Naseneinsatz mit Cannabis soll Schnarchern helfen

Autor: Sandrina Koemm-Benson

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Das Anti-Schnarch-Unternehmen Rhinomed hat mit einem New Yorker Börsenunternehmen einen 12-jährigen Cannabis-Lizenzvertrag abgeschlossen. Der Deal ist für den von Rhinomed entwickelte Anti-Schnarch Naseneinsatz “Mute”.

Naseneinsatz mit Cannabis soll Schnarchern helfen

Wie funktioniert der Anti-Schnarch Naseneinsatz?

Mute sieht aus wie etwas, das ein Synchronschwimmer auf der Nase tragen würde – aber er tut genau das Gegenteil. Der Naseneinsatz wird in der Nase getragen, wo er die Nasenlöcher erweitert, um den Atembereich zu vergrößern und Vibrationen im Nasenbereich zu reduzieren, die zum Schnarchen führen können.

Die Stummschaltung funktioniert auch bei verstopften oder verschleimten Nasenwegen, z. B. bei abgewinkelten Septen und geschwollenen Nebenhöhlen während der Schwangerschaft.

So kommt das Cannabis in die Nase

Die Firma Columbia Care, mit der Rhinomed den Megadeal abgeschlossen hat, wird den Naseneinsatz so anpassen, dass eine langsame Freisetzung von Cannabis ermöglicht wird. Damit sollen neben Schnarchen auch Schlafapnoe, Schmerzkontrolle und Symptome von Posttraumatischer Belastungsstörung gelindert werden.

Wie genau das Cannabis freigesetzt wird und in welcher Dosierung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Auch zu wann der das Anti-Schnarch Hilfsmittel auf den Markt kommt, ist nicht unklar. Vor der Marktreife sind sicherlich einige Studien nötig und die Zulassung durch die US-Behörden.

Hilft der Anti-Schnarch-Naseneinsatz tatsächlich?

Dr. Maree Barnes, ist Atmungs- und Schlafmedizinerin der Australischen Sleep Foundation und beobachtet Schlafmittel in Apotheken. Sie sagt, dass Mute beim Schnarchen helfen könnte – wenn es gelingt, den Einsatz die ganze Nacht in deiner Nase zu halten.

„Studien zeigen eine angemessene Verbesserung der Luftströmung mit diesen Naseneinsätzen und dies kann bei manchen Menschen sicherlich dazu führen, dass sie aufhören zu schnarchen. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass Schnarchen ein Symptom der SSchlafapnoe sein kann, die eine sehr ernste Erkrankung ist und von einem Spezialisten behandelt werden muss.“

Schnarchprobleme sollten vom Arzt behandelt werden

Obstruktive Schlafapnoe kann eine gefährliche Erkrankung sein. Die Schlafapnoe ist durch periodische, also wiederkehrende Atemaussetzer (Atemstillstände, sogenannte Apnoen) im Schlaf gekennzeichnet. Es wird den schlafbezogenen Atmungsstörungen zugerechnet.

Wie viele Menschen betroffen sind, weiß man nicht genau, da nicht jeder weiß, dass er oder sie Atemaussetzer im Schlaf hat – schließlich schläft man ja dennoch – oder nicht zum Arzt geht. Schätzungen gehen von bis zu 4% der Bevölkerung aus.

Was man weiß ist, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen, dass Schlafapnoe in den allermeisten Fällen mit intensivem Schnarchen verknüpft ist, und dass die Krankheit mit steigendem Alter häufiger auftritt.

Wie hoch die Zahlen der Schnarcher in Deutschland sind, ist aktuell nicht bekannt. Betroffene finden in jedem Fall Rat und Hilfe bei der Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

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