen Effekte. Cannabis-Sativa-Sorten eignen sich für Anwendung am Tage, wenn ein hoher Grad an Aufmerksamkeit erwünscht ist. Hingegen besitzen Cannabis-Indica-Sorten eine beruhigende Wirkung, weshalb sie meist zur Nacht verschrieben werden. Auch Kombinationen aus Sativa und Indica sind möglich und für Patienten geeignet, die für eine individuelle Therapie beide Effekte benötigen.

Oftmals führt die Unterscheidung zwischen Sativa und Indica zu Verwirrungen. Wenn es um den Einsatz von Medizinalhanf geht, werden die Cannabinoide THC und CBD in Betracht gezogen, wobei es medizinisches Cannabis in der Apotheke in den folgenden Formen gibt:

Hoher THC- und niedriger CBD-Gehalt: Sativa-Sorten entfalten im Körper einen energiegeladenen und zerebralen Effekt, der von Patienten körperlich und geistig gespürt wird. Eingesetzt werden Sativa Sorten gegen Übelkeit, Brechreiz, Appetitlosigkeit und chronische Schmerzen im Rahmen einer Chemotherapie oder HIV-/AIDS-Therapie. Auch gegen Migräne und Depressionen wird Sativa angewendet.

Hoher THC- und hoher CBD-Gehalt: Indica-Sorten weisen einen hohen Gehalt an THC und CBD auf. Die Cannabis Wirkung zeigt sich hier beruhigend. Deshalb wird Indica zur Behandlung von Tremor-Symptomen, Multipler Sklerose, Muskelspasmen und bei Parkinson eingesetzt. Auch bei chronischen Schmerzen stellt medizinisches Cannabis eine gute Alternative zu Opiaten dar, die bekannt sind für ihre Nebenwirkungen und die Suchtgefahr. Zusätzlich finden Indica-Sorten noch Anwendung bei Schlafstörungen sowie rheumatischer und arthritischer Steifheit.

Niedriger THC- und hoher CBD-Gehalt: Der hohe CBD-Gehalt mildert die THC-Wirkung ab und entfaltet deshalb beruhigende und angsthemmende Effekte. Eingesetzt werden Kreuzungen aus Sativa, Indica und Ruderalis zur Behandlung von chronischen Darmentzündungen, ADHS, Anorexia, Depressionen, Angsterkrankungen, Multipler Sklerose, Epilepsie und chronischen Schmerzen.

Darüber hinaus werden in der Medizin auch synthetische Cannabinoide genutzt. „Künstliche“ Cannabinoide können halbsynthetisch, also aus natürlichen Cannabinoiden, und vollsynthetisch auf einfachen Grundstoffen hergestellt werden. Diese synthetischen Cannabinoide dienen der Neurowissenschaft dazu, die Cannabis Wirkung im menschlichen Gehirn besser verstehen zu können.

Einsatz von medizinischem Cannabis in Deutschland

In Deutschland ist medizinisches Cannabis seit dem 1. März 2017 verschreibungsfähig (Cannabis auf Rezept). Das bedeutet, dass Ärzte Cannabis Medikamente (Medikamente auf Cannabis-Basis wie Sativex, Nabilon oder Dronabinol) auf einem Betäubungsmittelrezept verschreiben dürfen und keine Ausnahmeerlaubnis mehr notwendig ist. Dabei beträgt die Verschreibungshöchstmenge 100.000 Milligramm (100 Gramm in 30 Tagen). Auf dem Rezept muss die Cannabissorte sowie die Menge angegeben werden. Möglich ist auch die Verschreibung von Cannabissorten mit unterschiedlichen THC-Anteilen. Daher können Cannabisblüten für verschiedene Indikationen verschrieben werden.

Vor der Behandlung mit medizinischem Cannabis muss jedoch eine Genehmigung der Krankenkasse eingeholt werden. Dieser Antrag darf von den Krankenkassen nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden.

Mehr zum Thema unter diesem Leafly.de Artikel: Was ist Cannabis Ruderalis? 

Quellen:

London NW3 1LS k, Geoff Watts, science editor, BMJ1, 2006, Cannabis confusions

Pharmacology Department, School of Pharmacy, University of Mississippi, University, MS 38677, USA, El-Alfy AT1 et al., 2010, Antidepressant-like effect of delta9-tetrahydrocannabinol and other cannabinoids isolated from Cannabis sativa L.

The Journal of Clinical Pharmacology, Carlton E. Turner Ph. D., Mahmoud A. Elsohly Ph.D., 1981, Biological Activity of Cannabichromene, its Homologs and Isomers

Department of Ophthalmology, West Virginia University Health Sciences Center North, Morgantown, Colasanti BK1, 1990, A comparison of the ocular and central effects of delta 9-tetrahydrocannabinol and cannabigerol

Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM), Mikael A. Kowal, Arno Hazekamp, Franjo Grotenhermen, 2016, Review on clinical studies with cannabis and cannabinoids2010-2014

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