Kopfschmerztag: Zahlen, Fakten, Behandlungsoptionen

Ein jeder hat in seinem Leben schon mal Kopfschmerzen gehabt. Viele Betroffene leiden jedoch unter chronischen, immer wiederkehrenden Kopfschmerzen, die das alltägliche Leben stark einschränken können. Am heutigen Kopfschmerztag bringen wir dieses häufige Beschwerdebild in den Fokus der Öffentlichkeit und klären darüber auf, wie Medizinalcannabis eine ergänzende Behandlungsoption sein kann.

Kopfschmerztag: Zahlen, Fakten, Behandlungsoptionen

Jedes Jahr am 5. September wird der Kopfschmerztag begangen. Dieser wurde unter anderem von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) sowie des Bundesverbandes Deutsche Schmerzhilfe e. V. ins Leben gerufen. Denn in Deutschland gehören Kopfschmerzen und Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Das bedeutet, dass man hier schon von einer „Volkskrankheit“ spricht.

Kopfschmerztag: Fakten und Zahlen

Laut Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) leiden in Deutschland ungefähr drei Millionen Erwachsene unter Kopfschmerzen (Stand: 2017). Von diesem drei Millionen Betroffenen leiden 30 Prozent täglich und 70 Prozent unter chronischen Kopfschmerzen. Dabei sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Weiter gibt die Fachgesellschaft an, dass etwa zehn Prozent der Erwachsenen unter einer Migräne leiden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab im Jahr 2011 bekannt, dass Kopfschmerzen zu ungefähr 190 Millionen Fehltagen in Europa geführt haben. Für die Arbeitswelt bedeutet dies ein Verlust von etwa 155 Milliarden Euro.

Kopfschmerztag: Welchen therapeutischen Nutzen hat Medizinalcannabis?

In der Vergangenheit haben wir schon öfter über verschiedene Kopfschmerzarten, deren Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten berichtet. Verschiedene Studien liefern Hinweise darauf, dass cannabisbasierte Arzneimittel und medizinische Cannabisblüten bei chronischen Kopfschmerzen hilfreich sein könnten.

Das Endocannabinoid-System ist an der Schmerzverarbeitung beteiligt. Forscher vermuten, dass ein Ungleichgewicht in diesem System eine Ursache von Schmerzen sein könnte. Die Phytocannabinoide aus der Cannabispflanze könnten daher dabei helfen, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

Cluster-Kopfschmerzen und Medizinalcannabis

Die Cluster-Kopfschmerzen sind eine sehr häufig auftretende Kopfschmerzart. Verschiedene Fallberichte haben gezeigt, dass Medizinalcannabis eine Schmerzlinderung herbeiführen kann. Allerdings haben auch einige Patienten berichtet, dass die Cluster-Kopfschmerzattacken schlimmer wurden. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass sich die Blutgefäße nach der Verwendung von Cannabis zusammenziehen können. Infolge dessen steigt der Blutdruck.

Bisher ist noch nicht geklärt, warum Medizinalcannabis bei einigen Patienten schmerzlindernd wirkt und bei anderen die Schmerzen verschlimmert.

Migräne und Medizinalcannabis

Die genauen Ursachen einer Migräne sind noch nicht geklärt. Jedoch ist auch hier das Endocannabinoid-System in den Mittelpunkt der Forschung gerückt. So vermuten Forscher, dass ein Mangel an körpereigenen Cannabinoiden (Endocannabinoiden) mitverantwortlich für die Entstehung einer Migräne sein könnte.

Eine wichtige Rolle scheint hier das Anandamid zu sein, das vom Körper je nach Bedarf produziert wird. Wenn der Körper ausreichend Anandamid produziert hat, erfolgt der Abbau durch das FAAH Enzym. Bei einigen Migräne-Patienten konnten Forscher feststellen, dass ihr Anandamid-Spiegel niedrig war. Wie dieser Anandamid-Mangel zustande kommt, ist noch unklar.

Fazit

Generell ist die Evidenz für eine Behandlung mit cannabisbasierten Arzneimitteln und medizinischen Cannabisblüten bei Kopfschmerzen und Migräne noch mangelhaft, da kaum klinische Studien existieren. Hingegen zeigen zahlreiche Patientenbeobachtungen, dass Medizinalcannabis eine gute Wirksamkeit besitzen kann.

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