Magdeburg plant Modellprojekt

Autor: Leafly Redaktion

Verõffentlicht am: 6. März 2018

Geändert am: 7. März 2018

Es tut sich was in Magdeburg. In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt macht die Linksfraktion im Stadtrat ordentlich Druck. Sie fordern die Eröffnung einer Ausgabestelle für legales Cannabis als Modellprojekt. Hiervon könnte die Stadt profitieren, die einen Zuwachs an Drogendelikten, vor allem im Bereich Cannabis, verzeichnet.

Magdeburg plant Modellprojekt

Die Polizei in Magdeburg verzeichnet eine in den vergangenen Jahren stetig steigende Zahl festgestellter Cannabis-Delikte (291 im Jahr 2014, 414 im Jahr 2017). Von 79 auf 88 gestiegen ist im selben Zeitraum auch die Zahl der registrieren Fälle unerlaubten Handels. Cannabis-Delikte machten 2017 mehr als die Hälfte (52,7 Prozent) aller festgestellten Drogendelikte in Magdeburg aus.

Bekommt Magdeburg einen legalen Cannabis-Laden?

Die Fraktion Linke/future! im Magdeburger Stadtrat forderte den Oberbürgermeister auf, die Einrichtung als Modellprojekt zur Legalisierung von Cannabis zu prüfen. Der Stadtrat hat den Antrag auf seiner Sitzung am 26. Februar 2018 zur weiteren Diskussion in die Fachausschüsse verwiesen. In gemeinsamer Sitzung sollen Sozial- und Rechtsausschuss eine Anhörung zum Thema abhalten. Auf die Ergebnisse darf man wohl noch einige Zeit warten.

„Wir wollen ein politisches Signal setzen, dass der Weg der Kriminalisierung gescheitert ist“, sagt Linke-Rat Dennis Jannack.

Jannack gehört zu den Initiatoren des Antrages, die allesamt zur jüngeren Garde der Linksfraktion im Rat zählen. Eine Mehrheit der Fraktion trage das Anliegen aber mit, gibt Fraktionschef Oliver Müller zu Protokoll. Er selbst enthielt sich in der internen Vorabstimmung.

Deutschland und seine Modellprojekte

Der Linkevorstoß im Stadtrat Magdeburg steht in einer Reihe mit ähnlichen Aktionen in anderen Kommunen (Berlin, Münster, Düsseldorf), die Anträge auf die Einrichtung von Abgabestellen beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gestellt haben bzw. solche erwägen. Bisher hatte noch keine solche Initiative Erfolg. In Düsseldorf ist nun auch noch die Universität als wissenschaftlicher Partner abgesprungen.

Einzig die Stadt Frankfurt hat ihr großes Leuchtturm-Projekt in Sachen Cannabis als Medizin in die Tat umgesetzt. Am 1. März 2018 startete das Projekt.

Sachsen-Anhalt ist Vorreiter in Sachen Cannabisforschung

Die Hochschule Merseburg steigt mit ihren Planungen zu einem Cannabis-Forschungsinstitut in die nächste Runde ein: Ende November 2017 fand das erste Treffen von Experten verschiedener Fachrichtungen statt. Wenn das Projekt realisiert wird, wäre Merseburg ein Vorreiter in Deutschland. Die Wissenschaftler der Hochschule Merseburg in Sachsen-Anhalt wollen ihre Universität zu einem Wegbereiter der Cannabisforschung in Deutschland machen. Initiatorin des Vorhabens ist Dr. Gundula Barsch, Professorin an der Hochschule Merseburg und Expertin auf dem Gebiet der Drogenforschung.

 

Quelle:
https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/drogen-magdeburg-prueft-legalen-cannabis-laden

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