Epilepsie und medizinisches Cannabis

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 23. Oktober 2017

Geändert am: 20. März 2018

In Deutschland leiden ungefähr eine halbe Millionen Menschen an Epilepsie-Symptomen. Jährlich kommen etwa 38.000 Neuerkrankungen hinzu, sodass die Epilepsie zu den am häufigsten auftretenden neurologischen Erkrankungen gehört. Epilepsiepatienten werden durch die Erkrankung in ihrem Alltag erheblich eingeschränkt. Hinzu kommen nicht unerhebliche Nebenwirkungen der medikamentösen antiepileptischen Therapie. Doch es gibt Hoffnung für alle Betroffenen: Medizinisches Cannabis hat nachweislich eine vorteilhafte Wirkung bei mehreren Epilepsieformen.

Epilepsie und medizinisches Cannabis

Was ist Epilepsie?

Das Krankheitsbild Epilepsie wird durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet. Diese epileptischen Anfälle können konvulsiver oder nicht-konvulsiver Art sein, wobei ungefähr 60 Prozent der Anfälle konvulsiv sind und gehen mit schnellen, unbeabsichtigten Muskelkontraktionen einher.

Frühe Anfänge

Seit Jahrhunderten ist die antikonvulsive Eigenschaft von Cannabis bekannt. So konnten beispielsweise Forscher der University of Sydney bereits im Jahre 1974 nachweisen, dass Delta-9-Tetrahydrocannabinol, eines der wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze, einen antikonvulsiven Effekt bei Mäusen zeigte. Es existieren auch viele aktuelle Studien, die deutlich den medizinischen Nutzen von Cannabis zeigen. Hierauf wird später im folgenden Beitrag noch näher eingegangen. Zunächst wird jedoch das Krankheitsbild Epilepsie kurz vorgestellt.

Welche Ursachen hat Epilepsie?

Infolge dessen tritt im Körper ein unkontrolliertes Zucken und Schütteln auf. Ausgelöst werden konvulsive und nicht-konvulsive Anfälle durch eine übermäßige Neuronen-Aktivität im Gehirn.

Die Epilepsie-Ursachen werden in die folgenden Kategorien eingeteilt:

  • Idiopathische Epilepsie: Hier liegt eine angeborene (genetische Ursache) vor.
  • Symptomatische Epilepsie: Die Ursachen sind hier in strukturellen und/oder stoffwechselbedingten Gründen zu suchen, wie zum Beispiel Hirntumoren, Fehlbildungen oder Verletzungen des Hirngewebes, Schädelhirntrauma, Gefäßmissbildungen, Infektionen wie Hepatitis C, Masern oder FSME-Virus, Unterzucker/Überzucker oder Stoffwechselerkrankungen.
  • Kryptogene Epilepsie: Ein Grunderkrankung liegt hier nicht vor. Auslöser der Anfälle können beispielsweise Drogen, Alkohol, Medikamente (z. B. Penicilline, Antibiotika, trizyklische Antidepressiva), Schlafentzug, Fieber oder psychische Faktoren sein.

Epilepsie: Anfallsarten und Symptome

Ein Epilepsie-Anfall ist eine unwillkürliche Funktionsstörung (z.B. Krampfanfall). Hervorgerufen wird sie durch eine vorübergehende abnorme Entladung von größeren Nervenzellverbänden an der Gehirnoberfläche. Dabei zeigen epileptische Anfälle verschiedene Symptome.

Weit verbreitet ist der tonisch-klonische Anfall (Grand mal Anfall). Der Betroffene erleidet Epilepsie-Symptome wie eine Verkrampfung des Körpers (tonische Phase) und kann sogar bläulich anlaufen. Hieran schließt sich eine Phase mit groben Zuckungen (klonische Phase). Infolge dessen kann es auch passieren, dass sich der Betroffene auf die Zunge beißt oder einnässt.

Eine weitere Anfallsform stellen die Absencen dar. Von Außenstehenden werden diese epileptischen Anfälle häufig nicht erkannt. Ein typisches Epilepsie Symptom sind hierbei Bewusstseinspausen mit einem plötzlichen Anfang und Ende. Der Betroffene verhält sich unauffällig, ist jedoch für wenige Sekunden nicht ansprechbar.

