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Epilepsie und medizinisches Cannabis

Leafly: Alexandra Latour Autor:
Alexandra Latour

In Deutschland leiden ungefähr eine halbe Millionen Menschen an Epilepsie-Symptomen. Jährlich kommen etwa 38.000 Neuerkrankungen hinzu, sodass die Epilepsie zu den am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen gehört. Epilepsiepatienten werden durch die Erkrankung in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt. Hinzu kommen nicht unerhebliche Nebenwirkungen der medikamentösen antiepileptischen Therapie. Doch es gibt Hoffnung für alle Betroffenen: Medizinisches Cannabis hat nachweislich eine vorteilhafte Wirkung bei mehreren Epilepsieformen.

Epilepsie und medizinisches Cannabis

Das Krankheitsbild Epilepsie wird durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet. Diese epileptischen Anfälle können konvulsiver oder nicht-konvulsiver Art sein, wobei ungefähr 60 Prozent der Anfälle konvulsiv sind. Sie gehen mit schnellen, unbeabsichtigten Muskelkontraktionen einher.

Seit Jahrhunderten ist die antikonvulsive Eigenschaft von Cannabis bekannt. So konnten die Forscher der University of Sydney bereits im Jahre 1974 nachweisen, dass Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) einen antikonvulsiven Effekt bei Mäusen zeigte. Es existieren auch viele aktuelle Studien, die deutlich den medizinischen Nutzen von Cannabis zeigen. Hierauf wird später im folgenden Beitrag noch näher eingegangen. Zunächst wird jedoch das Krankheitsbild Epilepsie kurz vorgestellt.

Welche Ursachen hat Epilepsie?

Die Ursachen können in diese Kategorien eingeteilt werden:

  • Idiopathische Epilepsie: Hier liegt eine angeborene (genetische Ursache) vor.
  • Symptomatische Epilepsie: Die Ursachen sind hier in strukturellen und/oder stoffwechselbedingten Gründen zu suchen (z. B. Hirntumoren, Fehlbildungen, Schädel-Hirn-Trauma oder Verletzungen des Gehirn Gewebes).
  • Kryptogene Epilepsie: Ein Grunderkrankung liegt hier nicht vor. Auslöser der Anfälle können Drogen, Alkohol, Arzneimittel, (z. B. Penicilline, Antibiotika, trizyklische Antidepressiva), Schlafentzug, Fieber oder psychische Faktoren sein.

Bei einer Epilepsie können verschiedene Anfallsarten auftreten.

Anfallsarten und Symptome

Ein Epilepsie-Anfall ist eine unwillkürliche Funktionsstörung (Krampfanfall). Hervorgerufen wird sie durch eine vorübergehende abnorme Entladung von größeren Nervenzellverbänden an der Gehirnoberfläche. Dabei zeigen epileptische Anfälle verschiedene Symptome.

Epileptische Anfälle werden dabei in zwei Hauptgruppen unterschieden. Zum einen in die generalisierten Anfälle. Hier ist das ganze Gehirn beteiligt. Zum anderen in die fokalen Anfälle. Hier ist lediglich ein oder mehrere Teile des Gehirns betroffen.

Weit verbreitet ist der tonisch-klonische Anfall (Grand mal Anfall). Der Betroffene erleidet eine Verkrampfung des Körpers (tonische Anfälle) und kann sogar bläulich anlaufen. Hieran schließt sich eine Phase mit groben Zuckungen (klonische Anfälle). Infolge dessen kann es auch passieren, dass sich der Betroffene auf die Zunge beißt oder einnässt.

Darüber hinaus gibt es auch Petit-mal-Anfälle. Hierzu gehören partielle oder generalisierte Epilepsien, die nicht durch motorische Störungen (tonische Anfälle, klonische Anfälle, myoklonische Anfälle, tonisch-klonische Anfälle oder myoklonisch-tonisch-klonische Anfälle) gekennzeichnet sind. Hierzu gehören Absencen, atonische Anfälle und akinetische Anfälle.

