Neue Studie: CBD mindert THC-Wirkung

Forscher der Western University haben jetzt zum ersten Mal gezeigt, welche molekularen Mechanismen Cannabidiol (CBD) nutzt, um die psychiatrische THC-Wirkung zu blockieren.

Neue Studie: CBD mindert THC-Wirkung

Cannabissorten mit einem hohen THC-Gehalt und einem niedrigen CBD-Gehalt können Paranoia, Angstzustände und weitere psychiatrische Nebenwirkungen auslösen. Der promovierte Wissenschaftler Steven Laviolette und sein Forschungsteam untersuchten jetzt an Ratten die Rolle eines Moleküls im Hippocampus des Gehirns, das als extrazelluläre signalregulierte Kinase (ERK) bezeichnet wird, und die neuropsychiatrische THC-Wirkung auslöst.

„Seit Jahren wissen wir, dass Cannabissorten mit hohem THC-Gehalt und niedrigem CBD-Gehalt mit höherer Wahrscheinlichkeit psychiatrische Nebenwirkungen hervorrufen. Unsere Ergebnisse identifizieren zum ersten Mal die molekularen Mechanismen, durch die CBD diese THC-bedingten Nebenwirkungen tatsächlich blockiert“, so Laviolette laut einem Medienbericht.

CBD kann THC-Wirkung eindämmen

Die im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie zeigt, dass Ratten, denen THC verabreicht wurde, ein höheres Niveau an aktivierter ERK aufwiesen. Sie zeigten ein größeres Angstverhalten und reagierten empfindlicher auf angstbasiertes Lernen.

Ratten, die sowohl CBD als auch THC bekamen, wiesen normale Werte von dem aktivierten ERK auf. Sie waren weniger ängstlich und waren auch weniger empfindlich gegenüber angstbasiertem Lernen.

Wichtige Hinweise für die Verordnung von Medizinalcannabis

Basierend auf diesen Ergebnissen schlägt das Forscherteam vor, dass CBD die Fähigkeit von THC blockiert. Und zwar indem es den ERK-Signalweg im Hippocampus überstimuliert, umso den negativen THC-Nebenwirkungen vorzubeugen.

„Unsere Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die Verschreibung von Cannabis und den langfristigen Cannabiskonsum. Beispielsweise ist es für Personen, die anfälliger für Nebenwirkungen von Cannabis sind, entscheidend, die Verwendung auf Stämme mit hohem CBD- und niedrigem THC-Gehalt zu beschränken. Noch wichtiger ist, dass diese Entdeckung eine neue molekulare Grenze für die Entwicklung effektiverer und sichererer THC-Formulierungen eröffnet“, so Laviolette.

Der Doktorand Roger Hudson, Hauptautor der Studie, erklärte, dass CBD allein keinen Einfluss auf den ERK-Signalweg hatte.

„CBD an sich hatte keine Wirkung. Durch die gleichzeitige Gabe von CBD und THC haben wir jedoch die Richtung der Veränderung auf molekularer Ebene vollständig umgekehrt. CBD war auch in der Lage, das durch THC verursachte angstmachende Verhalten umzukehren“, so Hudson.

Weiter führten die Forscher aus, dass sie die Ergebnisse der Studie weiterfolgen, indem sie weiterhin die spezifischen Merkmale dieses molekularen Mechanismus identifizieren. So plant das Forschungsteam, weitere Wege zu untersuchen, um THC mit weniger Nebenwirkungen zu formulieren und die Wirksamkeit von CBD-abgeleiteten Therapien zu verbessern.

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