Medizinisches Cannabis aus Israel nicht geeignet für deutschen Markt

Autor: Claudia Wiegand

Veröffentlicht am: 12. September 2017

Geändert am: 24. September 2017

Meist folgt auf die Freigabe von medizinischem Cannabis ein Versorgungsengpass. Um diesem entgegenzuwirken, setzt man in Israel nun verstärkt auf den Export von selbst angebautem Cannabis. Mitte August wurden von der israelischen Regierung die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass israelische Unternehmen fortan medizinisches Cannabis exportieren dürfen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf kursierte bereits seit im letzten Jahr.  Israel verspricht sich von verstärktem Cannabis-Export zu medizinischen Zwecken neben wirtschaftlichem Potenzial vor allem auch eine Stärkung der eigenen Landwirtschaft.

Deutschland wird nicht von dieser Regelung profitieren

Exporte aus Israel werden nur erlaubt in Länder, die zwei Grundvoraussetzungen mitbringen:
1. Dort muss medizinisches Cannabis legalisiert worden sein und
2. Medizinal-Cannabis-Importe müssen offiziell erlaubt sein.

Zwar erfüllt Deutschland beide dieser Bedingungen, dennoch werden deutsche Patienten nicht von der Regelung betroffen. Viele Patienten müssen derzeit noch auf ihre verschriebenen Medikamente warten (Leafy berichtete).

Die Crux bei der Geschichte? Israel steht zum einen selbst vor einem Versorgungsengpass, zum anderen ist das dort produzierte medizinische Cannabis nicht GMP-zertifiziert und kann gar nicht in die meisten europäischen Länder importiert werden.

Große Konkurrenz kann Israel aus Kanada erwarten: Dort wird Cannabis 2018 vollständig freigegeben und bereits jetzt wird an einem regen Exporthandel gearbeitet. Einer der führenden kanadischen Produzenten von medizinischem Cannabis, Tilray, kündigte gerade neue große Produktionsstätten sowohl im heimischen Kanada als auch, mit Blickrichtung auf den europäischen Markt, in Portugal an (Leafy berichtete.)

Insgesamt wird der globale Markt für Cannabis, inklusive auch illegaler Quellen, auf rund 150 Mrd. Dollar geschätzt, berichtet Wallstreet Online unter Berufung auf Brian Kennedy von Privateer Holdings in Kanada.

Die Produkte aus Kanada sind nach deutschen Standards zertifiziert und zugelassen für den deutschen Markt.

Quelle:

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9838453-cannabis-report-israel-cannabis-export