Dabei kommen Absencen häufig vor. Der Begriff Absencen stammt aus der französischen Sprache und bedeutet „Abwesenheit“. Von Außenstehenden werden Absencen oft nicht erkannt. Es kommt hier zu Bewusstseinspausen mit einem plötzlichen Anfang und Ende. Der Betroffene verhält sich unauffällig, ist jedoch für wenige Sekunden nicht ansprechbar.

Weitere Anfallsarten

Weitere Anfälle können sich in Form eines Zuckens verschiedener Gliedmaßen im ganzen Körper zeigen. Der Anfallskranke ist bei Bewusstsein ist. Es können aber auch Anfälle auftreten, die ohne Zuckungen einhergehen und bei denen sich der Betroffene auffällig verhält. Der nicht ansprechbare Betroffene macht dann stereotypische Bewegungen und läuft unruhig umher.

Darüber hinaus ist die Aura (Vorgefühl) eine weitere Epilepsieform, die nur vom Anfallskranken selbst bemerkt wird. Dabei wird die Aura als aufsteigendes Gefühl aus der Bauchregion, als akustische Empfindung, Geruchs- oder Geschmacksempfindung von Dingen wahrgenommen, die jedoch nicht vorhanden sind.

Diagnostik und Untersuchungen

Zu Beginn der Diagnostik steht eine allgemeine Anamnese, bei der der behandelnde Arzt die Krankenvorgeschichte des Patienten abgefragt. Danach erfolgen eine neurologische Untersuchung sowie die Anfallsanamnese. Hier werden auch Angehörige befragt, die bei einem Krampfanfall anwesend waren. Denn häufig können sich Epilepsie-Patienten nicht an einen Anfall erinnern.

Zusätzlich werden auch bildgebende Verfahren genutzt, um die Diagnose zu bestätigen. Hierzu gehören Aufzeichnung der Hirnströme mit hilfe der Elektroenzephalografie (EEG), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)-

In einigen Fällen ist es auch nötig, das Nervenwasser mithilfe der Liquordiagnostik zu untersuchen.

Therapie und Behandlung

Eine Behandlung und Therapie sind unbedingt notwendig. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass die epileptischen Anfälle in Zukunft vermehrt auftreten. Treten die epileptischen Anfälle weniger als zweimal im Jahr auf, so sollten Betroffene mit ihrem Arzt den Nutzen und die Risiken einer Behandlung abwägen. Zu berücksichtigen ist auch immer die Compliance des Patienten. Also seine Bereitschaft, sich an die ärztlichen Empfehlungen auch zu halten.

Wenn die Diagnose von bestimmten Epilepsieformen gesichert ist, sollte unbedingt sofort mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden. Zu diesen Epilepsieformen gehören unter anderem:

  • Absencen-Epilepsie
  • Myoklonische Epilepsie (seltene Epilepsieform im Kindesalter)
  • Myoklonisch-atonische Epilepsie
  • Temporallappenepilepsie
  • Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe (BNS-Krämpfe sind eine seltene Epilepsieform im Kleinkindesalter)
  • Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom (seltene, schwer behandelbare Epilepsieerkrankungen im Kindesalter)
  • Rolando-Epilepsie (gutartige Epilepsieerkrankung im Kindesalter)
  • Doose-Syndrom (myoklonisch-astatische Epilepsieerkrankung)
  • West-Syndrom (seltene schwer zu behandelnde Epilepsieform mit keiner guten Prognose)
  • Landau-Kleffner-Syndrom (Kombination aus Epilepsie und Sprachstörung)
  • Aufwach-Grand-mal-Epilepsie
  • Impulsiv-Petit-mal-Epilepsie

Der Status epilepticus, eine Epilepsieform mit einer Serie von Anfällen, stellt einen Sonderfall dar. Diese Epilepsieart ist sehr gefährlich und kann ohne eine entsprechende Medikation zum Tode führen.

Dem Großteil der Epileptiker hilft eine medikamentöse Therapie, um ein anfallsfreies Leben zu führen. Medikamentös werden Antiepileptika gegeben. Dabei hängt die Auswahl der Medikation von der Epilepsieform ab.

