Mauritius: Debatte über Medizinalcannabis

Im Inselstaat Mauritius entbrannte jetzt eine Debatte über die Freigabe von Medizinalcannabis. Die Politiker Navin Ramgoolam und Xavier-Luc Duval haben sich bereits die Durchsetzung der Freigabe auf die Fahne geschrieben. Kritiker behaupten hingegen, dass diese Politiker mit ihrem Vorhaben lediglich auf Wählerfang sind.

Mauritius: Debatte über Medizinalcannabis

Der Gesundheitsminister von Mauritius Anwar Husnoo erklärte laut einem Medienbericht, dass die Regierung nicht beabsichtige, Medizinalcannabis freizugeben, bis die UN-Kommission für Suchtstoffe die Empfehlungen von Experten der Weltgesundheitsorganisation zur Drogenabhängigkeit gebilligt hat. Die Kommission tritt jedoch erst im März 2020 zusammen. In der Zwischenzeit solle man laut Husnoo daran denken, dass „der Konsum von Cannabis psychische Probleme verursachen kann“.

„Ich sage nicht, dass wir Cannabis rauchen müssen, um Patienten zu behandeln, aber ich schlage die Verwendung von Cannabis-Derivaten vor, um bestimmte Krankheiten zu behandeln. Ich verlasse mich auf den Rat der Experten. Sie sind keine Politiker. Mehrere Länder verwenden bereits Medizinalcannabis“, führte Xavier-Luc Duval aus.

Der Labour Party-Abgeordnete Arvin Boolell stimmte Xavier-Luc Duval zu und führte aus, dass es ein Kampf sei, den er seit drei Jahren kämpfe.

„Es hat nichts mit Politik zu tun. Diejenigen, die sich unserer Idee widersetzen, machen Politik. Natürlich braucht man eine strenge Kontrolle, wie es bei vielen Medikamenten der Fall ist, die derzeit auf dem lokalen Markt sind“, so Boolell.

Ehemalige Präsidentin von Mauritius äußert sich zur Debatte

Die ehemalige Präsidentin von Mauritius Ameenah Gurib-Fakim äußerte sich über Facebook zu der Debatte. Es gebe mehrere Cannabissorten, deren Derivate insbesondere in der pharmazeutischen Industrie auf der ganzen Welt verwendet werden, so Gurib-Fakim. Weiter führte sie aus, dass Patienten in mehreren Bundesstaaten der USA Cannabisöl verwenden dürfen.

„Die Wissenschaft ist bereit, Cannabis-Derivate zu validieren oder zu testen, aber auf Mauritius ist dies unmöglich. Niemand wird es wagen, diese Forschung wegen des Gesetzes zu betreiben“, führte sie weiter aus.

Freigabe von Medizinalcannabis ist ein politischer Kampf

Danny Philippe von der Collectif Urgence Toxida erklärte, dass der Konsum von Medizinalcannabis zunächst ein politischer Kampf sein muss.

„Es sind die Politiker, die Entscheidungsträger, die das Gesetz ändern. Am Ende werden es jedoch die Patienten sein, die unabhängig von den Auswirkungen auf die Politik profitieren“, so Philippe.

Gleichzeitig bedauere er, dass die Regierung von Mauritius bis 2020 warten möchte.

„In der Zwischenzeit werden viele Patienten leiden oder sogar sterben. Die anderen Länder haben nicht gewartet“, erklärte Philippe weiter.

Hingegen bedauert Imran Dhanoo, Direktor des Idrice Goomany Centers, dass die Politik mehr Zeit für die Diskussion über den Konsum von Medizinalcannabis als für die Rehabilitation von Drogenkonsumenten aufbringt. Weiter stellte er die Frage, welche Vorschläge es gebe, um synthetische Drogen auszurotten.

Zu einem einvernehmlichen Konsens sind die Politiker laut dem Bericht nicht gekommen. Somit müssen viele Patienten auf Mauritius vermutlich noch bis zum Jahr 2020 auf die Empfehlungen der UN-Kommission warten. Und ob dann Medizinalcannabis auf Mauritius freigegeben wird, ist noch unklar.

 

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