US-Studie: Täglicher Cannabis-Konsum führt nicht zu Veränderungen im Gehirn

Autor: Linn Baumgardt

Verõffentlicht am: 3. Juli 2017

Geändert am: 31. August 2017

US-Studie: Täglicher Cannabis-Konsum führt nicht zu Veränderungen im Gehirn

Eine neue kontrollierte Studie, die die CannabisfolgenAuswirkungen von Cannabis auf das Gehirn von Erwachsenen und Jugendlichen untersucht hat, ist zu dem Schluss gekommen, dass sogar der tägliche Konsum von Cannabis keine strukturellen Auswirkungen auf das Gehirn hat.

MRT Aufnahmen zeigen keine Unterschiede im Gehirn zwischen Cannabis und Alkohol

Diese aktuellen Daten, die im The Journal of Neuroscience veröffentlicht wurden, sind insofern bedeutend, als dass sie mehrere Variablen in Betracht ziehen, die Berichte aus früheren Untersuchungen widerlegen. Diese sprechen von Anomalien bei Größe und Umfang in einigen Bereichen der Gehirne von Cannabis-Konsumenten. Anscheinend wurde in früheren wissenschaftlichen Studien vergessen, einen wichtigen Faktor in die Untersuchungen mit einzubeziehen: Die Wirkung von Alkoholkonsum.

Für diese Studie verglichen Wissenschaftler die MRT-Aufnahmen von 29 erwachsenen Konsumenten und 29 Nicht-Konsumenten sowie von 50 jugendlichen Konsumenten und 50 entsprechenden Nicht-Konsumenten. Zu den untersuchten Gehirnregionen zählten der Hippocampus, die Amygdala, der Nucleus accumbens und das Kleinhirn. Die Aufnahmen zeigten in Verbindung mit einer statistischen Analyse keine Unterschiede in diesen Gehirnregionen zwischen beiden Gruppen.

Studien oftmals ungenau geplant

Das Problem bei vielen dieser Studien ist, dass nicht zwischen Korrelation und Kausalität unterschieden werden kann. Während diese neue Studie ihre eigenen kausalen Einschränkungen (z.B. die Auswirkungen des sozioökonomischen Status der Teilnehmer sowie die Vorgeschichte des Cannabis-Konsums) aufweist, ordnet sie jedoch gleichzeitig Gruppen zu externen Variablen, wie Alter, Geschlecht und Alkoholkonsum. Dadurch erhöht sich die Validität der Ergebnisse. Es ist überraschend, dass nur wenige der früheren Untersuchungen andere Arten des Substanzkonsums mit einbezogen haben, insbesondere Alkohol, der bekanntermaßen Gehirnstrukturen schädigen und sich auf das Wahrnehmungsvermögen auswirken kann.

Das wissenschaftliche Arbeiten muss sich verbessern, damit Cannabis eine Chance bekommt

Erst kürzlich gab es neue Untersuchungsergebnisse, die zeigten, dass es keine Verbindung zwischen Cannabis und der Abnahme der Lungenfunktion gibt. Anschließend forderte die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde eine Neuklassifizierung des Cannabis-Konsums unter dem US-Bundesgesetz. Es bleibt zu hoffen, dass eine bessere Arbeitsweise der Wissenschaft letztendlich zu besseren Arznei-Richtlinien führt.

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