Irland: neue Cannabis-Behandlung gegen Epilepsie

Autor: Gesa Riedewald

Verõffentlicht am: 8. Juni 2018

Geändert am: 24. Juli 2018

In Irland haben Wissenschaftler angekündigt, eine neue Cannabis-Behandlung für Epilepsie entwickeln zu wollen. Bei dem Projekt kooperiert ein irisches Biopharmaunternehmen mit einem Forschungszentrum der Science Foundation Ireland. Geschätzte 10.000 Menschen in Irland sind gegen die derzeitigen Epilepsietherapien resistent. Das Projekt könnte das Leben dieser Patienten grundlegend verändern.

Irland: neue Cannabis-Behandlung gegen Epilepsie

Eine Team aus irischen Wissenschaftlern hat kürzlich seine Pläne bekannt gegeben, Cannabis-Behandlungen für einige der häufigsten Formen der Epilepsie zu erforschen. Das biopharmazeutische Unternehmen GreenLight Medicines aus Irland beteiligt sich an dem Projekt. Geleitet wird die Initiative von FutureNeuro – einem Forschungszentrum für chronische und seltene neurologische Erkrankungen der Science Foundation Ireland am Royal College of Surgeons.

CBD gegen Epilepsie

Die Untersuchungen sollen beleuchten, wie Cannabidiol (CBD) und andere nicht-psychoaktive Wirkstoffe aus der Cannabispflanze epileptische Anfälle reduzieren können. Im Fokus stehen hier insbesondere „medikamentenresistente Epilepsien“, die vor allem Kinder betreffen können. Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen.

„Dieses Projekt ist stark auf das Ziel ausgerichtet, Patienten in Irland mit schwer kontrollierbaren Epilepsie neue Behandlungsmöglichkeiten zu bieten“, erklärt Professor David Henshall, wissenschaftlicher Leiter des Projekts.

10.000 Menschen in Irland sind resistent gegen die Epilepsie-Therapien

Geschätzte 10.000 Menschen in Irland sind resistent gegen die Therapien, die heute gegen Epilepsie zur Verfügung stehen. Diese Patientinnen und Patienten erleiden jeden Tag zahlreiche, unkontrollierte epileptische Anfälle. Diese Anfälle können verheerenden Auswirkungen haben, einschließlich einer Verringerung der kognitiven Fähigkeiten.

„Die Verwendung von Cannabis zur Behandlung von Epilepsie bietet einen neuen, vielversprechenden Horizont für schwere, behindernde Anfälle. Der Mechanismus, durch den CBD seine antiepileptischen Wirkungen ausübt, ist derzeit unbekannt. Und diese entscheidende Forschung wird dazu beitragen, klinische Beweise für seine langfristige Wirksamkeit sowie Daten über mögliche Langzeitnebenwirkungen zu liefern“, erklärt der Forschungsleiter von FutureNeuro, Colin Doherty.

CBD zeigte positive Wirkung beim Dravet-Syndrom

Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass CBD und möglicherweise andere Cannabis-Komponenten die Anfälle bei Patienten mit seltenen genetischen Epilepsien reduzieren. Das Dravet-Syndrom könnte beispielsweise ein Anwendungsgebiet für die neue Cannabis-Behandlung sein. Eine Studie aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass Cannabidiol (CBD) die epileptischen Anfälle beim Dravet-Syndrom reduzieren und abschwächen kann.

In Irland ist die bekannteste kleine Patientin mit Dravet-Syndrom Ava Barry. Nach einem sechsmonatigen Exil in den Niederlanden von Juni bis Dezember 2017, Leafly.de berichtete, kehrte das Mädchen schließlich mit einer individuellen Lizenz für CBD zurück nach Irland. Dank des Medikaments geht es ihr gut, ihre Anfälle sind in Zahl und Schwere stark zurückgegangen.

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