Epilepsie-Medikamente sollen die Übererregbarkeit der Nervenzellen mindern.

Medikamentöse Behandlung der Erkrankung

Die Epilepsiemedikamente sollen die Übererregbarkeit der Nervenzellen mindern. Der wichtigste anfallshemmende Überträgerstoff ist die Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Diese ist in Arzneimitteln wie Valproinsäure oder Levetiracetam enthalten. Um den Erfolg der medikamentösen Therapie zu sichern, müssen Patienten ihre Medikation regelmäßig einnehmen und nicht bei beginnenden Anfällen. Jedoch können Antiepileptika erhebliche Nebenwirkungen haben. Hierzu gehören unter anderem folgende Symptome:

  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Doppeltsehen
  • Haarausfall
  • Zahnfleischwucherungen
  • Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Osteoporose

Wenn die Therapie mit einem Epilepsie-Medikament (Monotherapie) nicht zu einer Anfallsfreiheit führt, erhalten Patienten ein weiteres Antiepileptikum (Kombinationstherapie). Allerdings birgt solch eine Kombinationstherapie ein erhöhtes Risiko. Denn Patienten müssen dann die Wechselwirkungen und Nebenwirkungen von zwei Medikamenten in Kauf nehmen.

In einigen Fällen ist die Erkrankung mit Medikamenten nicht ausreichend behandelbar, weshalb unter Umständen ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation ist das Vorliegen einer fokalen Epilepsie. Das heißt, dass die epileptischen Anfälle immer vom gleichen Ort im Gehirn ausgehen (fokale Anfälle; keine generalisierten Anfälle). Wichtig ist zudem, dass für den Patienten keine Nachteile durch eine Operation entstehen.

Als alternative Behandlungsmöglichkeit kann auch ein kleines elektrisches Gerät in das Gehirn implantiert werden. Dieses erregt den Nervus vagus und soll die Häufigkeit der epileptischen Anfälle herabsetzen.

Alternative Therapie der Erkrankung

Das Leben mit der Erkrankung ist für Betroffene nicht leicht. Vor allem dann nicht, wenn die Antiepileptika Nebenwirkungen sehr stark sind. Die Naturmedizin oder Phytopharmaka sind kein Ersatz für eine medikamentöse Behandlung. Die Alternativmedizin kann jedoch ein ergänzendes Behandlungsangebot darstellen. Dabei ist davon auszugehen, dass die alternativen Verfahren nur einen Placebo-Effekt haben.

Therapeutischer Nutzen von Medizinalcannabis bei Epilepsie

In den vergangenen Jahren rückte die Hanf-Pflanze mit ihren über 80 Cannabinoiden immer mehr in den Mittelpunkt verschiedener Studien. Das psychoaktive Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) wurde bereits im Jahr 1964 entdeckt.

Genauso wertvoll für die Medizin, aber noch nicht so gut erforscht wie das THC, ist das nicht-psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD), dem entzündungshemmende, antipsychotische und antiepileptische Eigenschaften nachgesagt werden.

Die Erforschung der Cannabinoide führte dann auch zur Entdeckung des körpereigenen Endocannabinoidsystems. Dieses soll eine wichtige Rolle bei der Häufigkeit und der Länge der epileptischen Anfälle spielen. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass die Ursache der Epilepsie in einem Ungleichgewicht des Endocannabinoidsystems bzw. einem Endocannabinoid-Mangel zu suchen ist.

Im Jahr 2008 erklärten die Forscher des Institute of Experimental Medicine in Budapest, dass Patienten mit einer Temporallappenepilepsie vermutlich ein dysfunktionales Endocannabinoidsystem haben.

Bei der Temporallappenepilepsie ist der Temporallappen (Schläfenlappen im Großhirn) betroffen und es kommt zu nicht-konvulsiven Anfällen. Diese führen unter anderem zu sensorischen Störungen (Akustik, Geruch, Geschmack etc.). In schweren Fällen treten auch tonisch-klonische Anfälle auf.

