Medizinerin referiert über Medizinalhanf

Nur etwa 55 Kilometer von Leipzig entfernt, liegt die Stadt Oschatz, die auch gerne als „die Stadt im Herzen von Sachsen“ bezeichnet wird. Dort sprach jetzt in einer Selbsthilfegruppe eine Medizinerin über Cannabis und seine pharmazeutischen Qualitäten.

Medizinerin referiert über Medizinalhanf

Ein Medienbericht erzählt von einem Tagungsraum des Oschatzer Landratsamtes, in dem sich die Mitglieder der Oschatzer Selbsthilfegruppe Prostatakrebs einfinden, ebenso eine Medizinerin aus Dresden.

„Michael Trotz von unserer Selbsthilfegruppe hat heute eine ganz besondere Referentin eingeladen. Die Diplom Medizinerin Annette Buhmann aus Dresden wird uns alles Wissenswerte über die Hanfpflanze erzählen“, erklärte der Vorsitzende der Selbsthilfegruppe Gerhard Oehmichen.

Medizinerin hat keine Berührungsängste mit Cannabis

Weiter heißt es, dass die Medizinerin keinerlei Berührungsängste mit Cannabis habe. In den vergangenen Jahren habe sie sich eingehend mit der Cannabispflanze beschäftigt. Besonders interessant sind für die pharmazeutischen Eigenschaften.

„Ja, klar alle Leute kennen Hanf als Droge, wegen ihres hohen und wirksamen THC-Gehalts“, führte die Medizinerin Annette Buhmann aus.

Doch die Cannabispflanze hat noch zahlreiche weitere Wirkstoffe zu bieten, von denen viele noch nichts wissen. Für viele Krebspatienten könnten die Wirkstoffkombinationen aus der Cannabispflanze aber Linderung verschaffen.

Cannabinoide in der Schmerztherapie

Im Fokus stehen bei der Medizinerin vor allem die Cannabinoide Cannabidiol (CBD) und Cannabinol (CBN). Diese können entkrampfend wirken und den Puls senken. Außerdem sei CBD der Gegenspieler von THC und könne Schmerzen und Ängste lindern.

„Sowohl in der Anwendung innerhalb der Schmerztherapie bei Krebspatienten, als auch in der Bekämpfung von Tumoren ist die Nutzung von Cannabis ein interessanter und für uns Betroffene ein hilfreicher möglicher medizinischer Ansatz“, erklärten die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Michael Trotz und Hans-Uwe Spethmann.

Austausch in der Selbsthilfegruppe

Der Mitglieder der Selbsthilfegruppe sprechen regelmäßig über ihre Krankheit und ihre persönlichen Erfahrungen. Auch über verschiedene Medikamente wird häufig gesprochen. Auch Cannabis als Medizin sei eine Option, jedoch gebe es kaum ärztliche Verschreibungen. Denn der bürokratische Aufwand wird von den Mitgliedern als zu hoch eingeschätzt.

Die Medizinerin ist dennoch überzeugt, dass Medizinalhanf in der Krebs- oder Schmerztherapie einen wichtigen Beitrag leisten kann. Und so zeichnete die Ärztin aus Dresen den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe auch die Grenzen zwischen der illegalen und legalen Verwendung auf. Zudem verwies sie auch auf verschiedene Hanfpräparate, die legal gekauft werden können.

„Für mich war dieser Vortrag sehr interessant und hat mich ermutigt, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen“, erklärte Gerhard Oehmichen.

Cannabis als Medizin: Wichtige Aufklärungsarbeit

Das Cannabis-Gesetz in Deutschland ist nun fast zwei Jahre alt und das Interesse an Cannabis als Medizin steigt stetig. Deshalb ist es wichtig, über Medizinalhanf zu sprechen und aufzuklären. Hier sind ganz besonders die Patienten gefragt, die bereits Erfahrungen mit Medizinalhanf gemacht haben.

In unseren Patientenakten haben schon viele ihre Geschichte erzählt. Um das Thema jedoch noch weiter zu stärken, suchen wir Patienten, die vor der Kamera sprechen. Ab März starten wir deshalb eine Videoreihe, worüber unsere Eva Imhof in ihrer gestrigen Kolumne berichtet hat.

Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen möchten, dann schreiben Sie uns bitte eine E-Mail: patienten@leafly.de

Weitere Informationen zum Videodreh gibt es hier.

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

Ähnliche Artikel