Ärzte, Apotheker und Pflegepersonal

Wir heißen Sie willkommen auf dem medizinischen Wissensportal rund um das Thema Cannabis als Medizin. Auf Leafly.de erhalten Sie Informationen zur korrekten Anwendung der betäubungsmittel- rechtlichen Regelungen bei der Verschreibung von Cannabisarznei- mitteln auf Rezept sowie deren Abgabe in Apotheken, wie dieses vom BfarM vorgeben sind. Zudem erhalten Sie Informationen zu Produkten und Empfehlungen zur therapeutischen Anwendung von Cannabis- arzneimitteln. Neuigkeiten und Antworten zu arzneimittelrechtlichen Fragen bezüglich der Versorgung der Apotheken mit den derzeit zugelassenen Cannabisarzneimitteln sind ebenfalls Bestandteil des Portals.

Hilfreiche Artikel

Welche Cannabismedikamente sind in Deutschland legal? Der Leafly.de Überblick

Welche Cannabismedikamente sind in Deutschland legal? Der Leafly.de Überblick

Verschreibungspflichtige Cannabismedikamente, die in Deutschland erhältlich sind         Cannabisblüten verschiedener Importeure         Canemes-Tabletten (Wirkstoff: Nabilon)         Sativex Mundspray (Wirkstoff: Naxibimol)         Dronabinol (THC-Öl)         Cannabis-Vollspektrum-Extrakte Tilray THC25 und THC10:CBD10 Cannabissorten, Cannabisblüten Wir möchten zunächst auf die medizinischen Cannabissorten eingehen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Cannabisagentur eingerichtet, die den staatlich kontrollierten Cannabisanbau in Deutschland überwachsen soll. Jedoch ist vor den Jahren 2019/2020 nicht damit zu rechnen, dass Cannabisblüten auf den Markt kommen, weshalb diese von verschiedenen Unternehmen nach Deutschland importiert werden müssen. Abgegeben werden die Cannabisblüten in den Apotheken in Dosen von 5 oder 10 Gramm. Folgende Cannabissorten sind erhältlich: Cannabissorte THC-Gehalt mehr…

Cannabis im Studium: Sollten Studenten mehr über Medizinalhanf lernen?

Cannabis im Studium: Sollten Studenten mehr über Medizinalhanf lernen?

Seit März 2017 kann Cannabis als Medizin von Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden. Viele Schwerkranke haben lange darauf gewartet und wünschen sich eine Cannabisbehandlung. Allerdings kennen sich die meisten Mediziner beim Thema Cannabis nicht aus. Woher auch? Vor März 2017 könnten Betroffene Medizinalhanf nur mit einer Ausnahmeregelung erhalten. Daher spielte Cannabis bisher im Medizinstudium sowie bei ärztlichen Weiter- und Fortbildungen praktisch keine Rolle. Das Gleiche gilt auch für andere medizinische Berufe: Apotheker, PTAs, MTAs sowie Krankenschwestern und Pfleger lernen bisher in ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium kaum etwas über Cannabis als Medizin. Amerikanische Studie zum Thema Cannabis im Medizinstudium Eine mehr…

Cannabis als Medizin bei überaktiver Blase (OAB) oder Reizblase

Cannabis als Medizin bei überaktiver Blase (OAB) oder Reizblase

Die überaktive Blase (Overactive Bladder – OAB) wird allgemein hin auch als Reizblase bezeichnet. Mediziner sprechen hingegen von einem Urethralsyndrom. Hierbei handelt es sich um eine Störung der Blasenfunktion. Die Blase dient als Sammelbecken für den vom Harnleiter und den Nieren gefilterten Urin. An Urin kann die Blase aufgrund ihrer Dehnbarkeit bis zu 500 Milliliter fassen. Bei ungefähr 300 Milliliter sendet die Blase dem Gehirn das Signal, dass bald eine Blasenentleerung notwendig ist. Beim Wasserlassen zieht sich Wand der Blase, die sehr muskulös ist, zusammen. Patienten mit einer überaktiven Blase verspüren einen ständigen Harndrang bzw. wesentlich häufiger als nötig ist. mehr…

Cannabinoide bei Depressionen

Cannabinoide bei Depressionen

Fördern oder lindern Cannabinoide Depressionen? Um den Cannabiskonsum ranken sich seit Jahrzehnten viele Mythen und Halbwahrheiten. Auch die medizinische Forschung der letzten Jahre hat daran wenig geändert. So gibt es noch verbreitet die Auffassung, dass Cannabiskonsum das Risiko für Depressionen (und andere psychische Erkrankungen) erhöhe. Andererseits werden einigen Cannabinoiden antidepressive Wirkungen zugeschrieben. Was ist nun richtig? Als relativ gesichert gilt, dass Cannabis bei psychisch labilen Menschen Psychosen begünstigen kann. Auch eine Reihe anderer psychischer Störungen sind mit dem Konsum von Cannabis in Verbindung gebracht worden. Bisher sind sich die Wissenschaftler aber uneins darüber, ob die psychische Störung zum Kiffen “verleitet” mehr…

Reisen mit Cannabis als Medizin. Ein Leitfaden.

