Luxemburg: Schwerkranke sollen zukünftig medizinisches Cannabis erhalten

Autor: Alexandra Latour

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Ärzte in Luxemburg können schwerkranken Patienten in Zukunft medizinisches Cannabis verschreiben. Zumindest hat der Regierungsrat jetzt dem Gesundheitsministerium die Zustimmung erteilt, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu verfassen. Premierminister Xavier Bettel erklärte hierzu in einem Pressebriefing, dass „therapeutische Cannabis-Produkte in Ausnahmesituationen zum Einsatz kommen sollen“.

Luxemburg: Schwerkranke sollen zukünftig medizinisches Cannabis erhalten

Jean Colombera, ehemaliger ADR-Abgeordnete in Luxemburg, war im Jahr 2012 seiner Zeit voraus und musste sich vor Gericht verantworten, weil er Rezepte mit Cannabispräparaten an seine schwerkranken Patienten ausgestellt hatte. Heute, fünf Jahre später, hat die blau-rot-grüne Koalition eingewilligt, Medizinalhanf zuzulassen.

Ärzte in Luxemburg können schwerkranken Patienten in Zukunft medizinisches Cannabis verschreiben. Zumindest hat der Regierungsrat jetzt dem Gesundheitsministerium die Zustimmung erteilt, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu verfassen. Premierminister Xavier Bettel erklärte hierzu in einem Pressebriefing, dass „therapeutische Cannabis-Produkte in Ausnahmesituationen zum Einsatz kommen sollen“.

Weiter erklärte Bettel, dass man den bestehenden Bedarf an medizinischem Cannabis für schwerkranke Patienten wahrgenommen habe und dass man wisse, dass die europäischen Nachbarländer wie Deutschland, Italien, Tschechien und die Niederlande bereits Erfahrungen mit Medizinalhanf machen konnten. Bettel betonte aber auch, dass „Cannabis kein Heilmittel“ sei, jedoch Schmerzen bei chronischen Krankheiten und die Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie lindern könne.

In den kommenden Wochen werden die Einzelheiten von der Gesundheitsministerin Lydia Mutsch bekannt gegeben. Jedoch soll es nach den Angaben von Xavier Bettel „strikte Vorschriften“ für die Verschreibung von medizinischem Cannabis geben. So soll die Nutzung des Medizinalhanfs durch ein zentrales Gremium überwacht werden. Zudem sollen therapeutische Cannabis-Produkte nur in Apotheken und Krankenhäusern erhältlich sein. Auch nicht jeder Arzt wird in Luxemburg medizinisches Cannabis verschreiben können. Vorgesehen ist, dass nur Krebsärzte, Neurologen und Internisten ihre Patienten mit Medizinalhanf versorgen dürfen.

Cannabis wurde in Luxemburg bisher vor allem als Droge und Rauschmittel betrachtet. Nur wenige Medikamente, wie beispielsweise Sativex, das gegen Anfälle bei einer Multiplen-Sklerose-Erkrankung eingesetzt wird, sind bisher in Luxemburg erlaubt.

Quelle:

http://www.lessentiel.lu/de/luxemburg/story/Luxemburg-erlaubt-medizinisches-Cannabis-20657913

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