Der Auslöser von Epilepsie-Anfällen ist immer gleich und auf eine Überregung von Neuronen zurückzuführen. Jedoch ist je nach Epilepsieform eine andere Hirnregion betroffen (fokale oder generalisierte Epilepsien mit fokalen Anfällen oder generalisierten Anfällen). Es wird angenommen, dass die körpereigenen Cannabinoide Anandamid und 2-Arachidonylglycerol (2-AG) bei der Regulierung und Steuerung der neuronalen Erregungsaktivität eine wichtige Rolle spielen und das Risiko mindern, einen epileptischen Anfall zu erleiden.

Wäre dies tatsächlich der Fall und besitzen Epilepsiepatienten ein dysfunktionales Endocannabinoidsystem, so könnte medizinisches Cannabis Epilepsie-Ursachen bekämpfen. Durch den neuroprotektiven Schutz wäre es also möglich, die Häufigkeit und die Schwere der Epilepsie-Symptome zu reduzieren.

Studien legen nahe, dass CBD die Anfallshäufigkeit verringern kann.

Medizinalcannabis gegen Epilepsie: CBD und seine antikonvulsiven Eigenschaften

Das körpereigene Cannabinoid-System besteht aus Cannabinoid Rezeptoren (CB), die mit körpereigenen Cannabinoiden und den Phytocannabinoiden aus der Hanfpflanze reagieren. Dabei erfüllen die Cannabinoidrezeptoren verschiedene Funktionen im Körper. Die beiden Haupt Cannabinoidrezeptoren sind der CB1 und der CB2.

Im Gehirn sowie im zentralen Nervensystem sind vorwiegend CB1-Rezeptoren zu finden. Hier dockt THC an und verursacht die psychoaktive Wirkung. Hingegen bindet sich CBD nicht an den CB1-Rezeptor und löst somit auch keine psychoaktive Reaktion aus. Vielmehr beeinflussen die CB1-Rezeptoren das Gedächtnis, die Stimmung, das Schmerzempfinden, den Schlaf und den Appetit.

Die CB2-Rezeptoren sind im gesamten Körper anzufinden, besonders im Magen-Darm-Trakt und im Immunsystem. Zwar finden sich auch einige CB2-Rezeptoren im Gehirn, die Anzahl der CB1-Rezeptoren überwiegt hier aber. Es wird angenommen, dass die CB2-Rezeptoren dazu dienen, Entzündungen zu regulieren.

Antikonvulsiver Effekt von THC und CBD

Im Jahr 2001 sind Forscher der Virginia Commonwealth University der Frage nachgegangen, ob der antikonvulsive Effekt von THC und CBD auf die Aktivierung der CB1-Rezeptoren zurückzuführen ist. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass THC und das synthetisches THC-analoge WIN 55,212-2 durch die Aktivierung der CB1-Rezeptoren ihre Wirkung entfalten.

Hingegen muss Cannabidiol seine Wirkung auf anderen Wegen erzeugen, da es bekanntlich nicht die CB1-Rezeptoren aktiviert, sondern die THC-Wirkung hemmt. In seltenen Fällen kann THC Muskelkrämpfe auslösen. Solch eine Nebenwirkung tritt bei CBD aufgrund seines eigenen Wirkungsmechanismus nicht auf.

Bis heute ist noch nicht vollständig geklärt, welche Mechanismen von CBD genutzt werden, um antiepileptische Effekte auszulösen, jedoch haben verschiedene Studien gezeigt, dass Epilepsie-Medikamente auf CBD-Basis einen positiven Einfluss auf unterschiedliche Epilepsiearten haben kann.

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Studien belegen Wirksamkeit von CBD-Extrakten bei Epilepsie

Im Jahr 2013 berichtete Dr. Catherine Jacobson von der Stanford University in den USA über die Ergebnisse ihrer Studie. Es wurden 18 Familien befragt, deren Kinder an Epilepsie litten und denen CBD-Extrakte verabreicht wurden. 83 Prozent der Eltern gaben an, dass die epileptischen Anfälle der Kinder in ihrer Häufigkeit und Intensität um rund 80 Prozent abnahmen. Nebenwirkungen schien es nicht zu geben.