Reisen mit Cannabis als Medizin. Ein Leitfaden.

Obwohl immer mehr europäische Länder die Gesetze zur Verwendung von Medizinalhanf verabschieden, ist die Gesetzgebung noch uneinheitlich. Und da Cannabis als Medizin nicht in die klassische Reiseapotheke gehört, sollten Patienten, sie sich mit ihren cannabinoidhaltigen Arzneimitteln auf Reisen begeben, verschiedene Dinge beachten. Innerhalb Deutschlands empfiehlt es sich den sog. Cannabisausweis (gibt es bereits von mehreren Anbietern) und eine Bescheiniung des behandelnden Arztes im Gepäck zu haben. Medizinalhanf – Gesetze für den Schengenraum und die EU Der Schengenraum dürfte vielen ein Begriff sein. Hierzu gehören alle Länder der Europäischen Union, außer Großbritannien, Zypern und Irland. Länder des Schengenraumes: Belgien Dänemark Deutschland mehr…

Cannabis ist nach wie vor Droge Nummer Eins in Deutschland: Grüne fordern neue Drogenpolitik

Cannabis ist nach wie vor Droge Nummer Eins in Deutschland: Grüne fordern neue Drogenpolitik

Cannabis ist unverändert die am häufigsten konsumierte illegale Droge bei Jugendlichen wie Erwachsenen in Deutschland. Unter den 12- bis 17-Jährigen gaben 7,3 Prozent an, in den letzten 12 Monaten wenigstens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Bei den 18- bis 64-Jährigen waren es 6,1 Prozent. Über die letzten 25 Jahre hinweg zeigt der Cannabiskonsum in der Bevölkerung einen insgesamt zunehmenden Trend. Der Jahresbericht der Bundesregierung zur Drogensituation in Deutschland – früher bekannt unter dem Namen „REITOX-Bericht“ – ist das Standardwerk zur Situation illegaler Drogen. Er wird jährlich durch die Deutsche Drogenbeobachtungsstelle als Beitrag zum Europäischen Drogenbericht verfasst. Dr. Kirsten Kappert-Gonther von mehr…

Erstes Cannabis-Institut in Merseburg geplant

Erstes Cannabis-Institut in Merseburg geplant

Interdisziplinäres Forschen zu Cannabis in Merseburg – Vorbild Kalifornien Dr. Gundula Barsch, Professorin an der Hochschule Merseburg in Sachsen-Anhalt, hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Sie will ein interdisziplinäres Cannabis-Forschungsinstitut ins Leben rufen – das erste seiner Art in Deutschland. Um dieses Projekt voranzutreiben, haben sich Ende November Experten aus Wissenschaft, Forschung und Entwicklung aus Sachsen-Anhalt und angrenzenden Regionen zu einem Kick-off-Meeting zusammengefunden. Vorbild des geplanten Cannabisinstituts ist das HiiMR, Humboldt Institute for Interdisciplinary Marihuana Research, in Arcata (Kalifornien). Professorin Dr. Barsch, die Expertin auf dem dem Gebiet der Drogenforschung ist, verbrachte hier ein Forschungssemester. Aber auch Neugründungen wie das mehr…

Weltgesundheitsorganisation WHO gibt grünes Licht für Cannabidiol CBD

Weltgesundheitsorganisation WHO gibt grünes Licht für Cannabidiol CBD

Die WHO entschied, dass internationale Verbote gegen reines Cannabidiol nicht gerechtfertigt sind, da sie keine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen. Der Sachverständigenausschuss kam im November 2017 zusammen, um mehrere psychoaktive Substanzen zu bewerten. Ein vollständiger Überblick über Cannabidiol, von dem man annimmt, dass es medizinisch genutzt wird, wurde auf Mai 2018 verschoben. Dann werden auch CBD-Extrakte unter die Lupe genommen. Leafly.de berichtete. Aufgrund des zunehmenden weltweiten Interesses, Cannabis und seine Wirkstoffe (Cannabinoide) als Medizinprodukte zu verwenden, hat die WHO damit begonnen, wissenschaftliche Beweise zu sammeln, um zu entscheiden, ob diese Substanzen unter internationale Kontrolle gestellt werden sollen. Der Novemberausschussbericht mehr…

Fragen und Antworten

Q:

Welche Ärzte dürfen cannabinoidenhaltige Arzneimittel verordnen?

