Indien: Initiative fordert Reform für BTM-Gesetz

Die Legalisierungsinitiative Great Legalization Movement India Trust forderte jetzt den Obersten Gerichtshof in Neu-Delhi (Indien) auf, Cannabis für medizinische und industrielle Zwecke freizugeben. Außerdem setzt sich die Initiative für eine Reform des aktuellen Betäubungsmittelgesetzes ein.

Indien: Initiative fordert Reform für BTM-Gesetz

Einer Meldung zufolge hat die Legalisierungsinitiative Great Legalization Movement India Trust in Indien jetzt eine Petition beim Obersten Gerichtshof eingereicht. Hierin fordert die Initiative die Legalisierung von Cannabis für medizinische und industrielle Zwecke. Denn es sei „willkürlich, unwissenschaftlich und unangemessen“ Medizinalcannabis auf die gleiche Stufe mit „schädlichen und tödlichen“ Wirkstoffen (z. B. Opium) zu stellen.

„Der medizinische Gebrauch von Cannabis kann dazu beitragen, die akute Gesundheitskrise zu reduzieren, mit der Indien derzeit konfrontiert ist. Cannabis ist bei der Vorbeugung von Krebs nützlich und bringt Erleichterung für die Patienten, die von HIV betroffen sind“, heißt es laut einem Medienbericht in der Petition.

Indien: Hanf ist umweltfreundlich

Weiter heißt es in dem Bericht, dass die Initiative darauf hinweist, wie umweltfreundlich Hanf ist.

„Industriehanf ist ein landwirtschaftliches Gut, das zur Verwendung bei der Herstellung einer breiten Palette von Produkten angebaut werden kann. […] Gäbe es kein Verbot für den Anbau von industriellem Hanf, könnten die Bauern in hohem Maße vom Anbau profitieren.“

Da Indien nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt ist, sei dieser Aspekt von Bedeutung.

Kritik am Betäubungsmittelgesetz

Die Initiative übte auch Kritik an der Reform des Betäubungsmittelgesetzes aus dem Jahr 1985. Denn hierin wurde Cannabis in jeglicher Form auf die Liste der Verbote gesetzt. Keine Berücksichtigung fand hingegen beispielsweise die Geschichte von Cannabis in Indien.

„Die von den Parlamentsabgeordneten geführte Debatte über eine Cannabis-Legalisierung beschränkt sich überwiegend auf das Problem des illegalen Drogenhandels und der Drogenabhängigkeit bei Jugendlichen“, heißt es in der Petition.

Dass der Staat die sogenannten „Bhang-Shops“ (Bhang = getrocknete Cannabisblätter und -blütenstände mit unter 5 Prozent THC) betreibe, sei laut der Initiative nicht verständlich. Eine vollständige Legalisierung strebe die Initiative jedoch nicht an. Es gehe vielmehr darum, das Betäubungsmittelgesetz mit „angemessenen Einschränkungen“ abzuändern. Denn aktuell verstoße das Betäubungsmittelgesetz gleich gegen mehrere Artikel der Verfassung.

Laut dem Medienbericht will der Oberste Gerichtshof in Indien am 29. Juli die Petition behandeln. Sollte dies erfolgreich verlaufen, muss die Regierung handeln und die Reform des Betäubungsmittelgesetzes einleiten.

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