Andere epileptische Anfälle können sich in Form eines Zuckens verschiedener Gliedmaßen zeigen, wobei der Anfallskranke bei Bewusstsein ist. Es können aber auch Epilepsie Symptome auftreten, die ohne Zuckungen einhergehen und bei denen sich der Betroffene auffällig verhält. Der nicht ansprechbare Betroffene macht stereotypische Bewegungen und läuft unruhig umher.

Darüber hinaus ist die Aura (Vorgefühl) eine weitere Epilepsieform, die nur vom Anfallskranken selbst bemerkt wird. Dabei wird die Aura beispielsweise als aufsteigendes Gefühl aus der Bauchregion, als akustische Empfindung, Geruchs- oder Geschmacksempfindung von Dingen wahrgenommen, die jedoch nicht vorhanden sind.

Epilepsie: Diagnostik und Untersuchungen

Zu Beginn der Epilepsie-Diagnostik steht zunächst eine allgemeine Anamnese, bei der die Krankenvorgeschichte des Patienten abgefragt wird. Danach erfolgen eine neurologische Untersuchung sowie die Anfallsanamnese. Hier werden auch Angehörige befragt, die bei einem Krampfanfall anwesend waren, denn häufig können sich Epileptiker nicht an einen Anfall erinnern.

Zusätzlich werden auch bildgebende Verfahren genutzt, um die Diagnose Epilepsie zu bestätigen.
Hierzu gehören:

  • Aufzeichnung der Hirnströme mit hilfe der Elektroenzephalografie (EEG)
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

In einigen Fällen ist es auch notwendig, das Nervenwasser mithilfe der Liquordiagnostik zu untersuchen.

Epilepsie Therapie und Behandlung

Eine Behandlung und Therapie ist unbedingt notwendig, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die epileptischen Anfälle in Zukunft vermehrt auftreten. Treten die Anfälle weniger als zweimal im Jahr auf, so sollten Betroffene mit ihrem Arzt den Nutzen und die Risiken einer Epilepsie-Behandlung abwägen. Zu berücksichtigen ist auch immer die Compliance des Patienten, also seine Bereitschaft, sich an die ärztlichen Empfehlungen auch zu halten.

Wenn die Diagnose von bestimmten Epilepsieformen gesichert ist, sollte unbedingt sofort mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden.
Zu diesen Epilepsieformen gehören:

  • Absencen-Epilepsie
  • Myoklonische Epilepsie (seltene Epilepsieform im Kindesalter)
  • Myoklonisch-atonische Epilepsie
  • Temporallappenepilepsie
  • Blitz-Nick-Salaam-Krämpfe (BNS-Krämpfe sind eine seltene Epilepsieform im Kleinkindesalter)
  • Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom (seltene, schwer behandelbare Epilepsie im Kindesalter)

Liegt hingegen eine strukturell-metabolische Epilepsie vor, so wird zunächst die Grunderkrankung behandelt. Epileptiker sollten zudem Faktoren vermeiden, die einen Epilepsie Anfall auslösen könnten.

Der Status epilepticus, eine Epilepsieform mit einer Serie von Anfällen, stellt einen Sonderfall dar. Diese Epilepsie Art ist sehr gefährlich und kann ohne eine entsprechende Medikation zum Tode führen.

Dem Großteil der Epileptiker helfen Epilepsie-Medikamente, um ein anfallsfreies Leben zu führen. Medikamentös werden die sogenannten Antiepileptika gegeben. Dabei hängt die Auswahl des Epilepsie-Medikaments von der Form der Epilepsie ab.

Grundsätzlich sollen die Epilepsie-Medikamente die Übererregbarkeit der Nervenzellen mindern. Der wichtigste anfalls hemmende Überträgerstoff ist die Gamma-Aminobuttersäure (GABA), die in Arzneimitteln wie Valproinsäure oder Levetiracetam enthalten ist. Um den Erfolg der medikamentösen Therapie zu sichern, müssen Patienten ihre Epilepsie-Medikamente regelmäßig einnehmen.

Antiepileptika können erhebliche Nebenwirkungen haben.
Hierzu gehören unter anderem:

  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Doppeltsehen
  • Haarausfall
  • Zahnfleischwucherungen
  • Gewichtszunahme oder -abnahme
  • Osteoporose

Wenn die Therapie mit einem Epilepsie-Medikament (Monotherapie) nicht zu einer Anfallsfreiheit führt, erhalten Patienten ein weiteres Antiepileptikum (Kombinationstherapie). Allerdings birgt solch eine Kombinationstherapie ein erhöhtes Risiko, denn Patienten müssen dann die Wechselwirkungen und Nebenwirkungen von zwei Medikamenten in Kauf nehmen.