A:

Generell dürfen alle niedergelassenen Ärzte, die eine BtM-Zulassung haben, diese Arzneimittel verordnen. Hiervon ausgenommen sind jedoch Zahnärzte und Tierärzte. Dies ist so auch im Gesetz festgeschrieben.

Q:

Was muss ich als Arzt vor der ersten Verschreibung eines Cannabisarzneimittels beachtet?

A:

Vor einer ersten Verschreibung von cannabishaltigen Arzneimitteln ist in jedem Fall ein Antrag auf Genehmigung der Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu stellen. Außerdem sind die Patienten immer über die Durchführung der Begleiterhebung des BfArM zu informieren.

Q:

Wie verschreibe ich als Arzt Cannabisarzneimittel richtig?

A:

Cannabisarzneimittel müssen grundsätzlich auf einem Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Hierbei sind die Dosierung, Sorten und der THC Gehalt anzugeben. Bei einer Überschreitung der vorgegebenen gesetzlichen Maxmialdosis ist der Buchstabe "A" hinzuzufügen.

Q:

Wird es verschiedene Sorten von Cannabismedikamenten geben?

A:

Derzeit sind 14 Cannabinoidenhaltige Arzneimittel in Deutschland zugelassen, diese variieren von gemahlenen Blüten über Fertigarzneimittel bis hin zu Extrakten. Weitere Auskünfte zu den Medikamenten erteilt das BfArM.

Q:

Ist es möglich Cannabisarzneimittel auch verschreiben, obwohl die Krankenkasse der Kostenübernahme nicht zustimmt?

A:

Nach jetziger Gesetzeslage ist eine Verschreibung von Cannabisarzneimitteln in begründeten Fällen jederzeit möglich auch ohne die Kostenübernahme durch die Krankenkassen. In diesem Fall handelt es sich um ein privates BtM-Rezept. Die Kosten für die Arzneimittel haben die Patienten in vollem Umfang selbst zu tragen.

Q:

Wo bestelle ich als Apotheker/in cannabinoidenhaltige Arzneimittel und wie werden diese geliefert?

A:

Es ist geregelt, dass die in Deutschland zugelassenen und bestellbaren Cannabisarzneimittel ausschließlich über den pharmazeutischen Großhandel bestellt und ausgeliefert werden dürfen.

Q:

Wie werden Cannabisblüten und –extrakte in die Apotheken geliefert?

A:

Fertigarzneimittel werden in den handelsüblichen Packungsgrößen verfügbar sein. Cannabisblüten und –extrakte sollen laut dem BfArM als Bulk in verschiedenen Packungsgrößen ausgeliefert werden. Genaueres hierzu berichten wir, sobald weitere Informationen vorliegen.

Q:

Wie lagere ich als Apotheker/in die Cannabisarzneimittel korrekt?

A:

Aus Stabilitätsgründen sollte Cannabis in Behältern unter Ausschluss von Luft und Licht gelagert werden. Damit ist auch eine Geruchsentwicklung weitgehend ausgeschlossen. Da es sich hier nach wie vor um ein Betäubungsmittel handelt, muss medizinisches Cannabis ebenso gelagert werden, wie andere Betäubungsmittel auch.

Q:

Wie ist die Dokumentation des BtM-Rezeptes bei konkreter Belieferung an den Patienten durchzuführen?

A:

Es wird der Tag eingetragen, an dem das Arzneimittel abgeholt wird. Zusätzlich ist ein Vermerk auf dem Rezept und in der Bestandsdokumentation zu machen, der diesen Sachverhalt dokumentiert. Somit ist klargestellt, dass keine verbotene Abgabe nach Ablauf der Gültigkeit des Rezepts stattgefunden hat.

Q:

Wie gehe ich als Apotheker/in mit einer Nichtverfügbarkeit um?

A:

Bei Nichtverfügbarkeit einer Sorte darf nicht gegen eine beliebige andere verfügbare ausgetauscht werden. Dies gilt ebenfalls für nicht verfügbare Medikamente. In einem solchen Fall muss das Rezept zurück zum Arzt. Das BtM-Rezept darf keinesfalls in der Apotheke manuell korrigiert werden.

Q:

Quellenangaben für Ärzte und Apotheker

A:

Webseite des BfArM / "Cannabis - Arbeitshilfe für die Apotheke", ISBN 978-3-7692-6819-5 / "Cannabis - Verordnungshilfe für Ärzte", ISBN 978-3-8047-3628-3