Neue klinische Studien könnten Kostenerstattung für Cannabis als Medizin durch Krankenkassen erleichtern

Verõffentlicht am: 2. August 2017

Geändert am: 30. November 2017

Neue klinische Studien könnten Kostenerstattung für Cannabis als Medizin durch Krankenkassen erleichtern

Der Mangel an handfesten Studien führt zu hohen Ablehnungsraten der Krankenkassen bei der Kostenerstattung von medizinischem Cannabis. Marla Luther, Geschäftsführerin der Tilray Deutschland GmbH, beschäftigt sich seit langem mit Studien zur Wirkung von Cannabis in Pharmaqualität. Bei diversen Symptomen konnte die Wirksamkeit von Cannabis bereits belegt werden. Derzeit werden weitere Studien zur Wirksamkeit von THC und CBD durchgeführt, weswegen die Kostenübernahme für Krankenkassen zeitnah erleichtert werden sollte.

Krankenkassen lehnen 60% der Anträge zur Kostenübernahme ab

Mehrere tausend schwerkranke Patienten haben seit dem 10. März Cannabis-Medizin durch ihre Ärzte verschrieben bekommen. Aber rund 60% der Anträge auf Kostenübernahmen sind bisher durch die jeweilig zuständigen Krankenkassen in Deutschland abgelehnt worden. Leafly.de berichtete.

Die Gründe dafür liegen nicht nur im Bereich der Bürokratie, sondern unter anderem auch an einem Mangel handfester Studien. In einigen Fällen wurden außerdem schwerwiegende Erkrankungen angeblich nicht ausreichend nachgewiesen oder es bestehen zusätzlich psychische Probleme, die einer Behandlung mit Medizinalhanf potenziell im Wege stehen.

Neue Studien sollen Abhilfe schaffen

Ein Ausweg aus der Misere könnten neue Studien sein, die offene Fragen der Krankenkassen nachhaltig beantworten. Tilray, in Deutschland mit Sitz in Berlin, ist ein international führender, GMP-zertifizierter Hersteller von medizinischem Cannabis in Pharmaqualität, der sich weltweit für die klinische Forschung stark macht. „Sicherlich sind weitere Forschungen nötig“, sagt Marla Luther, Geschäftsführerin der Tilray Deutschland GmbH.

Luther weiter: „Schon jetzt beobachten wir ein steigendes Evidenzniveau, sowohl aus Einzelfällen als auch aus klinischen Studien, das sowohl die Sicherheit als auch eine gute Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei verschiedenen Indikationen zeigt. Beispiele sind chronischer Schmerz, die Palliativmedizin, oder Epilepsie. Tilray hat eine Übersicht über diese Studien angefertigt und geht davon aus, dass schwerkranke Patienten von einem Zugang zu diesen Wirkstoffen profitieren können.“

CBD und THC im Fokus weiterer Studien

Tilray arbeitet weltweit mit mehreren Universitäten und Krankenhäusern an klinischen Studien zu Cannabinoiden. „Wir unterstützen derzeit mehrere Studien, um den Nachweis der Wirksamkeit von unterschiedlichen Wirkstoffenkombinationen von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) in verschiedenen Indikationen zu liefern“, sagt Dr. Catherine Jacobson, Leiterin Klinische Forschung bei Tilray Kanada.

Zu den jüngsten Projekten gehört eine Zusammenarbeit mit dem McGill University Health Centre in Montreal. In einer Phase-II-Studie überprüfen die Forscher derzeit, inwiefern verdampftes Cannabis die teils schweren Symptome von Patienten mit COPD, einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, lindern kann.

In absehbarer Zeit könnte so das Problem des Evidenzmangels bei der Wirksamkeit von Cannabis-Medizin gelöst werden und Krankenkassen so effektiv die Kostenübernahme erleichtert werden.

Quellen:

Finanzen.net

Tilray Deutschland

 

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