In einigen Fällen ist die Epilepsie mit Medikamenten nicht ausreichend behandelbar, weshalb unter Umständen ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation ist, dass die epileptischen Anfälle immer vom gleichen Ort im Gehirn ausgehen (fokale Epilepsie). Wichtig ist zudem, dass für den Patienten keine Nachteile durch eine Operation entstehen.

Als alternative Behandlungsmöglichkeit kann auch ein kleines elektrisches Gerät in das Gehirn implantiert werden. Dieses erregt den Nervus vagus und soll die Anfallshäufigkeit herabsetzen.

Alternativmedizin: Epilepsie natürlich behandeln

Das Leben mit Epilepsie ist für Betroffene nicht leicht, vor allem dann nicht, wenn die Antiepileptika-Nebenwirkungen sehr stark sind. Die Naturmedizin oder Phytopharmaka sind kein Ersatz für eine medikamentöse Behandlung. Die Alternativmedizin kann jedoch als ergänzendes Behandlungsangebot angesehen werden. Dabei ist davon auszugehen, dass die alternativen Verfahren lediglich einen Placebo-Effekt haben.

Therapeutischer Nutzen von medizinischem Cannabis bei Epilepsie

In den vergangenen Jahren rückte die Hanf-Pflanze mit ihren über 80 Cannabinoiden immer mehr in den Mittelpunkt verschiedener Studien. Das psychoaktive Cannabinoid Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) wurde bereits im Jahr 1964 entdeckt.

Genauso wertvoll für die Medizin, aber noch nicht so gut erforscht wie das THC, ist das nicht-psychoaktive Cannabinoid Cannabidiol (CBD), dem entzündungshemmende, antipsychotische und antiepileptische Eigenschaften nachgesagt werden.

Die Erforschung der Cannabinoide führte dann auch zur Entdeckung des körpereigenen Endocannabinoidsystems. Dieses soll eine wichtige Rolle bei der Häufigkeit und der Länge der epileptischen Anfälle spielen. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass die Ursache der Epilepsie in einem Ungleichgewicht des Endocannabinoid Systems bzw. einem Endocannabinoid-Mangel zu suchen ist.

Im Jahr 2008 erklärten die Forscher des Institute of Experimental Medicine in Budapest, dass Patienten mit einer Temporallappenepilepsie vermutlich ein dysfunktionales Endocannabinoidsystem haben.

Bei der Temporallappenepilepsie ist der Temporallappen bzw. Schläfenlappen im Großhirn betroffen und es kommt zu nicht-konvulsiven Epilepsie Anfällen, die unter anderem zu sensorischen Störungen (Akustik, Geruch, Geschmack etc.) führen. In schweren Fällen treten auch tonisch-klonische Anfälle auf.

Der Auslöser von Epilepsie Anfällen ist immer gleich und auf eine Überregung von Neuronen zurückzuführen. Jedoch ist je nach Epilepsieform eine andere Hirnregion betroffen. Es wird angenommen, dass die körpereigenen Cannabinoide Anandamid und 2-Arachidonylglycerol (2-AG) bei der Regulierung und Steuerung der neuronalen Erregungsaktivität eine wichtige Rolle spielen und das Risiko mindern, einen epileptischen Anfall zu erleiden.

Wäre dies tatsächlich der Fall und besitzen Epilepsiepatienten ein dysfunktionales Endocannabinoidsystem, so könnte medizinisches Cannabis Epilepsie-Ursachen bekämpfen. Durch den neuroprotektiven Schutz wäre es also möglich, die Häufigkeit und die Schwere der Epilepsie-Symptome zu reduzieren.

Cannabis gegen Epilepsie: CBD und seine antikonvulsiven Eigenschaften

Das körpereigene Cannabinoid System besteht aus Cannabinoid Rezeptoren (CB), die mit körpereigenen Cannabinoiden und den Phytocannabinoiden aus der Hanfpflanze reagieren. Dabei erfüllen die Cannabinoidrezeptoren verschiedene Funktionen im Körper. Die beiden Haupt Cannabinoidrezeptoren sind der CB1 und der CB2.

