Apothekerverband unter Beschuss: Preise für Cannabisblüten explodieren

Autor: Sandrina Kömm-Benson

Veröffentlicht am: 18. Juli 2017

Geändert am: 18. November 2017

Die Preise für Medizinalhanf sind seit der Legalisierung im März um 65% gestiegen. Dies stellt vor allem eine Belastung für Patienten dar, weil viele Krankenkassen die Kosten trotz des Gesetzes nicht übernehmen wollen. Es wird sogar von einer Verschlechterung der Situation gesprochen. Während der Präsident der Bundesapothekerkammer die Preise rechtfertigt, widersprechen Experten den Argumenten und verweisen auf andere Länder, die nur einen Bruchteil der deutschen Preise von Patienten verlangen.

Gewaltiger Kostenanstieg für Medizinalhanf

Seit Medizinalhanf Anfang des Jahres in Deutschland legalisiert wurde, sind die Preise für Cannabisblüten enorm gestiegen: Eine 5-Gramm Dose kostete vorher im Durchschnitt etwa 75 Euro und ein halbes Jahr danach schon fast 124 Euro. Da Cannabis relativ aufwändig gemahlen, dosiert und verpackt werden muss, fällt pro Dose eine Gebühr von 40 Euro dafür an, die jedoch umstritten ist.

Patienten sind die Leidtragenden

So sind die Kosten für Patienten, die vorher schon über eine Ausnahmegenehmigung verfügten, effektiv sogar gestiegen. Kostenübernahmen durch Krankenkassen sind zwar theoretisch möglich, werden aber in der Praxis durch die hohen Preise zusätzlich erschwert. Dr. Andreas Kiefer, der Präsident der Bundesapothekerkammer, äußerte sich zu Vorwürfen der Preistreiberei gegenüber dem Hanfverband und beschrieb, wie schwierig das Abwiegen und Zerkleinern der Cannabisblüten für Patienten sei. Experten widersprechen und verweisen auf die Niederlande, wo dasselbe Produkt wesentlich günstiger zu erhalten ist: Dort kosten die Blüten nur ein Viertel des deutschen Preises. Apotheker verlangen lediglich drei Euro Gebühr.

Quelle: Hanfverband

 

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