Irland: Gesundheitsminister genehmigt Cannabismedizin für Siebenjährige

Autor: Sandrina Kömm-Benson

Verõffentlicht am: 4. Dezember 2017

Geändert am: 4. Dezember 2017

Irlands Gesundheitsminister Simon Harris unterzeichnete die Genehmigung zur medizinischen Nutzung von Cannabis für die siebenjährige Ava Barry. Das aus der irischen Grafschaft Cork stammende Mädchen leidet am Dravet-Syndrom, einer besonders schweren Form der Epilepsie.

Irland: Gesundheitsminister genehmigt Cannabismedizin für Siebenjährige

Gesundheitsminister Harris gab kürzlich im Parlament in Irland bekannt, dass er eine weitere Ausnahmegenehmigung für die Nutzung von pharmazeutischem Cannabis für medizinische Zwecke unterzeichnet; nämlich die, für die kleine Ava.

Bei Ava wurde das Dravet-Syndrom, eine schwere Form der Epilepsie, bereits als Baby diagnostiziert. Ihre Anfälle können von zwei Minuten bis zu einigen Stunden andauern und variieren in der Intensität. Aufgrund der strengen Regulierungen musste Ava gemeinsam mit ihrer Mutter in die Niederlande ziehen um dort einen Behandlung mit CBD-Öl zu beginnen.

Irland hat Nachholbedarf in Sachen Cannabis als Medizin

In einer Videobotschaft auf Facebook teilt Avas Mutter, Vera Twomey, mit: „Ava hat die Genehmigung für die medizinische Nutzung von Cannabis erhalten. Wir werden Weihnachten zu Hause sein. Es geht ihr wirklich gut.“ Außerdem fügte sie hinzu, dass ihre Tochter glücklicher war und weniger Schmerzen hatte, seit sie mit der Behandlung mit CBD-Öl im Oktober 2016 in den Niederlanden begonnen hatte.

Hintergrund:

Gesundheitsminister Simon Harris veröffentlichte im Februar 2017 einen Bericht, indem er den Zugang zu pharmazeutischem Cannabis für Menschen mit bestimmten Krankheiten empfahl. Dieser Bericht über Cannabis für medizinische Zwecke beinhaltet acht Empfehlungen, die von der Gesundheitsbehörde (Health Products Authority, HPA) zusammengestellt wurden und feststellten, dass Cannabis einen potenziellen therapeutischen Nutzen hat, wenngleich dafür in klinischen Studien solide Beweise benötigt werden.

Obwohl Irland dazu in der Lage wäre, eine Industrie rund um Bio-Pharma und Cannabis als Medizin zu entwickeln, scheint dies noch ein langer Weg zu sein. Zunächst müsste eine bessere Kommunikation mit mehr Zusammenhalt zwischen Medizinern und Gesetzgebern stattfinden.

Mit zunehmender Unterstützung aus der Öffentlichkeit für den Einsatz von Cannabis als Medizin, könnte Irland im kommendem Jahrzehnt eine starke Industrie aufbauen. Immerhin ist es bereits weltweit führend bei der Herstellung von pharmazeutischen und feinchemischen Produkten.

 

Quellen:

http://www.bbc.com/news/world-europe-42157388

https://www.prohibitionpartners.com/european-country-review/2017/11/30/understanding-medical-cannabis-legislation-in-ireland

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