Initiative Rosi braucht unsere Unterstützung!

Über ein Facebook-Posting haben wir von der Initiative Rosi erfahren. Einem Crowdfunding-Projekt um Krebspatientinnen ihre Behandlung in den Therapieräumen der Charité in Berlin angenehmer zu gestalten. Leafly.de unterstützt das Projekt finanziell und redaktionell. Wir haben mit der Initiatorin und dem leitenden Arzt gesprochen.

Initiative Rosi braucht unsere Unterstützung!

Noch bis 5. Mai um 23.59 Uhr ist Zeit, um das erste Fundingziel von 40.000 Euro der Initiative Rosi zu erreichen. Mit diesen ersten 40.000 Euro ist es möglich, die Einrichtung in den bestehenden Räumen, wie beispielsweise das Licht- und Duftkonzept, zu finanzieren.

Das 2. Fundingziel: 400.000 Euro. Diese Summe ist für die komplette Umgestaltung und Erweiterung des Raums mit Holzelementen, technischer Ausstattung und um das inhaltliche Konzept erforderlich.

Initiative Rosi

Die Initiative Rosi setzt sich für Frauen ein, die an Krebs erkrankt sind, wie zum Beispiel an Gebärmutterhalskrebs oder Eierstockkrebs. In den aktuellen, zweckorientierten Räumlichkeiten kreisen die Gedanken der Patientinnen um die Krankheit, denn alles erinnert daran. Mit einfach realisierbaren Umgestaltungenist es möglich, eine enorme Verbesserung der Behandlung zu bewirken.

Prof. Jalid Sehouli und Tina Müller gründeten gemeinsam die Initiative Rosi. Benannt nach Tinas verstorbener Mutter Roswitha. Rosi war Mutter, Ehefrau, Kollegin, Freundin und Ratgeberin. Als sie von ihrer Krebserkrankung erfuhr, änderte sich ihr Leben radikal, da sie von diesem Zeitpunkt an viel Zeit in kalten Therapieräumen verbringen musste.

Ihre Tochter Tina hat sie dabei begleitet und so die Räumlichkeiten und Umstände selbst erlebt. Auch Prof. Sehouli ist dieses Bild vertraut. Als Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Charité vertritt er einen umfassenden Therapieansatz, der auch das Wohlbefinden und den Lebensmut der Patientinnen miteinbezieht. Um diese Lebenskraft zu stärken, bietet der Therapieraum enormes Potenzial. Deshalb setzt die Initaitive Rosi genau hier an und möchte diese Räumlichkeiten umgestalten.

Rosi hatte einen Wunsch. Ihre Tochter setzt diesen um.

Für Rosi war es stets ein Anliegen, die Therapieräume zu verbessern. Ihre Tochter hat sich diesem Anliegen angenommen. Basierend auf den Erfahrungen ihrer Mutter hat Tina ein Raumkonzept entwickelt, das die Behandlung erträglicher machen soll. Den Patientinnen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Lebenszeit sinnvoll zu gestalten, statt nur abzusitzen.

Daher wird der Therapieraum komplett umgestaltet. Der Einsatz von naturbelassenem Holz, warmem Licht und einer Duftanlage soll das körperliche Wohlbefinden fördern. Mit der Initiative Rosi wollen wir auch ein vielfältiges, inhaltliches Angebot schaffen.

Dieses soll beispielsweise Sprachkurse, Gastvorträge und Themenvormittage, aber auch Unterhaltungsmedien oder kostenlose Kosmetik- und Ernährungsberatung beinhalten. Auch Zeit mit Angehörigen zu verbringen, gehört dazu. Eine warme und geborgene Umgebung soll es den Frauen ermöglichen, sich abzulenken, zu erholen und soweit es möglich ist, wohlzufühlen.

Was sind die Ziele der Initiative Rosi und wer ist die Zielgruppe?

Die beiden Gründer haben uns die Rechnung einfach gemacht: Wenn 40.000 Männer 10 Euro für Rosi geben, können sie den Umbau realisieren. Jeder, der sich so für krebserkrankte Frauen einsetzt, ist für sie ein echter Mann! Dazu zählen natürlich auch Frauen.

Fragen an die Initiatoren

Wieso richtet sich die Kampagne ausgerechnet an Männer?

„Die Kampagne soll Aufmerksamkeit erzeugen und unser Motto „Echte Männer für starke Frauen“ ist auf den ersten Blick provokativ. Wir wollen bewusst mit Klischees spielen und das Motiv des „echten Manns“ nutzen, um verschiedene Typen von Männern dazu zu bringen einen „Zehner“ für das Projekt Rosi zu spenden. Außerdem spielen wir bewusst mit dem Kontrast zwischen übertriebener männlicher Stärke und dem wahren Wert, dem Einsatz für den guten Zweck. Wir wollen keine traurige Geschichte erzählen, denn es geht um starke, selbstbewusste und vor allem selbstbestimmte Frauen! Für uns sind alle, die für Rosi spenden „echte Männer“. Egal ob Mann oder Frau oder Gender aller Art“, so Tina Müller.

