Neue Studie: Medizinalcannabis und Allergien

Verschiedene Studien liefern Hinweise darauf, dass Cannabinoide ein therapeutisches Potenzial zur Behandlung von Allergien haben könnten. Dass Cannabinoide eine entzündungshemmende Wirkung haben können, wurde bereits in vielen Untersuchungen gezeigt.

Neue Studie: Medizinalcannabis und Allergien

Die Forschung über die Wirkweise von Cannabinoiden schreitet stetig voran. Ob cannabisbasierte Arzneimittel und medizinische Cannabisblüten einen therapeutischen Nutzen bei Allergien haben kann, ist noch unklar. Allerdings weiß man heute, dass Cannabis selbst eine Allergie auslösen kann (Leafly.de berichtete). US-Forscher haben sich jetzt jedoch näher mit dem Thema Medizinalcannabis und Allergien beschäftigt.

Allergien: Studie mit THC

Wissenschaftler der Universität Bonn haben durch einen „Zufall“ herausgefunden, dass THC womöglich in der Lage ist, allergische Hautreaktionen zu mildern. Eigentlich wollten die Wissenschaftler die Wirkung von Endocannabinoiden untersuchen, die vermutlich bei der Hemmung von Entzündungen eine bedeutende Rolle spielen.

Im Rahmen der Studie erhielten die Labormäuse einen Ohrclip, damit die Wissenschaftler die Tiere auseinanderhalten konnten. Einige Labormäuse entwickelten dann an dem Ohr einen entzündlichen Hautausschlag mit Rötung und Schwellung.

Die Wissenschaftler pinselten dann eine THC-Lösung auf den Ausschlag und stellten überrascht fest, dass die Rötung und die Schwellung deutlich zurückgingen. Als Erklärung gaben die Wissenschaftler an, dass THC die Cannabinoidrezeptoren im Gehirn aktiviert und dadurch die allergische Reaktion gemildert wird.

Cannabinoide und Hauterkrankungen

Einem Medienbericht zufolge erklärte die National Eczema Association, dass Cannabinoide potenziell bei Hauterkrankungen helfen könnten.

Cannabinoide haben eine starke Anti-Juck-Wirkung. Es gibt Rezeptoren in der Haut, die mit Cannabinoiden interagieren, sodass sie die Symptome einer  Neurodermitis reduzieren könnten. Diese Effekte entstehen durch eine Konstellation von Wechselwirkungen zwischen Phytocannabinoiden und unserem endogenen Cannabinoidsystem.“

Cannabinoidrezeptoren sind im gesamten menschlichen Körper verteilt, die unter anderem weiße Blutkörperchen für Infektionen im Körper freisetzen. Diese Rezeptoren können mithilfe von Cannabinoiden aktiviert werden, um gegen eine allergische Reaktion vorzugehen. Die Studienlage über Medizinalcannabis im Anwendungsbereich bei allergischen Reaktionen ist bisher jedoch noch immer begrenzt.

Antihistaminika-Behandlungen seien nur der Anfang

Weiter heißt es in dem Bericht, dass es neue Studien gebe, die sich mit der Frage befassen, wie CBD und andere Cannabinoide Histamin reduzieren können. Histamine werden im Körpersystem als Reaktion auf die Antikörper freigesetzt. CBD und weitere Cannabinoide können vermutlich die Histamin-Bildung hemmen. Ohne eine vermehrte Histamin-Ausschüttung entwickeln sich auch weniger allergische Reaktionen.

Diese Ergebnisse seien von großer Bedeutung bei der Erforschung der Reaktionen des Körpers auf verschiedene Erkrankungen, einschließlich Multipler Sklerose, Gehirntumore oder das Risiko einer Demenz. Auch für die Zukunft gebe es noch viel Raum, um diese Forschung zu vertiefen und zu erweitern.

Cannabinoide und ihre entzündungshemmende Wirkung

Trotz der begrenzten Forschung in Bezug auf Cannabinoide und die Histamin-Bildung, geht die Americans for Safe Access davon aus, dass Cannabinoide in der Lage sind, Entzündungen zu lindern. Hierzu wird in dem Bericht auch auf eine aktuelle Studie verwiesen. Kanadische Forscher untersuchten die Wirkung der Flavonoide Cannflavina A und B aus der Cannabispflanze. Im Ergebnis stellten sie fest, dass diese 30-mal stärker wirken als das  Schmerzmedikament Aspirin, das auch gegen Entzündungen helfen soll (Leafly.de berichtete).

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