Kanadas skurriler Cannabisplantagenbauwettbewerb

Autor: Leafly Redaktion

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Weltweit legalisieren immer mehr Länder Cannabis. Ab dem 1. Juli 2018 wird der Cannabis-Konsum schließlich auch in Kanada legal sein. Dort soll, auch unter staatlicher Aufsicht, Cannabis in großen Mengen produziert werden. Und so liefern sich die Branchengiganten einen Cannabisplantagenbauwettbewerb.

Kanadas skurriler Cannabisplantagenbauwettbewerb

Es hat schon etwas Komisches. Die kanadischen Branchenriesen liefern sich einen skurrilen Cannabisplantagenbauwettbewerb der Extraklasse. Immer mehr Anbauflächen werden gekauft, die Hallen immer größer geplant. Kein Wunder sehen doch alle den Green Rush (Goldrausch) mit der Legalisierung kommen. Immerhin müssen die kanadischen Cannabispatienten doch bestens versorgt werden. Engpässe wie in Deutschland sind hier undenkbar. Und die Investoren wollen auch ihren Anteil vom großen Keks haben.

Wer hat die Nase vorn im Cannabisplantagenbauwettbewerb?

Eigentlich sollte dies die größte Cannabisplantage in Kanada werden: Canopy Growth plant in Langley bei Vancouver eine Indoorplantage, die über 100.000 Quadratmeter umfasst und Platz für mehr als 350.000 Cannabispflanzen bietet. Nun wurden sie vom Branchengiganten Aurora Cannabis übertroffen. Deren Hightechanlage umfasst eine Fläche von 21 Fußballfeldern und soll Auroras Gesamtkapazität auf mehr als 430.000 kg Cannabis pro Jahr steigern. Dafür hat die Firma etwa 29 Hektar Land erworben.

Canopy Growth vs. Aurora Cannabis

Doch so einfach lässt sich Canopy Growth nicht den Keks wegschnappen. Man hat vorgesorgt. Eine noch größere Plantage soll in den kommenden Monaten, unweit gelegen, hinzukommen. Der bisherige Ertrag wird auf ca. 40 Tonnen geschätzt, was natürlich nicht ausreichend ist. Die erste Ernte ist für Juli 2018 geplant.

Aurora plant die erste Pflanzung für das erste Halbjahr 2019, die Fertigstellung der Anlage ist für das zweite Halbjahr vorgesehen. Einmal in Betrieb, sagt Aurora, dass die neue Anlage seine Gesamtkapazität auf mehr als 43 Tonnen pro Jahr steigern wird.

Die produzierten Mengen Gras aus dem Cannabisplantagenbauwettbewerb gehen an die neue kanadische Cannabisagentur, die den Anbau regelt und die Qualitätsüberwachung übernimmt. So müssen die Pflanzen frei von schädlichen Pflanzenschutzmitteln sein und zudem einen genau eingehaltenen THC-Gehalt haben.

Weitere Produzenten stehen in den Startlöchern

Zwar können diese nicht beim Cannabisplantagenbauwettbewerb mithalten, doch Produzenten wie Tilray setzen auf Klasse, als auf Masse. Tilray formte eine strategische Allianz mit Sandoz, einem führenden Pharmaunternehmen in Kanada. Die Vereinbarung stellt einen wichtigen Meilenstein in der Anerkennung von pharmazeutischem Cannabis als konventionelles Medikament für bedürftige Patienten dar.

Wie viel pharmazeutisches Cannabis braucht Kanada?

Cannabis darf bald auch legal im Privaten angebaut werden in Kanada. Folglich plant die Regierung ab dem kommenden Herbst auch regelmäßig Proben aus den Abwässern von 20 kanadischen Städten und Bezirken untersuchen zu lassen, um die von den Konsumenten ausgeschiedenen Spuren von THC und anderen Stoffen nachzuweisen. Auf diese Weise wollen Wissenschaftler hochrechnen, wie viel Cannabis im Land konsumiert wird und ob die Freigaberegelung vielleicht doch etwas eingeengt werden muss. Das wäre doch mal eine Maßnahme in Deutschland um den Spekulationen über die Marktgröße Einhalt zu gebieten. Wir verfolgen dies weiterhin sehr gespannt.

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