2019 knapp 3,7 Prozent mehr Geld für Arzneimittel
Medikamente und Hilfsmittel werden die Krankenkassen im nächsten Jahr 3,7 Prozent mehr Geld kosten als 2018. Das sehen die Rahmenvorgaben Arznei- und Hilfsmittel vor. Diese legen der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jedes Jahr gemeinsam neu fest. Für Hilfsmittel werden 0,8 Prozent mehr Geld als Ausgaben eingeplant. Hilfsmittel sind beispielsweise Physiotherapie, Inkontinenzvorlagen oder Vaporisatoren.
Mehr Geld für Onkologie und Cannabis als Medizin
Laut Ärztevereinigung ist einer der Gründe für die erwarteten Mehrausgaben die höheren Kosten für neue, innovative Arzneimittel in der Krebstherapie. Krebspatienten würden immer häufiger ambulant in Arztpraxen statt im Krankenhaus behandelt, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung.
Aber auch die Kosten für Cannabis als Medizin sorgen für höhere Ausgaben bei den Krankenkassen. Der GKV-Spitzenverband teilte bereits im August auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes mit, dass die Ausgaben für Cannabis als Medizin rasant ansteigen. (Leafly.de berichtete.) Während die Kassen im Juni 2017 noch 2,31 Millionen Euro für Cannabis-Produkte bezahlt haben, lagen die Kosten im Monat April 2018 bei etwa 5,36 Millionen Euro.
Cannabisblüten werden inzwischen am häufigsten von Ärzten verschrieben. Und hier lag auch mit Abstand die größte Kostensteigerung: Der Bruttoumsatz hat sich zwischen Juni 2017 und April 2018 mehr als verfünffacht – von fast 412.000 Euro pro Monat auf 2,33 Millionen Euro.
Höhere Ausgaben der Krankenkassen sollen bessere Gesundheitsversorgung garantieren
Die höheren Ausgaben der Krankenkassen sollen dazu dienen, dass schwer kranke Menschen von medizinischen Innovationen und alternativen Therapieoptionen profitieren.
«Mit der Erhöhung des Ausgabenvolumens ist eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um Patienten mit neuen Therapieoptionen zu versorgen», erklärte der stellvertretende KBV-Vorsitzende Stephan Hofmeister.
Die Mehrausgaben für Hilfsmittel erwarten die Vertreter von Ärzten und Kassen als Folge der Einführung der sogenannten Blankoverordnung. Diese Regelung aus dem Jahr 2017 sieht vor, dass ein Arzt seinem Patienten ein Blankorezept ausstellt. Das Rezept reicht der Patient an Heilmittelerbringer – wie beispielsweise Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden – weiter. Die Heilmittelerbringer entscheiden dann selbstständig über Art und Dauer der Therapie.
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