Prof. Dr. med. Jalid Sehouli ist Direktor der Klinik für Gynäkologie an der Charité. Auch mit ihm haben wir gesprochen.

Herr Professor Sehouli, auch Männer bekommen Brustkrebs und müssen behandelt werden. Finden diese hier auch einen Platz?

„Ja, das stimmt auch Männer können Brustkrebs bekommen, viel seltener als bei Frauen und daher häufig erst spät diagnostiziert. Ob Frau oder Mann, neu aufgetretene Brustknoten, oder Hauteinziehungen in der Brust sollten unbedingt abgeklärt werden.“

Wie stehen Sie dem Thema Cannabis als Medizin bei Chemotherapie-induzierten Nebenwirkungen gegenüber?

„Übelkeit und Erbrechen sind sehr belastende Nebenwirkungen während der Chemotherapie und können die Lebensqualität erheblich negativ beeinflussen. Verschiedene Studien konnten zeigen dass Canabis wirksam bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen unter Chemotherapie ist daher für diese Indikation auch zugelassen. Welches Medikament für welche Chemotherapie bei welcher Patientin am besten geeignet ist müssen die behandelnden Ärzte aufgrund einer ausführlichen Anamnese und je nach Chemotherapeutika individuell festlegen.“

Setzen Sie cannabinoidhaltige Arzneimittel ein, um den Patientinnen bei chemotherapie-induzierten Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Appetitlosigkeit zu helfen?

„In Einzelfällen. Die Erfahrungen sind überwiegend positiv.“

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Tina Müller startete eine Umfrage unter den Patientinnen. Das Ergebnis: Die Frauen wünschen sich vor allem eine angenehmere Umgebung. In der anstrengenden Zeit der Therapie stellt jedes Gefühl von Geborgenheit, Ruhe und Vertrauen eine Linderung dar.

Mit dem Konzept zur Umgestaltung kann ein enormer Beitrag geleistet werden, um den Patientinnen ihre Therapie zu erleichtern. Leider sind solche Maßnahmen nicht Teil der medizinischen Versorgung, weshalb nur begrenzt finanzielle Mittel der Charité eingesetzt werden können.

Die Charité ist eine sehr große Klinik. Wieso muss erst eine Privatperson kommen und ein Fundraising-Projekt auf die Beine stellen, damit die Patientinnen bessere Therapieräume bekommen? Sollte das nicht Aufgabe der Klinik sein?

„Hier geht es nicht um die Charité allein. Uns ist ein genereller Perspektivenwechsel wichtig. Krankenhäuser sind überwiegend prozessgesteuert konzipiert worden. Krankenhäuser werden weltweit eher so gebaut, dass die Abläufe und Wege praktisch und effizient sind. Hierbei geht es uns aber nicht nur um die baulichen Umstrukturierungen, sondern auch um inhaltliche Themen, die wir unseren Patientinnen mit Krebserkrankungen zukommen lassen möchten. Maltherapie, Kreatives Schreiben, Dufterlebnisse und vieles mehr, alles sehr wichtige Themen, die aber in den Krankenhäusern von den Kassen nicht zusätzlich finanziert werden.Wir möchten mit unserem „Rosi-Projekt“ mehr Leben und Lebensfreude in die Krankenhäuser bringen. Investitionen konzentrieren sich stets nach dem „absolut notwendigen“. Gerade in den Universitäten existiert ein grosser Invenstionsstau in den staatlichen Institutionen , dazu gehört auch die Charité“, so Prof. Sehouli gegenüber Leafly.de

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld wird für den umfassenden Umbau sowie die Neugestaltung der Chemoambulanz der Frauenklinik der Charité eingesetzt. Die Umgestaltung schließt die Erweiterung der Therapieräume ein: ein Farbkonzept, das nicht steril weiß ist.

Den umfassenden Einsatz von hellem Holz, ein spezielles Lichtkonzept für die empfindsamen Patientinnen, eine integrierte Duftinstallation, die den Krankenhausgeruch neutralisiert und spezielles Interieur, wie körperschonendere Behandlungsstühle sowie eine individuelle, technische Ausstattung für jeden Therapieplatz.

Unterstützt die Initiative Rosi

Initiative Rosi

Wer bei der Initiative Rosi mitmachen will, kann das auf zwei Wegen tun. Noch bis 5. Mai um 23.59 Uhr ist Zeit, um das erste Fundingziel von 40.000 Euro der Initiative Rosi zu erreichen.

  1. Online – https://www.startnext.com/rosi#pnav
  2. Überweisung
    Empfänger: Charité – Universitätsmedizin Berlin
    IBAN: DE68 1007 0000 0592 9799 00
    BIC: DEUTBEBB
    Verwendungszweck: Rosi

Jede Spende zählt! Und wer mitmacht, befindet sich in bester Gesellschaft. Das Team Leafly.de spendet natürlich, genauso wie eine ganze Reihe prominenter Menschen. Unter anderem dabei: Herbert Grönemeyer, Rolf Schneider, Roberto Blanco, Udo Walz, Mike Adler, Senay Gueler, Jurassica Parker, David Bennent und Eric Benson – um nur einige zu nennen.

Ähnliche Artikel