Neue Studie: CBDA und sein therapeutisches Potenzial

Jahrzehnte, nachdem der Pionier der Cannabisforschung Raphael Mechoulam CBD mit der Behandlung von Epilepsie in Verbindung gebracht hatte, könnte sein neuester Forschungsbefund dazu beitragen, neue Medikamente gegen Psoriasis, Arthritis und Angstzustände zu entwickeln.

Neue Studie: CBDA und sein therapeutisches Potenzial

Raphael Mechoulam, ein israelischer Organiker und Professor für medizinische Chemie an der Hebräischen Universität von Jerusalem, erinnerte sich laut einem Bericht an die Enttäuschung nach seinen bahnbrechenden Entdeckungen bezüglich der Struktur der Cannabisverbindungen CBD und THC in den Jahren 1963 und 1964, gefolgt von klinischen Studien mit CBD, die 1980 veröffentlicht wurden.

„Es ist nicht viel passiert“, erklärte Mechoulam. Es habe mehr als 30 Jahre gedauert, bis seine klinische Arbeit mit CBD zur Behandlung von Epilepsie breite Akzeptanz fand. Greenwich Biosciences, das zu GW Pharmaceuticals gehört, konnte das erste Medikament aus Cannabis entwickeln, das auf Mechoulams Forschung aufbaut. Das Medikament Epidiolex, mit dem zwei seltene Formen von Epilepsie behandelbar sind, wurde erst im vergangenen Jahr von der FDA zugelassen (Leafly.de berichtete).

Jetzt gab der bekannte Cannabisforscher seine neuesten Erkenntnisse bekannt. Hier geht es um Cannabissäuren, die von der Cannabispflanze produziert werden. Diese scheinen möglicherweise potenter zu sein ihre bekannteren Derivate wie CBD und THC.

Neues Verfahren zur Herstellung von CBDA

Mechoulam und seine Forschergruppe gaben jetzt auf einer medizinischen Cannabiskonferenz in Pasadena, Kalifornien, Neuigkeiten bekannt. Und zwar haben sie ein Verfahren zur Herstellung synthetischer, stabiler Säuren entwickelt. Zu diesen Säuren gehören die Acid-Versionen von CBD und THC. Das Verfahren stehe jetzt zur Lizenzierung an Unternehmen für die Arzneimittelentwicklung zur Verfügung.

Weiter heißt es in dem Bericht, dass diese Entdeckung den Weg für Pharmaunternehmen ebnet, potenziell neue Medikamente auf der Basis von Säuren für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen wie Psoriasis, Arthritis, Angstzuständen und entzündlichen Darmerkrankungen zu entwickeln.

CBDA gegen Übelkeit und Angstzustände

Die Studie ist das Produkt eines Startups mit dem Namen EPM. Zudem gab es eine Zusammenarbeit mit Mechoulam, sechs Universitäten in Israel, Großbritannien und Kanada, einem Kosmetikunternehmen und einem börsennotierten Laborunternehmen.

„Ich denke, es ist eine große Sache“, sagte Mechoulam, der als EPM-Forschungsleiter fungierte.

In einer Studie des British Journal of Pharmacology aus dem Jahr 2018 schrieben Mechoulam und seine Mitautoren, dass ihre synthetische Verbindung Cannabidiolsäuremethylester (HU-580) wirksamer sein könnte als bestehende CBD-Arzneimittel. Dies könnte sie zu einem potenziellen Arzneimittel für die Behandlung von Übelkeit und Angststörungen machen. Die ersten klinischen Tests ergaben, dass die Säuren zu Ergebnissen führen, die die bestehenden Behandlungen ohne Nebenwirkungen übertreffen.

CBDA wirksamer als CBD

Die natürlich vorkommende, aber instabile CBD-Säure (CBDA) sei laut dem Bericht tausendmal wirksamer als CBD bei der Bindung an einen bestimmten Serotoninrezeptor. Dieser Rezeptor soll für die Linderung von Übelkeit und Angst verantwortlich sein.

„Es ist ein interessantes Molekül, das möglicherweise keine Nebenwirkungen hat. Es funktioniert wie ein Steroid. Wenn es keine nachteiligen Auswirkungen hat, dann haben Sie einen Ersatz. Das ist großartig“, führte Dan Peer aus. Peer ist Geschäftsführer des Zentrums für translationale Medizin und Leiter des Forschungszentrums für Krebsbiologie an der Universität Tel Aviv aus.

Ziva Cooper, Forschungsdirektor der UCLA Cannabis Research Initiative, erklärte, die Forschung von EPM bestätige, was viele auf dem Gebiet schon lange von Cannabissäuren vermutet hätten. Aufgrund der Instabilität der Cannabissäuren konnten sie dies jedoch nicht bestätigen.

„Ihre Arbeit ist ziemlich innovativ und baut definitiv auf dem auf, was wir über die möglichen therapeutischen Wirkungen von Cannabinoiden wissen“, sagte Cooper. Weiter fügte er hinzu, dass die Verbindung besonders wirksam bei der Schmerzkontrolle sein könnte.

Darüber hinaus führte Cooper aus, dass zwar weitere Tests erforderlich sein werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit für den Menschen zu bestimmen, die bisherigen Ergebnisse von EPM jedoch „recht ermutigend“ seien.

 

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