Halbjahresbilanz: Apotheken gaben mehr als 10.000 Einheiten Cannabisblüten ab

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 12. September 2017

Geändert am: 24. September 2017

Die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) hat ihre neuesten Zahlen über Cannabis als Medizin in Deutschland veröffentlicht. Und die Halbjahresbilanz von Januar bis Ende Juni 2017 zeigt, dass die Nachfrage seit der weitgehenden Freigabe von Medizinal Cannabis im März rapide angestiegen ist.

So wurden im März noch 488 Rezepte ausgestellt und von Apotheken beliefert, im April 884, im Mai 1.518 und im Juni schließlich 2.213. Das sind beachtliche Sprünge und fast durchgehend Verdopplungen von Monat zu Monat. Insgesamt erfüllten deutsche Apotheke in den ersten sechs Monaten diesen Jahres etwa 5.100 Rezepte zulasten der gesetzlichen Krankenkassen und gaben auf ärztliche Verordnung rund 10.600 Cannabisblüten oder Cannabishaltige Zubereitungen an Patienten ab.

Nach Monaten aufgeschlüsselt waren das im März: 564 Ausgabeeinheiten, im April 1.468; Mai, Mai 3.666 und im Juni 2017 4.921 Cannabisblüten oder -Zubereitungen. Verordnungen von Privatpatienten wurden bei dieser Statistik nicht berücksichtigt, kämen daher noch dazu. Das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) wertet lediglich die Abrechnungsdaten aus öffentlichen Apotheken und gesetzlichen Krankenkassen aus.

Dr. Andreas Kiefer, der Vorstandsvorsitzende des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer betont, dass Cannabis als Medizin trotz steigender Zahlen „kein ‚Allheilmittel‘ ist, sondern nur eine weitere, in jedem Einzelfall kritisch zu würdigende, therapeutische Option“.

Zusätzlich – also auch noch nicht in diesen Daten berücksichtigt -, verordneten deutsche Ärzte zwischen März und Juni 2017 insgesamt rund 12.500 Fertigarzneimittel mit Cannabis-Inhaltsstoffen oder -Extrakten.

Fazit: Die Nachfrage wächst und die Versorgungslücke wird immer größer!

Quellen:

www.abda.de und www.dapi.de