Indien: Klinische Studien zu Medizinalhanf geplant

Autor: Alexandra Latour

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In Indien werden jetzt klinische Studien zur Verwendung von pharmazeutischem Cannabis durchgeführt. Medienberichten zufolge liegen bereits alle erforderlichen Genehmigungen vor.

Indien: Klinische Studien zu Medizinalhanf geplant

Die klinischen Studien zur Verwendung von pharmazeutischem Cannabis sollen im Tata Memorial Center sowie im Krankenhaus in Raipur in Indien durchgeführt werden. Die diesbezügliche Forschung des Indischen Instituts für Integrative Medizin (IIIM) befindet sich derzeit im Aufbau. Das IIM ist Teil des Rates für wissenschaftliche und industrielle Forschung (CSIR). Der indische Rat für medizinische Forschung und die Abteilung für Biotechnologie sind ebenfalls an der Forschung beteiligt, heißt es in einem Medienbericht.

Rajendra Badwe, Direktor am Tata Memorial Center erklärte, dass Cannabis ein „Naturprodukt“ und keine „Droge“ sei. Zwei bedeutende chemische Komponenten der Cannabis-Pflanze seien Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Letzteres ist die primäre psychoaktive Komponente von Cannabis. Die neue Verbindung, an der die Wissenschaftler in Indien arbeiten, soll beide Komponenten enthalten.

Indien: Forschungsgenehmigungen liegen bereits vor

„Bei Cannabis gibt es viele Missverständnisse. Hauptsächlich wegen seines Missbrauchs aufgrund seiner psychotropen Komponente Tetrahydrocannabinol. Die beiden Verbindungen sind jedoch auch sehr effektiv bei der Schmerzlinderung “, führte Dr. Ram Vishwakarma, Direktor des IIIM, aus.

Darüber hinaus erklärte Vishwakarma, dass für eine „wirksame Schmerzlinderung“ beide Komponenten nötig seien.

In der frühen Phase der Forschung fand bereits die Durchführung von Tierversuchen statt. Eine entsprechende Genehmigung hierfür erhielten die Forscher durch die entsprechende Behörde  (Drug Controller General of India).

Das IIIM möchte auch die strengen Vorschriften in Indien beseitigen, die die Cannabiszucht verhindern. Für diese Forschung hat das IIIM vom Staat Jammu und Kashmir eine Sondergenehmigung für den Anbau begrenzter Cannabismengen eingeholt.

Indien: Legalisierung von Medizinalhanf

Die Kultivierung von Cannabis Indica sowie die Verwendung als Heilpflanze gibt es Indien schon seit Jahrtausenden. Dennoch ist Cannabis gemäß dem Narcotic Drugs and Psychotropic Substances Act von 1985 in Indien verboten, insbesondere der Anbau, die Produktion, der Besitz, die Verwendung und der Transport. Medien zufolge will sich das Land jetzt jedoch an den USA orientieren. So kündigte Maneka Gandhi, Ministerin für Kinder- und Frauenentwicklung, an, sich für die Legalisierung von Cannabis einzusetzen. Bei einem Treffen mit mehreren Ministern schlug die Ministerin vor, die Legalisierung von Medizinalhanf auch in Indien von Vorteil sein könnte.

„In einigen entwickelten Ländern wie in den USA wurde Marihuana legalisiert, was letztlich zu weniger Drogenmissbrauch führt. Inwieweit dieses auch in Indien möglich ist, sollte untersucht werden. Marihuana für medizinische Zwecke sollte legalisiert werden, vor allem, da es der Krebsbehandlung dienen könnte,“ führte Gandhi aus.

 

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