Medizinalhanf kann opioidsparenden Effekt haben

Opioide sind starke Schmerzmittel und werden häufig bei therapieresistenten Schmerzen eingesetzt. Dass Medizinalhanf einen opioidsparenden Effekt haben kann, zeigt nun erneut eine aktuelle Studie aus den USA.

Medizinalhanf kann opioidsparenden Effekt haben

Forscher des Health East St Joseph’s Hospital in AnnArbor, Michigin, haben jetzt die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlicht. Einleitend heißt es, dass die derzeitige Evidenz zum Nutzen von Cannabisprodukten bei chronischen Schmerzen eher gering sei. So hätten die meist kleinen Studien gemischte Ergebnisse erbracht. Eine Studie aus dem Jahr 2016 hätte jedoch gezeigt, dass Patienten mit therapieresistenten Schmerzen von Medizinalhanf profitieren könnten. Bei der Auswertung von Patientenakten ihrer Klinik in Michigan fanden die Forscher nun Hinweise auf einen opioidsparenden Effekt.

Die Mediziner werteten 6-Monats-Daten von insgesamt 77 Patienten aus mit verschiedenen Schmerzursachen, die am Minnesota Medical Cannabis-Programm teilnahmen. Alle Patienten litten unter therapieresistenten Schmerzen und erhielten durchschnittlich 105 Milligramm Morphin-Äquivalente pro Tag. Neun Patienten bekamen zusätzlich ein Benzodiazepin. Dennoch gaben die Patienten ihre Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 mit durchschnittlich 6,3 an.

Verwendung von Cannabis zeigt opioidsparenden Effekt

Die Patienten erhielten verschiedene Cannabisprodukte. In der Regel besaßen diese einen hohen THC-Gehalt und entweder einen niedrigeren oder gleich hohen CBD-Gehalt. Nach drei und nach sechs Monaten war eine durchschnittliche Reduktion der Morphin-Äquivalente um 32,5 und 39,1 Milligramm zu verzeichnen. Hingegen war die Reduktion der Benzodiazepine nicht signifikant. Interessant war auch, dass der Schmerz-Score bis zur letzten Cannabisausgabe auf einen Wert von 6,6 leicht angestiegen war.

„Die Resultate generieren Evidenz für einen opioidsparenden Effekt von Cannabis, wenn es strukturiert und standardisiert eingesetzt wird“, so die Interpretation der Studienautoren.

Die leichte Zunahme der Schmerzen deuteten die Forscher als mögliches Hyperalgesie-Phänomen. Dieses kann bei langfristiger Opioidtherapie infolge einer Dosisreduktion auftreten. Weiter heißt es zudem, dass weitere prospektive Studien erforderlich seien, um den beobachteten Nutzen bestätigen zu können.

Weniger Opioid-Verschreibungen dank Cannabis

In den USA haben viele Bundesstaaten Cannabis für medizinische und freizeitbezogene Zwecke legalisiert. Bereits im vergangenen Jahr erklärten die Forscher der University of Georgia im Rahmen ihrer Studie, dass die Opioid-Verschreibungen aufgrund der Legalisierung zurückgegangen sind.

„Diese Ergebnisse bekräftigen die Argumente für eine medizinische Anwendung von Cannabis als ein politisches Werkzeug, mit dem der Schaden von verschreibungspflichtigen Opioiden verringert werden kann“, erklärten die Forscher.

Opioide und Medizinalcannabis: Hier erfahren Sie mehr.

 

 

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