Im April 2017 wurde in der Neurology Times über eine Studie berichtet. An der Studie nahmen 225 Patienten teil, die an dem Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) erkrankt sind und jeden Monat durchschnittlich 85 Anfälle hatten. An allen Probanden wurden sechs verschiedene Epilepsie-Medikamente getestet, die keine Besserung erbrachten.

Während der 14-wöchigen Studie nahmen sie im Durchschnitt drei Epilepsie-Arzneimittel ein. Zusätzlich zu den Medikamenten erhielten sie entweder täglich 20 Milligramm CBD pro Körpergewicht, 10 Milligramm CBD pro Körpergewicht ein Placebo.

Bei den Probanden, die eine höhere Dosis CBD bekamen, halbierte sich die Anzahl der Krampfanfälle bei 40 Prozent der Studienteilnehmer und bei 36 Prozent der Probanden, die eine geringere CBD-Dosis erhielten. Zudem wurde angegeben, dass im Rahmen der CBD-Wirkung nur milde bis mäßige Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit auftreten.

Weitere Studien: Behandlung mit CBD

Eine weitere aus dem Jahr 2017 stammende Studie aus Brasilien hat sich mit den Auswirkungen von Cannabidiol auf den Hippocampus beschäftigt. Nachdem Mäusen CBD gegeben wurde, erhielten sie zusätzlich Pentylentetrazol. Dies ist ein Medikament, das früher zur Atmungs- und Kreislaufanregung verwendet wurde. Die Mäuse erlitten einen Krampfanfall und durch die CBD-Gabe wurde die Krampfsensibilisierung verzögert.

Im EEG zeigte sich außerdem, dass sich die Gehirnaktivität verringerte. Die Forscher erklärten, dass der antikonvulsive Effekt von Cannabidiol vermutlich aus verschiedenen Mechanismen resultiert. Zudem erklärten sie, dass die Ergebnisse für die Entwicklung neuer Epilepsie-Medikamente auf Cannabis-Basis nützlich sind.

Wie wirksam sind Antiepileptika?

Die deutsche Epilepsy Research Group gab im Jahr 2009 an, dass die derzeit verfügbaren Antiepileptika bei etwa 60 bis 70 Prozent aller Patienten zu einer Anfallsfreiheit führen. Bei 20 bis 30 Prozent kann die Anfallshäufigkeit vermindert werden.

Antiepileptika: Suizidgefahr als Nebenwirkung

Die Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) in den USA wertete im Jahr 2008 rund 200 Studien aus und erklärte, dass mit der Einnahme von Antiepileptika vermutlich ein erhöhtes Selbstmordrisiko einhergeht.

Ein Jahr später gaben Forscher der Berliner Charité eine gewisse Entwarnung und teilten mit, dass nur bestimmte Epilepsie-Medikamente ein erhöhtes Suizidrisiko aufweisen. So die Wirkstoffe Topiramat, Vigabatrin und Levetiracetam ein mittleres bis hohes Risiko. Hingegen zeigen die Wirkstoffe Lamotrigin, Carbamazepin und Gabapentin ein mittleres bis geringes Risiko. Auch das Deutsche Ärzteblatt hat hierüber berichtet.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte daraufhin angeordnet, dass im Beipackzettel dieser Mittel gegen Epilepsie entsprechende Hinweise aufgenommen werden müssen.

Trotz dieser möglichen Gefahr ist dringend zu raten, die Mittel gegen Epilepsie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Das Risiko dadurch, dass Epilepsiepatienten aus Angst vor Selbstmordgedanken ihre Medikation nicht mehr einnehmen, ist größer als das Suizidrisiko selbst, da das abrupte Absetzen der Medikamente neue epileptische Anfälle auslösen kann.

 

Hinweis: In diesem Artikel berichten wir über rezeptpflichtiges CBD oder auch Cannabidiol. Dieser Artikel macht zur möglichen Zweckbestimmung keinerlei Vorschlag. Nutzversprechen bleiben den Apothekern überlassen.

 

 

 

Quellen:

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