Afrika – demnächst ein großer Player auf dem Cannabismarkt?

Autor: Gesa Riedewald

Veröffentlicht am:

Geändert am:

Ein Großteil der Cannabisindustrie hat sich in den letzten Jahren auf das Wachstum in Nordamerika konzentriert. Jetzt will Afrika Teil dieser florierenden Industrie werden. Kanadische Cannabis-Unternehmen sind ebenfalls auf Afrika aufmerksam geworden und investieren dort.

Afrika – demnächst ein großer Player auf dem Cannabismarkt?

In Afrika könnte Cannabis in großem Stil angebaut werden. Der kanadische Cannabis-Hersteller Aphria will daher auf dem afrikanischen Kontinent expandieren. Aphria, der Hersteller aus Ontario, produziert Cannabis in pharmazeutischer Qualität und gehört zu den wenigen Unternehmen, die auch nach Deutschland Cannabis als Medizin exportieren dürfen. Ob dies bei der Ware aus Afrika auch der Fall sein wird, muss abgewartet werden.

In Afrika boomen Cannabismärkte

Laut einer Studie der Vereinten Nationen werden jedes Jahr bis zu 10.000 Tonnen Cannabis in ganz Afrika produziert. Diese Mengen könnten Einnahmen in Milliardenhöhe bedeuten, sollten die einzelnen Länder nicht nur den Anbau von Cannabis legalisieren, sondern auch dessen Export. Simbabwe ist vor Kurzem die zweite afrikanische Nation hinter Lesotho geworden, die Genehmigungen für den Anbau von pharmazeutischem Cannabis erteilt hat. Einige Länder auf dem afrikanischen Kontinent haben boomende Cannabismärkte. Was ihnen aber noch fehlt, ist der rechtliche Rahmen, damit Cannabis zu einem legalen Wirtschaftszweig werden kann.

Internationale Cannabis-Unternehmen expandieren in Afrika

Das neu gegründete Unternehmen CannInvest Africa soll dazu beitragen, medizinisches Cannabis in afrikanische Länder zu liefern. CannInvest Africa ist eine Partnerschaft zwischen mehreren Unternehmen. Auch Aphria ist Teil dieser Initiative geworden.

Kanadische Unternehmen suchen neue Märkte

In diesem Sommer plant Kanada, Cannabis für den Freizeitkonsum zu legalisieren. Leafy.de berichtete. Die Legalisierung wird dem ohnehin schon großen Cannabismarkt bis zu fünf Milliarden Dollar hinzufügen. Beobachter erwarten einen Boom der Cannabis-Industrie in Kanada und mehr ausländische Investitionen im Land.

Viele der großen kanadischen Unternehmen arbeiten daran, die Beziehungen zu ausländischen Nationen und ihren Cannabismärkten zu festigen, um eine weltweite Export- und Importkette zu bilden. Kanada wird in den nächsten Jahren voraussichtlich bis zu einer Million Kilogramm Cannabis pro Jahr benötigen. Laut Schätzungen von Experten wird das Land aber bis 2020 fast dreimal so viel produzieren. Dies bedeutet, dass es zu einer starken Überproduktion kommen wird. Und das ist auch die Erklärung, warum diese Unternehmen daran arbeiten, ihr Produkt über die Landesgrenzen hinweg zu exportieren.

Deutschland baut bisher kein eigenes Cannabis an

Zurzeit importiert Deutschland Cannabis in pharmazeutischer Qualität, um seine Nachfrage zu decken. Bislang dürfen die Niederlande und Kanada nach Deutschland liefern. Aber auch Uruguay und Australien exportieren Cannabis und Israel plant den Cannabis-Export, jedoch erfüllt die Ware aus diesen Ländern bisher nicht die deutschen Standards. Wann der eigene Cannabis-Anbau in Deutschland starten wird, bleibt weiterhin offen.

Ähnliche Artikel