Apotheker geben Cannabis-Ausweise an Patienten aus

Autor: Alexandra Latour

Veröffentlicht am: 10. November 2017

Geändert am: 18. November 2017

Bisher benötigen Patienten eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung von medizinischem Cannabis. Seit März diesen Jahres können Patienten jedoch Cannabis zu Therapiezwecken auf einem Kassenrezept erhalten. Ein immer wieder auftretendes Problem ist, wie die Patienten gegenüber der Polizei belegen können, dass sie das Cannabis nicht zu Konsumzwecken anwenden.

Bisher benötigen Patienten eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung von medizinischem Cannabis. Seit März diesen Jahres können Patienten jedoch Cannabis zu Therapiezwecken auf einem Kassenrezept erhalten. Ein immer wieder auftretendes Problem ist, wie die Patienten gegenüber der Polizei belegen können, dass sie das Cannabis nicht zu Konsumzwecken anwenden.

Vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderung akzeptierte die Polizei die Vorlage der Ausnahmegenehmigung. Doch diese kann nun nicht mehr vorgelegt werden. Auch das Kassenrezept ist nicht vorweisbar, da dieses im Original in der Apotheke abgegeben wird.

Laut der DAZ.online ist der Kölner Importeur Cannamedical von Patienten auf diese Problematik angesprochen worden.

„Zusammen mit Apotheken wurde nun eine Lösung entwickelt“, so David Henn, der Geschäftsführer von Cannamedical. „Diese sieht so aus, dass ein Patientenausweis erstellt wird, auf dem neben dem Namen des Patienten auch die abgebende Apotheke sowie die verordneten Rezepte aufgeführt sind.“

David Henn erklärte weiter, dass dieser Ausweis nur vom Apotheker beantragt werden kann, um einen Missbrauch zu verhindern. Apotheken, die bisher noch nicht von Cannamedical beliefert wurden, müssen zunächst die Betriebserlaubnis einreichen.

Mit einer Unterschrift bestätigen dann die Apotheken, dass Cannabis für medizinische Zwecke genutzt wird. Der erstellte Ausweis wird nicht an den Patienten direkt versandt, sondern an die Apotheke.

Um den Ausweis fälschungssicher zu machen, wurden von dem Unternehmen ein spezielles Design und ein Hologramm entwickelt, sodass die Ausweise nicht kopiert werden können.

Laut Henn gab es bereits eine große Nachfrage und es wurden bisher rund 400 Ausweise ausgeteilt. Zur oben genannten Problematik mit der Polizei erklärte Henn, dass man die Rechtssicherheit noch nicht garantieren könne. Deshalb wird den Patienten empfohlen, eine Kopie des Rezeptes bei sich zu tragen.

Ein Sprecher der Polizei in Köln erklärte auf Nachfrage, dass dieser Ausweis kein amtliches Dokument sei und von einer privaten Firma ausgestellt wurde und dass die Polizei vorgefundenes Cannabis zunächst im Zweifelsfall sicherstellen müsse. Wenn die entsprechenden Nachweise vorgelegt werden, würde man die Cannabispräparate wieder herausgeben.

Henn kündigte an, dass er demnächst auf einer Veranstaltung, an der auch Mitarbeiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie Polizeivertreter teilnehmen, für den Ausweis werben werde.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/10/26/apotheker-geben-erste-cannabis-ausweise-aus/chapter:1

 

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