Israel: Neues Gesetz für Export von Medizinalhanf

Autor: Alexandra Latour

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Die Regierung in Israel hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, das es Unternehmen ermöglicht, Medizinalhanf und Cannabispräparate in andere Länder zu exportieren. Ob Deutschland zu diesen Ländern gehören wird, ist noch unklar.

Israel: Neues Gesetz für Export von Medizinalhanf

Im Jahr 2017 gab es in Israel bereits einen Gesetzesentwurf, der es israelischen Unternehmen erlauben soll, Medizinalhanf exportieren zu dürfen (Leafly berichtete). In den Medien heißt es jetzt, dass israelische Gesetzgeber dieses Gesetz verabschiedet haben, das es Landwirten ermöglicht, Medizinalhanf zu exportieren.

Israel genehmigte im Jahr 2016 die Verwendung von Cannabis als Medizin. Zudem hatte das Ministerium für öffentliche Sicherheit im Jahr 2017 den Cannabiskonsum teilweise entkriminalisiert. Das neue Gesetz ermöglicht es dem Innenministerium und der Polizei, „die Produktion und Lieferung von Cannabis für den Export zu überwachen und zu kontrollieren. Weiter heißt es, dass „jede ausländische Investition von mehr als 5 % in ein israelisches Cannabisunternehmen einer behördlichen Genehmigung bedarf“.

Einem weiteren Medienbericht zufolge, muss jetzt nur noch der Minister des Landes sowie der Premierminister Benjamin Netanyahu dem neuen Gesetz zustimmen.

Israel: Cannabisexportmarkt generiert hohes Staatseinkommen

Laut Experten wird der Cannabisexportmarkt in Israel ein Staatseinkommen von ungefähr einer Milliarde Schekel (234 Millionen Euro) pro Jahr generieren. Für den Staat und die Bauern habe das Gesetz ein „enorm wirtschaftliches Potenzial“. Das erklärte Yoav Kisch von der Likud-Partei von Premierminister Netanyahu. Zudem nannte Kisch Medizinalhanf ein „ein gesegnetes Produkt, dass das Leiden der Kranken lindert“.

Export beginnt voraussichtlich Mitte 2019

Von lizenzierten Anbauern in Israel wird erwartet, dass sie Mitte 2019 mit dem Export von medizinischen Cannabisprodukten beginnen werden.

Saul Kaye, CEO von iCAN, einem israelischen Unternehmen für Medizinalhanf, nannte das Gesetz „längst überfällig“.

„Israel, die fortschrittlichste Nation im Bereich Cannabis-Forschung und -Entwicklung, wird jetzt in der Lage sein, Cannabis und Cannabis-basierte Produkte herzustellen und zu vermarkten. Dies sind Produkte, die Millionen von Menschen helfen, die an Krankheiten wie Krebs, MS, Parkinson, Schlafstörungen, Epilepsie und PTSD leiden“, so Kaye.

Zu den Ländern, die Israel voraussichtlich mit Medizinalhanf versorgen will, gehören unter anderem Australien, Mexiko, Österreich und Deutschland. Allerdings ist noch unklar, ob auch deutsche Cannabispatienten profitieren können. Denn um Medizinalhanf nach Deutschland zu bringen, muss es bestimmte Bedingungen erfüllen, wie zum Beispiel den GMP-Standards entsprechen.

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