Im Gehirn sowie im zentralen Nervensystem sind vorwiegend CB1-Rezeptoren zu finden. Hier dockt THC an und verursacht die psychoaktive Wirkung. Hingegen bindet sich CBD nicht an den CB1-Rezeptor und löst somit auch keine psychoaktive Reaktion aus. Vielmehr beeinflussen die CB1-Rezeptoren das Gedächtnis, die Stimmung, das Schmerzempfinden, den Schlaf und den Appetit.

Die CB2-Rezeptoren sind im gesamten Körper anzufinden, besonders im Magen-Darm-Trakt und im Immunsystem. Zwar finden sich auch einige CB2-Rezeptoren im Gehirn, die Anzahl der CB1-Rezeptoren überwiegt hier aber. Es wird angenommen, dass die CB2-Rezeptoren dazu dienen, Entzündungen zu regulieren.

Im Jahr 2001 sind Forscher der Virginia Commonwealth University der Frage nachgegangen, ob der antikonvulsive Effekt von THC und CBD auf die Aktivierung der CB1-Rezeptoren zurückzuführen ist. Tatsächlich konnten die Forscher nachweisen, dass THC und das synthetisches THC-analoge WIN 55,212-2 durch die Aktivierung der CB1-Rezeptoren ihre Wirkung entfalten.

Hingegen muss Cannabidiol seine Wirkung auf anderen Wegen erzeugen, da es bekanntlich nicht die CB1-Rezeptoren aktiviert, sondern die THC-Wirkung hemmt. In seltenen Fällen kann THC Muskelkrämpfe auslösen. Solch eine Nebenwirkung tritt bei CBD aufgrund seines eigenen Wirkungsmechanismus nicht auf.

Bis heute ist noch nicht vollständig geklärt, welche Mechanismen von CBD genutzt werden, um antiepileptische Effekte auszulösen, jedoch haben verschiedene Studien gezeigt, dass Epilepsie-Medikamente auf CBD-Basis einen positiven Einfluss auf unterschiedliche Epilepsiearten haben kann.

Studien belegen Wirksamkeit von CBD-Extrakten bei Epilepsie

  • Im Jahr 2013 berichtete Dr. Catherine Jacobson von der Stanford University in den USA über die Ergebnisse ihrer Cannabis-Epilepsie-Studie. Es wurden 18 Familien befragt, deren Kinder an Epilepsie litten und denen CBD-Extrakte verabreicht wurden. 83 Prozent der Eltern gaben an, dass die Krampfanfälle der Kinder in ihrer Häufigkeit und Intensität um rund 80 Prozent abnahmen. Nebenwirkungen schien es nicht zu geben.
  • Im April 2017 wurde in der Neurology Times über eine Studie berichtet, die auf der Jahrestagung der Bostoner American Academy of Neurology präsentiert wurde. An der Studie nahmen 225 Patienten teil, die an dem Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) erkrankt sind und jeden Monat durchschnittlich 85 Anfälle hatten. An allen Probanden wurden sechs verschiedene Epilepsie-Medikamente getestet, die keine Besserung erbrachten. Während der 14-wöchigen Studie nahmen sie im Durchschnitt drei Epilepsie-Arzneimittel ein. Zusätzlich zu den Medikamenten erhielten sie entweder täglich 20 Milligramm CBD pro Körpergewicht, 10 Milligramm CBD pro Körpergewicht ein Placebo. Bei den Probanden, die eine höhere Dosis CBD bekamen, halbierte sich die Anzahl der Krampfanfälle bei 40 Prozent der Studienteilnehmer und bei 36 Prozent der Probanden, die eine geringere CBD-Dosis erhielten. Zudem wurde angegeben, dass im Rahmen der CBD-Wirkung nur milde bis mäßige Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit auftreten.
  • Eine weitere aus dem Jahr 2017 stammende Studie aus Brasilien hat sich mit den Auswirkungen von Cannabidiol auf den Hippocampus beschäftigt. Nachdem Mäusen CBD gegeben wurde, erhielten sie zusätzlich Pentylentetrazol, ein Medikament, das früher als Atmungs- und Kreislaufanregung verwendet wurde. Die Mäuse erlitten einen Krampfanfall und durch die CBD-Gabe wurde die Krampfsensibilisierung verzögert. Im EEG zeigte sich außerdem, dass sich die Gehirnaktivität verringerte. Die Forscher erklärten, dass der antikonvulsive Effekt von Cannabidiol vermutlich aus verschiedenen Mechanismen resultiert und dass die Ergebnisse für die Entwicklung neuer Epilepsie-Medikamente auf Cannabis-Basis nützlich sind.

