Anzahl der Cannabis-Rezepte seit März mehr als verdreifacht

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 8. August 2017

Geändert am: 17. Oktober 2017

Seitdem die Verschreibung von Medizinalhanf am 10. März in Deutschland legalisiert wurde, ist die Anzahl der von Ärzten verschriebenen Cannabis-Medikamente um 80% gestiegen, berichtet die „Pharmazeutische Zeitung“. Die Zahlen stammen aus einer offiziellen Erhebung des Marktforschungsinstituts Quintiles IMS und beinhalten sowohl Rezepte für Fertigpräparate als auch Cannabis-Rezepturen mit Blüten.

Wachsende Zahlen bei Cannabis-Behandlungen

Auch vor März wurden etwa 1000 schwerkranke Patienten in Deutschland bereits mit Cannabis behandelt, allerdings nur per Ausnahmegenehmigung. Nun wachsen die Zahlen langsam, aber kontinuierlich an.

Während Mediziner im Februar vor der Gesetzesänderung noch 2400 Cannabis-Rezepte ausstellten, waren es im März 2017 bereits 3604. Im April stieg die Zahl der ärztlich verordneten Cannabis-Medikamente spürbar auf 4200 an und erreichte im Mai dann sogar 6400. Innerhalb von nur drei Monaten verdreifachte sich die Anzahl der ärztlichen Cannabis-Verordnungen.Und das nur bei gesetzlich versicherten Patienten, deren Verschreibungen in die Analyse einflossen. Zu privat versicherten Patienten gibt es noch keine offiziellen Daten.

Welche Ärzte verschreiben Cannabis auf Rezepte?

Den Marktforschern zufolge stammen 31 Prozent aller Cannabis-Rezepte von Neurologen, die damit die größte Gruppe der mit Cannabis arbeitenden Ärzte darstellen. 23 Prozent waren Allgemeinmediziner und 8 Prozent Internisten. Etwa 19 Prozent der Verschreibungen stammen wiederum aus einem Medizinischen Versorgungszentrum und 7 Prozent akut aus einer Ambulanz. Der Rest setzt sich aus unterschiedlichen Fachärzte-Bereichen zusammen. Alle Experten stimmen darin überein, dass der Bedarf in den nächsten Monaten noch spürbar anwachsen wird.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung