Krankenkassen legen erste Zahlen vor: Cannabis als Medizin ist viel gefragt

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 3. Juli 2017

Geändert am: 24. September 2017

Das Ärzteblatt veröffentlichte am 1. Juni 2017 erste Zahlen zur Verschreibung von medizinischem Cannabis in Deutschland. Cannabis Arzneimittel sind seit März 2017 auf Rezept zu erhalten. Bei der DAK gingen zwischen März und Mai etwa 600 Anträge ein. Andere Krankenkassen legten noch keine Erhebung vor. Probleme bestehen bislang bei der Aufklärung von Ärzten und Patienten.

Die Zahlen der Krankenkassen

Seit März 2017 ist Cannabis in Deutschland als Medizin bei schwerwiegenden Erkrankungen freigegeben, auf Rezept zumindest. Am 1. Juni veröffentlichte das Ärzteblatt erste, konkrete Zahlen, die auf einer Anfrage bei den großen Krankenkassen basiert. Demnach hatten rund 1000 Kranke eine Sondergenehmigung zur Behandlung mit Cannabis. Allein bei der DAK gingen zwischen März und Mai über 600 Anträge und Anfragen für Cannabis als Medizin ein. Auch die Barmer berichtet von steigenden Zahlen: Aus anfangs zwei Anträgen sind mittlerweile acht pro Tag geworden. Von der AOK und TK dagegen gibt es noch keine Erhebungen.

Mangelnde Aufklärung bei Ärzten und Patienten

In der Berliner Fachpraxis für Schmerztherapie des Klinikkonzerns Vivantes gab es einen regelrechten Ansturm von Patienten, die angeben, unter chronischen Schmerzen zu leiden und auf Linderung durch Medizinalcannabis hoffen. Allerdings seien viele Patienten und auch Ärzte nicht darüber aufgeklärt, bei welchen Anwendungsfällen eine Behandlung Cannabis tatsächlich Erfolg verspricht, daher herrscht viel Verwirrung. Außerdem gibt es immer mehr Berichte von Patienten, die vor der aktuellen Gesetzesänderung über eine Sondergenehmigung verfügten, nun aber überraschend bei Neuantrag von ihren Krankenkassen abgelehnt wurden.

Quelle: Ärzteblatt