Kreuzschmerzen bei Fibromyalgie: Neue Studie

Autor: Alexandra Latour

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Pharmazeutisches Cannabis kann bei Patienten, die unter Fibromyalgie-bedingten Kreuzschmerzen leiden, hilfreich sein. Zu diesem Schluss sind jetzt israelische Forscher gekommen.

Kreuzschmerzen bei Fibromyalgie: Neue Studie

Das Fibromyalgie-Syndrom geht mit verschiedenen Krankheitssymptomen einher. Die häufigsten Symptome treten in Form von Muskel- und Bindegewebsschmerzen, Kreuzschmerzen und schmerzhafte Muskelverspannungen auf. Hinzu kommen Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Antriebsschwäche.

Schätzungen zufolge, leiden in Deutschland etwa zwei Prozent der Bevölkerung an Fibromyalgie. Obwohl diese Erkrankung häufig auftritt, wird sie nur selten diagnostiziert, da sie selbst unter Fachmedizinern kaum bekannt ist. Problematisch ist zudem bei der Diagnose, dass Betroffene an einer großen Vielfalt von Symptomen leiden, was viele Mediziner zuerst an andere Krankheiten denken lässt.

Cannabis gegen Fibromyalgie-bedingte Kreuzschmerzen

Am Hasharon Hospital in Israel führten Forscher eine Cross-over-Studie mit insgesamt 31 Fibromyalgie-Patienten durch, die an Kreuzschmerzen litten. Zunächst mussten sich die Patienten einem Screening unterziehen und begannen dann die dreimonatige Therapie mit Opioiden und Duloxetin (selektiver Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer). Nach Ablauf der Therapie konnten sich die Probanden für eine zusätzliche Therapie mit Cannabis entscheiden. Diejenigen, die sich für die Cannabistherapie entschieden, erhielten mindestens sechs Monate lang Cannabis.

Im Ergebnis heißt es, dass die zusätzliche Gabe von Cannabis die Kreuzschmerzen signifikant verbesserte. Diese Verbesserung blieb auch noch nach sechs Monaten bestehen. Deshalb schlussfolgern die Forscher, dass pharmazeutisches Cannabis bei Fibromyalgie-Patienten mit Kreuzschmerzen im Vergleich zur Standardtherapie Vorteile zeigte.

Wie wirkt Cannabis bei dem Fibromyalgie-Syndrom?

Die Cannabinoide aus der Cannabispflanze wirken auf das (körpereigene) Endocannabinoid-System, ein wichtiger Teil des Nervensystems. Dank der immer weiter geführten Forschungen ist mittlerweile bekannt, dass das Endocannabinoid-System an vielen Prozessen und Regulationen im Körper beteiligt ist. Liegt ein Mangel an den (körpereigenen) Endocannabinoiden vor, so kann sich Symptome in Form von chronischen Schmerzen, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Darm- und Blasenprobleme sowie depressive Verstimmungen äußern. All diese Beschwerden können auch beim Fibromyalgie-Syndrom auftreten. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass das Syndrom möglicherweise eine Erkrankung des Endocannabinoid-Systems sein könnte. Beweise hierfür existieren jedoch aktuell noch nicht. Dennoch kann sich Cannabis als Medizin günstig auf die im Rahmen der Erkrankung auftretenden Beschwerden auswirken.

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