Neu: Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA)

Bei der Versorgung von Cannabispatienten in Apotheken gibt es noch immer viele Probleme. Deshalb haben jetzt vier Pharmazeuten den Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) gegründet, um sich für bessere Bedingungen für Patienten und Apotheker einzusetzen.

Neu: Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA)

Ende Januar haben die Pharmazeuten Astrid Staffeldt (stellvertretende Vorsitzende), Tobias Loder, Johannes Ertelt und Markus Fischer (Vorsitzender) den Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) gegründet. Ziel des VCA ist es, die Versorgung mit Medizinalhanf patientenfreundlicher und effizienter zu gestalten.

Darüber hinaus will sich der neugegründete Verband für die Vereinfachung bei der Identitätsprüfung von Medizinalhanf sowie für eine angemessene Honorierung der pharmazeutischen Dienstleistungen rund um Medizinalhanf einsetzen.

VCA will Cannabisversorgung vereinfachen

Der neu gegründete Verband will sich für die Vereinfachung bei der Identitätsprüfung von Medizinalhanf einsetzen. Ebenso für eine angemessene Honorierung der pharmazeutischen Dienstleistungen rund um Medizinalhanf.

„Die Prozesse rund um die Cannabisversorgung müssen vereinfacht werden. So ist beispielsweise die Eingangsprüfung von Cannabisblüten oder -extrakten in der Apotheke sehr arbeitsintensiv und kostet uns wertvolle Beratungszeit. Deshalb beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Cannabis-Analytik auf sinnvolle und dennoch sichere Weise vereinfacht werden könnte“, erklärte Tobias Loder stellvertretend für den VCA laut dem Medienbericht.

Angemessene Vergütung für pharmazeutische Dienstleistungen

Im Rahmen der Diskussion um den Apothekenzuschlag (Leafly.de berichtete), fordert der Verband auch ein dem Aufwand angemessenes Honorar für die Abgabe von Medizinalhanf. Außerdem fordert der VCA die Vergütung der pharmazeutischen Dienstleistungen im Rahmen der Beratung.

„Der hohe Beratungsaufwand nach allen Seiten und der sehr hohe bürokratische Aufwand (Dokumentation, Prüfung, Genehmigung der Hilfsmittel, uvm.) ist enorm groß und oftmals haben Patienten nur aufgrund der Erbringung o. g. pharmazeutischer Dienstleistungen durch die Apotheken Zugang zu dieser neuen Therapie-Option“, heißt es auf der Webseite des Verbandes.

Es stellt sich hier natürlich die Frage, wie die Krankenkassen auf diese Forderung reagieren. Denn diese bemängeln schon seit langem die hohen Kosten für Medizinalhanf. Als Argument bringt der Verband vor, dass der Beratungsalltag zeige, dass viele Cannabispatienten ihre bisherige Medikation reduzieren konnten. Über diesen ökonomischen Effekt gebe es aber noch keine Evaluierung.

VCA entwickelt Qualitätssiegel

Weiter heißt es in dem Bericht, dass es aus Sicht des Verbandes wichtig sei, dass sich die Apotheker fortbilden. Deshalb verpflichten sich die Mitglieder des Verbandes dazu, an Fortbildungen zum Thema Medizinalhanf teilzunehmen. Außerdem entwickelt der VCA das Qualitätssiegel „Cannabis-kompetente Apotheke“.

Eine Apotheke, die dieses Siegel trägt, soll sich dementsprechend qualifiziert um die Bedürfnisse von Cannabispatienten kümmern. Hierzu gehören unter anderem kurze Reaktionszeiten bei Anfragen, eine umfangreiche Beratung sowie Informationen zu den Lieferungen.

Darüber hinaus sieht sich der Verband in der Pflicht, die Situation von Cannabispatienten zu verbessern. Das aktuelle aufwendige Genehmigungsverfahren sei hier ein wichtiger Punkt, denn dieses kann zu Behandlungsverzögerungen oder sogar zu Unterbrechungen führen.

„Und wenn der Patient endlich sein Medikament bekommt, gibt es immer noch viele Unsicherheiten, beispielsweise bei Kontrollen im Straßenverkehr. Deshalb schlagen wir vor, dass Patienten einen elektronischen Cannabispass bekommen können sollten, um sich ggf. auch gegenüber der Polizei ausweisen zu können“, erklärte Loder.

 

 

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