Update: Cannabisaktien weiter an Deutscher Börse

Autor: Sandrina Koemm-Benson

Verõffentlicht am: 19. Juli 2018

Geändert am: 20. Juli 2018

Cannabis-Aktien waren zuletzt im Höhenflug und Anleger sahen satten Gewinnen entgegen. Doch die Deutsche Börse setzt den Handel ab September aus. Deutsche inländische Wertpapiere werden bis auf weiteres weiterhin von Clearstream Banking AG gehalten. Grund sind gesetzliche Vorgaben aus Luxemburg.

Update: Cannabisaktien weiter an Deutscher Börse

Update vom 18.07.2018

Clearstream veröffentlich für investierte und interessierte Anleger die Liste der Cannabis-Unternehmen, die weiterhin an der Deutschen Börse legal gehandelt und gehalten werden können. Die Aufstellung besitzt ab dem 19. Juli 2018 Gültigkeit. Es wurden 73 Aktien Unternehmen zugeordnet, die hauptsächlich medizinisches Cannabis herstellen. Darunter fallen die Branchenschwergewichte: Aphria, Aurora, Canopy Growth, Emereald Health Therapeutics, Maple Leaf Green, Speakeasy Cannabis Club.
Hier die gesamte Liste als PDF.

Cannabis-Aktien boomen

In Kanada können sich Besitzer von Cannabis-Aktien über einen boomenden Markt und Rekordbewertungen ihrer Unternehmen freuen. Immer mehr Unternehmen planen dort einen Börsengang, zuletzt Tilray. Leafly.de berichtete. In Europa dagegen erlebt die Branche einen empfindlichen Dämpfer. Am 25. Juni informierte die Deutsche Börse keine ausländischen Cannabis-Aktien mehr gehandelt.

So gab die Deutsche Börse am 25. Juni bekannt, dass es der Tochterfirma Clearstream Banking mit Wirkung zum Geschäftsschluss am 28. September 2018 nicht mehr möglich sein wird, Wertpapiere bei Clearstream Banking zu verwahren, bei denen das Hauptgeschäft direkt oder indirekt mit Cannabis und anderen Betäubungsmitteln verbunden ist. Deutsche inländische Wertpapiere deren Hauptgeschäft direkt oder indirekt mit Cannabis oder anderen Betäubungsmitteln verbunden ist, sind jedoch weiterhin zugelassen.

Entscheidung kommt aus Luxemburg

Doch wie kommt es auf einmal zu dieser Entscheidung? Grund sind rechtliche Vorgaben aus Luxemburg. Die dortige Börsenaufsicht CSSF hat entschieden, den Handel mit Cannabis-Aktien als illegal anzusehen und deshalb einzustellen. In Luxemburg ist der Besitz und Konsum von Marihuana illegal. Auch der medizinische Einsatz von Cannabis, zum Beispiel bei Schmerzpatienten, ist anders als in Deutschland noch verboten, allerdings gibt es seitens der Regierung Überlegungen, den medizinischen Einsatz in Pilotprojekten zu testen. Die Einstufung von Cannabis als illegales Rauschmittel in Luxemburg setzt auch den Rahmen für den Aktienhandel in Deutschland.

Welche Cannabis-Aktien sind betroffen?

Clearstream Banking hat eine Reihe von Wertpapieren identifiziert, die von den Abwicklungsbeschränkungen betroffen wären. Diese Liste der betroffenen Wertpapiere ist nicht vollständig. Wenn Clearstream Banking andere Wertpapiere identifiziert, die die Kriterien erfüllen, wird es die Kunden entsprechend mit dem jeweiligen Datum der Beendigung der Dienstleistungen informieren.

Betroffen vom Aus an der Deutschen Börse sind derzeit 145 Unternehmen. Meist sind dies kanadische Unternehmen und bekannte Cannabis-Produzenten wir Aphria, Aurora, Canopy Growth Corp, Cronos Group, MedReleaf Corp oder GW Pharmaceuticals. Die gesamte Liste kann hier eingesehen werden.

Wertpapierhandel hat keine Auswirkung für Cannabispatienten

Cannabis-Patienten brauchen sich jedoch keine Sorgen machen. Nur weil die Aktien nicht mehr in Deutschland gehandelt werden, bedeutet dies noch lange nicht, dass die betroffenen Unternehmen nicht mehr in den deutschen Markt liefern. Sicherlich werden sich einige Firmen neu aufstellen und ihr Geschäftsmodell überdenken, dennoch ist davon auszugehen, dass die mit deutschen Firmen geschlossenen Verträge für die Lieferung von Cannabisblüten oder anderen cannabiniodhaltigen Medikamenten gewährleistet ist.

Quellen:

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