Italien vergibt erste medizinische Cannabis-Lizenz

Die Ausschreibungsfrist für die Lieferung von Medizinalcannabis in Italien ist abgelaufen. Lediglich ein Unternehmen konnte sich eine Cannabis-Lizenz sichern. Insgesamt bewarben sich fünf Cannabisunternehmen.

Italien vergibt erste medizinische Cannabis-Lizenz

In Italien hatten Unternehmen bis zum 3. Juli Zeit, Angebote für die Cannabisausschreibung abzugeben (Leafly.de berichtete), um eine Cannabis-Lizenz für den Anbau von Medizinalcannabis zu erhalten. Nachdem Aurora Deutschland bereits hierzulande den Zuschlag für den Cannabisanbau bekam, erhielt es jetzt auch in Italien den entsprechenden Zuschlag.

Mit einem Gesamtbesatz von rund 600 Kilogramm ist Italien in Europa der zweitgrößte Markt für Medizinalcannabis. Aurora Deutschland ist die Tochtergesellschaft von dem in Kanada ansässigen Unternehmen Aurora Cannabis, das jetzt in Italien alle drei verfügbaren Lose bei der Cannabisausschreibung bekam.

Cannabis-Lizenz: Aurora muss in zwei Jahre 400 Kilogramm liefern

Das bedeutet, dass Aurora Deutschland nun innerhalb der nächsten zwei Jahre 400 Kilogramm Medizinalcannabis an Italien liefern muss. Bisher importierte Italien Medizinalcannabis aus den Niederlanden. Für die Cannabis-Lizenz bewarben sich fünf Unternehmen, darunter auch Wayland Italien, Medicinal Organics Cannabis Australia und Tilray Portugal. Canopy Growth scheiterte hingegen schon im Vorfeld.

Italien-Geschäft wirft nur geringen Gewinn ab

Einem Medienbericht zufolge liegt der durchschnittliche Preis je Gramm bei 1,73 Euro. Damit liegt dieser unter dem von Aurora Cannabis zuletzt veröffentlichten Cashkosten. Für Aurora kann das bedeuten, dass das Geschäft in Italien nur einen geringen Gewinn abwerfen wird.

Aktuelle Lage in Italien

In Italien wird Medizincalcannabis seit dem Jahr 2013 über Apotheken vertrieben, das über eine Agentur des italienischen Verteidigungsministeriums eingekauft wird. Auch das italienische Militär kultiviert Medizincalcannabis.

Im Jahr 2017 produzierte das Programm „Progeto Pilota Cannabis“allerdings nur 220 Pfund für die ganze Nation. Zudem soll das Endprodukt angeblich von geringer Qualität sein. Dennoch erwarten Experten in den nächsten zwei Jahren, dass sich die Cannabisproduktion der italienischen Armee verdreifachen wird. Die jüngste Gesundheitsgesetzgebung Italiens hat daher 2 Milliarden Dollar für das Programm bereitgestellt.

Im Rahmen des italienischen Militär-Programms ist Medizincalcannabis für Patienten zugelassen, die unter schweren Erkrankungen leiden. Darunter fallen chronische Schmerzen (Fibromyalgie) sowie Spasmen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose. Zudem können Patienten, die sich einer Chemotherapie, Strahlentherapie und HIV-Therapie unterziehen, Medizincalcannabis verordnen lassen.

Darüber hinaus ist Medizincalcannabis in Fällen von Kachexie und Anorexie zur Appetitstimulation verordnungsfähig. Eine genaue Patientenzahl, die Medizincalcannabis erhalten, hat die Regierung bisher nicht bekannt gegeben.

 

 

 

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