Kanadische Cannabisunternehmen investieren in Deutschland

Autor: Alexandra Latour

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Kanadische Cannabisunternehmen planen Medienberichten zufolge große Investitionen. Geplant ist nicht nur der Verkauf von Medizinalcannabis. Einige Cannabisproduzenten nehmen auch an der Ausschreibung für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland teil.

Kanadische Cannabisunternehmen investieren in Deutschland

Das kanadische Cannabisunternehmen Aphria Inc. hat für die Investitionen in Deutschland bereits 45 Millionen US-Dollar eingeplant. Das berichtet Aphria-Vorstandschef Vic Neufeld. In Neumünster sei ein Test- und Forschungszentrum geplant, ebenso ein Hochsicherheitslager in Bad Bramstedt (Leafly berichtete).

Darüber hinaus ist das deutsche Tochterunternehmen von Aphria namens Nuuvera am Schöneberger Krankenhaus in Berlin mit rund 20 Prozent beteiligt. Auch hierüber haben wir berichtet. So plant das kanadische Cannabisunternehmen Aphria, seinen Einfluss dazu zu nutzen, um Ärzte über die medizinische Wirkung von Medizinalhanf aufzuklären.

Kanadische Cannabisunternehmen planen, zig deutsche Apotheken zu beliefern

In Deutschland will Aphria ungefähr 12 000 Apotheken mit Medizinalhanf beliefern. Aber auch das kanadische Cannabisunternehmen Aurora sieht in Deutschland großes Potenzial. So kündigte Aurora-Manager Cam Battley an, dass das Unternehmen plant, auch in Deutschland Medizinalcannabis anzubauen.

Der zweite Ausschreibungsversuch des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland hat bereits begonnen. Bewerber können ihre Unterlagen noch bis zum 5. November einreichen. Neben Aurora will auch Aphria laut den Medien an der Ausschreibung teilnehmen.

Kanadische Cannabisunternehmen meinen es ernst

Der deutsche Markt wird von den kanadischen Cannabisunternehmen sehr ernstgenommen. Kein Wunder, denn die Marktforschungs- und Beratungsgesellschaft Prohibition Partners hat für das Medizinalhanf-Geschäft in Deutschland einen Umsatz von 13 Milliarden Euro für das Jahr 2018 prognostiziert.

Wie ernst die Unternehmen es meinen, zeigt sich unter anderem auch daran, dass führende kanadische Cannabisunternehmen am 21. Oktober an der Canadian Cannabis Capital Markets Konferenz in Frankfurt am Main teilgenommen haben. Zu den teilnehmenden Unternehmen gehörten unter anderem Aurora, Canopy Growth und Wayland.

Cannabisunternehmen expandieren in weitere Geschäftsfelder

Die kanadischen Cannabisunternehmen drängen den Medien zufolge auch in weitere Geschäftsfelder. Cam Battley, Vorstand von Aurora Cannabis, erklärte, dass man die „neue Cannabis-Branche in Echtzeit erfinde.“ Folglich erwartet Battley große Auswirkungen für andere Industrien, wie zum Beispiel die Brauerei-Branche oder die Pharmaindustrie. Demnach könnte Cannabis als „Bierersatzstoff genutzt werden oder Opioide in der Schmerztherapie substituieren“, heißt es in einem Artikel.

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