USA: Medizinalhanf könnte Opioid-Epidemie eindämmen

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 6. April 2018

Geändert am: 9. April 2018

Die Cannabis-Legalisierung in vielen US-Bundesstaaten hat verschiedene positive Effekte. Aktuelle Studien belegen, dass pharmazeutisches Cannabis die aktuelle Opioid-Epidemie in den USA bekämpfen könnte.

USA: Medizinalhanf könnte Opioid-Epidemie eindämmen

Mehrere US-Bundesstaaten haben Cannabis bereits vollständig legalisiert. Viele Studien belegen dabei die positiven Effekte der Legalisierung. Nicht nur die Anzahl der Gewalttaten ist in diesen Bundesstaaten zurückgegangen, sondern auch die Anzahl der Verkehrstoten. Mit der Cannabis-Legalisierung gehen aber noch weitere Vorteile einher.

Aktuelle Studien: Cannabis-Legalisierung sorgt für weniger Opioid-Verschreibungen

Forscher der University of Kentucky gaben jetzt die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie bekannt: Infolge der Cannabis-Legalisierung benötigen Patienten weniger Opioide.

„Die Cannabis-Liberalisierung könnte als Bestandteil eines umfassenden Pakets zur Bekämpfung der Opioid-Epidemie dienen“, so die Forscher.

Zu dem gleichen Ergebnisse kommen auch die Forscher von der University of Georgia. Diese stellten einen Rückgang der täglichen Opioid-Dosen um 8,5 Prozent fest. In US-Bundesstaaten, in denen Cannabis-Apotheken erlaubt sind, wurde sogar ein Rückgang von 14,4 Prozent verzeichnet.

„Diese Ergebnisse bekräftigen die Argumente für eine medizinische Anwendung von Cannabis als ein politisches Werkzeug, mit dem der Schaden von verschreibungspflichtigen Opioiden verringert werden kann“, folgern die Autoren der Studie.

Demnach könnte die Regulierung von pharmazeutischem Cannabis ein Weg sein, um die Verschreibungszahlen von Opioiden stark zu verringern.

Cannabis als Medizin zur Linderung von Schmerzen

Die beiden Studien sind die neuesten in einer langen Forschungsreihe, die zeigen, dass die Verfügbarkeit von Cannabis mit verminderter Verwendung von Opiaten und Missbrauch verbunden ist.

Es besteht weitgehende Einigkeit zwischen Ärzten und Gesundheitsexperten, dass Cannabis chronische Schmerzen wirksam behandeln kann. Häufig werden Schmerzen mit starken Opioid- und Opiat-Medikamenten behandelt, obwohl wenige Beweise dafür vorliegen, dass diese tatsächlich wirksam sind.

Die Autoren der beiden Studien führen aus, dass Cannabis eine Alternative ist, die mit einem niedrigen Suchtrisiko einhergeht. Außerdem bestehe praktisch kein Risiko einer Überdosierung. Hingegen weisen Opioide und Opiate ein deutlich höheres Suchtpotenzial und negative Begleiterscheinungen auf. So können Schmerzmedikamente unter anderem verheerende Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben.

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Quellen:

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