Studie: Cannabiskonsum und psychische Erkrankungen

Autor: Alexandra Latour

Verõffentlicht am: 26. Januar 2018

Geändert am: 26. Januar 2018

Neue Forschungen haben gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen einer veränderten Gehirnaktivität bei jungen Erwachsenen und einer Cannabisabhängigkeit bestehen könnte. Die Ergebnisse deuten auf einen Mechanismus hin, der erklären könnte, warum das Risiko für Depressionen sowie weiteren psychischen Erkrankungen bei Cannabis-Konsumenten erhöht ist.

Studie: Cannabiskonsum und psychische Erkrankungen

Die Studie zu Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen wurde von Dr. Peter Manza, Dr. Dardo Tomasi, und Dr. Nora Volkow vom National Institute on Alcohol Abuse und Alcoholism in Bethesda durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging“ veröffentlicht.

Laut den Forschern wurde ein starker Cannabiskonsum mit einem erhöhten Risiko für Depressionen, Psychosen und Schizophrenie in Verbindung gebracht. Weiter wird auf eine Studie verwiesen, die auf einen Zusammenhang zwischen bipolare Störungen und Cannabis hinweisen.

Die genauen Mechanismen, die diesen Annahmen zugrunde liegen, sind noch unklar. Deshalb soll die neue Studie diese Zusammenhänge beleuchten und zeigen, was in den Gehirnen bei starken Cannabiskonsumenten geschieht.

Für ihre Studie untersuchten die Forscher mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (MRT) die „Ruhezustands-Hirnfunktion“ der subkortikalen Hirnregionen von 441 Erwachsenen im Alter zwischen 22 und 35 Jahren.

An der Studie nahmen auch 30 Cannabiskonsumenten teil, die die Kriterien für einen Drogenmissbrauch erfüllten. Es wurden dann die Ergebnisse mit einer Gruppe von 30 Teilnehmern, die kein Cannabis konsumierten, verglichen.

Studienergebnisse zu Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen

Die Studie ergab, dass diejenigen, die Cannabis missbrauchten, eine bemerkenswert hohe Konnektivität in den Gehirnbereichen hatten, die mit der „Gewohnheits- und Belohnungsverarbeitung“ verbunden sind. Dabei wiesen die Forscher darauf hin, dass diese Hyperkonnektivität des Gehirns bei Personen sehr ausgeprägt war, die früh in ihrem Leben mit dem Cannabiskonsum begannen und über ein hohes Maß an negativen Emotionen berichteten. Laut den Forschern seien die Gefühle der Entfremdung stark mit einer hohen subkortikalen Konnektivität verbunden gewesen.

Die Forscher konzentrierten sich auf Gefühle der Entfremdung, also das Gefühl, dass beispielsweise Freunde einen betrügen, ablehnen oder schaden wollen, da ihre früheren Forschungen gezeigt hatten, dass Menschen, die Cannabis missbrauchten, ein sehr hohe Empfindungsniveau berichteten.

Die Autoren schlussfolgerten: „Zusammengenommen legen diese Befunde nahe, dass der chronischer Cannabiskonsum mit Veränderungen der Ruhezustandsfunktion im Gehirn zusammenhängt, insbesondere in dopaminergen Kerngebieten, die an Psychosen beteiligt sind, aber auch für die Habitusbildung und Belohnungsverarbeitung entscheidend sind.“

Weiter führen die Forscher aus: „Diese Ergebnisse beleuchten neurobiologische Unterschiede, die für die mit dem Cannabiskonsum verbundene Psychopathologie relevant sein könnten.“ Sie erklären, dass die Untersuchung der Gehirnfunktion im Ruhezustand ein nichtinvasives Verfahren ist, das genutzt werden kann, die Entwicklung psychiatrischer Symptome bei Cannabis-Konsumenten zu beurteilen.

Weiterführende Links auf Leafly.de:

https://www.leafly.de/macht-cannabis-suechtig/
https://www.leafly.de/cannabinoide-bei-depressionen/
https://www.leafly.de/depressionen-cannabis-medizin/

 

Quellen:

https://www.medicalnewstoday.com/articles/320657.php?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=weekly

https://www.medicalnewstoday.com/articles/320248.php

 

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