Wie wirksam sind Antiepileptika?

Die deutsche Epilepsy Research Group gab im Jahr 2009 an, dass die derzeit verfügbaren Antiepileptika bei etwa 60 bis 70 Prozent aller Patienten zu einer Anfallsfreiheit führen. Bei 20 bis 30 Prozent kann die Anfallshäufigkeit vermindert werden.

Antiepileptika: Suizidgefahr als Nebenwirkung

Die Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) in den USA wertete im Jahr 2008 rund 200 Studien aus und erklärte, dass mit der Einnahme von Antiepileptika möglicherweise ein erhöhtes Selbstmordrisiko einhergeht. Ein Jahr später gaben Forscher der Berliner Charité eine gewisse Entwarnung und teilte mit, dass nur bestimmte Epilepsie-Medikamente ein erhöhtes Suizidrisiko aufweisen.

Hierzu gehören:

Wirkstoffe Depressionsrisiko
Topiramat, Vigabatrin, Levetiracetam mittleres bis hohes Risiko
Lamotrigin, Carbamazepin, Phenytoin, Gabapentin mittleres bis geringes Risiko

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte daraufhin angeordnet, dass im Beipackzettel dieser Mittel gegen Epilepsie entsprechende Hinweise aufgenommen werden müssen.

Trotz dieser möglichen Gefahr wird geraten, die Mittel gegen Epilepsie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abzusetzen. Das Risiko dadurch, dass Epilepsiepatienten aus Angst vor Selbstmordgedanken ihre Medikation nicht mehr einnehmen, ist größer als das Suizidrisiko selbst, da das abrupte Absetzen der Medikamente neue epileptische Anfälle auslösen kann.

Weitere Informationen zum Thema auf Leafly.de:

https://www.leafly.de/news/cannabis-hilft-bei-epilepsie-einsatz-bei-kindern-nachweisbar-mehr-studien-noetig/

https://www.leafly.de/patienten/cannabis-bei-epilepsie/

Quellen:

Department of Pharmacology University of Sydney Australia, G.B. Chesher et al., 1974, “Anticonvulsant effects of cannabinoids in mice: Drug interactions within cannabinoids and cannabinoid interactions with phenytoin

Deutsche Gesellschaft für Epileptologie e.V., Thomas Mayer, 2001, „Wie Antiepileptika wirken

Epilepsy Research Group, Goethestrasse 5, D-14163 Berlin, Germany, Schmidt D1, 2009, “Drug treatment of epilepsy: options and limitations

Deutsches Ärzteblatt, 2008, “Suizidrisiko bei Einnahme von Antiepileptika

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), 2011, „Antiepileptika: suizidales Verhalten und Suizid

Institute for Social Medicine, Epidemiology and Health Economics (F.A., S.N.W.), and Institute for Clinical Pharmacology and Toxicology (R.S., E.G.), Charité-University Medical Center, Berlin, Frank Andersohn, MD, et al., “Use of antiepileptic drugs in epilepsy and the risk of self-harm or suicidal behavior

Institute of Experimental Medicine, Hungarian Academy of Sciences, H-1083 Budapest, Hungary, Ludányi A1 et al., 2008, “Downregulation of the CB1 cannabinoid receptor and related molecular elements of the endocannabinoid system in epileptic human hippocampus

Department of Pharmacology and Toxicology, Virginia Commonwealth University, Richmond, VA 23298, USA, Melissa J Wallace et al., 2001, “Assessment of the role of CB1 receptors in cannabinoid anticonvulsant effects

Department of Neurology, Stanford University, USA, Jacobson C. et al., 2013, “Report of a parent survey of cannabidiol-enriched cannabis use in pediatric treatment-resistant epilepsy

Neurology Times, Conference Reptort, 2017, “Lennox-Gastaut Syndrome: Cannabidiol Treatment

Graduate School in Neuroscience, Institute of Biological Sciences, Universidade Federal de Minas Gerais, Brazil, Vilela LR1 et al., 2017, “Anticonvulsant effect of cannabidiol in the pentylenetetrazole model: Pharmacological mechanisms, electroencephalographic profile, and brain cytokine levels

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