Neuseeland: Rahmenbedingungen Cannabisgesetz

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat Neuseeland Medizinalcannabis legalisiert. Jetzt will die Regierung die Rahmenbedingungen dafür festlegen. Eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums ist, dass Hausärzte nur nach Genehmigung eines Facharztes Medizinalcannabis verordnen dürfen.

Neuseeland: Rahmenbedingungen Cannabisgesetz

Die Gesetzesvorlage für die Freigabe von Medizinalcannabis wurde Anfang diesen Jahres im neuseeländischen Parlament verabschiedet (Leafly.de berichtete). Die Regierung von Neuseeland hat jetzt ein öffentliches Diskussionsdokument veröffentlicht, das Vorschläge für einen medizinischen Cannabisrahmen enthält. Nach Erhalt der Rückmeldung wird das Gesundheitsministerium die Genehmigung des Kabinetts zu den Vorschlägen einholen und die vorgeschlagenen Vorschriften für Medizinalcannabis ausarbeiten.

Neuseeland: Medizinalcannabis-Verordnung durch Hausarzt und Facharzt

Das Gesundheitsministerium von Neuseeland empfiehlt in dem Dokument, die Genehmigung eines Spezialisten zu verlangen, bevor ein Allgemeinmediziner Medizinalcannabis verschreiben kann. Der Neurologe Prof. Mike Barnes, der Neuseeland besucht, um dort einen Gesundheitskurs zum Thema Medizinalcannabis durchzuführen, ist besorgt über diese Empfehlung. Denn das koste Zeit und Geld. Außerdem werde es viele leidende Patienten weiter frustrieren.

„Eine fachärztliche Abklärung ist einfach nicht erforderlich oder erwünscht. Sie hat an keiner anderen Stelle funktioniert und funktioniert in Neuseeland auch nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass Allgemeinmediziner ohne die Zustimmung eines Facharztes Medizinalcannabis dürfen, genau wie bei anderen Arzneimitteln“, erklärte Barnes laut einem Medienbericht.

Darüber hinaus führte Barnes aus, dass Allgemeinmediziner sehr gut aufgestellt seien, um den „ganzen Patienten“ zu berücksichtigen und die Vielfalt der Symptome zu behandeln, die viele Menschen haben, die von Medizinalcannabis würden. Schließlich seien Allgemeinmediziner selbst Spezialisten für Primärmedizin und Symptommanagement.

Patienten stehen weiter vor Hindernissen

Barnes glaubt auch, dass neuseeländische Patienten weiterhin mit erheblichen Hindernissen für den Zugang zu Medizinalcannabis konfrontiert sein werden. Vor allem dann, wenn für ein Rezept zusätzlich die Genehmigung eines Facharztes notwendig sei. Und so warnte Barnes die neuseeländische Regierung davor, einen solchen Vorschlag in die endgültigen Vorschriften aufzunehmen. Dies würde den Zugang der Patienten zu Medizinalcannabis ernsthaft behindern.

„Ich vermute, dass die meisten Neuseeländer gleichermaßen daran interessiert sein werden, dass Hausärzten ein professionelles Ermessen in Bezug auf Medizinalcannabis eingeräumt wird, anstatt die Patienten zu zwingen, auch eine Empfehlung von einem Spezialisten einzuholen“, so Barnes.

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