Krankenkassen lehnen 40-50% aller Anträge auf Kostenübernahme ab

Autor: Sandrina Kömm-Benson

Veröffentlicht am: 18. Juli 2017

Geändert am: 18. November 2017

Trotz des im März 2017 in Kraft getretenen Gesetzes lehnen Krankenkassen die Hälfte aller Anträge ab. Dies soll laut Gesetz nur in Ausnahmefällen mit entsprechender Begründung erfolgen, dennoch bleiben viele Patienten auf den Kosten der Behandlung sitzen. Die Techniker Krankenkasse konnte 40% abgelehnte Fälle angeben, während die AOK Rund die Hälfte aller Anträge ablehnte.

Rund die Hälfte der Cannabis-Patienten bleiben auf ihren Kosten sitzen

Eigentlich sollten Krankenkassen die Kostenübernahme einer ärztlichen verschriebenen, medizinischen Cannabis-Behandlung nur in Ausnahmefällen ablehnen – und das auch noch begründet. So sieht es zumindest die seit März geltende neue Gesetzesänderung vor. In der Praxis scheitern jedoch derzeit noch viele Anträge und die meisten Kassenpatienten bleiben auf den Kosten der Behandlung sitzen. Auf Nachfrage der Deutschen Apothekerzeitung gaben zwei Krankenkassen Auskunft:  Demnach lehnte allein die TK (Techniker Krankenkasse) zwischen März und Anfang Juli etwa 40%  aller Anträge ab: 341 von 863. Und auch die AOK gab an zwischen März und Anfang Juni rund die Hälfte der 2.300 eingereichten Anträge auf Kostenübernahme einer Behandlung mit Medizinalhanf abgelehnt zu haben.

Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen

Ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands hatte dabei schnell Bedenken angemeldet, da für den dauerhaften Leistungsanspruch die Wirksamkeit der Medikamente nicht nachgewiesen ist. In der Palliativmedizin müssen die Krankenkassen dabei Anfragen innerhalb von drei Tagen bearbeiten. Für andere Patienten kann die Bearbeitung etwa fünf Wochen in Anspruch nehmen, wenn sie zur Klärung den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) um ein Gutachten bitten. Leafly.de beobachtet die Situation weiter und berichtet zeitnah.

Quelle: DAZ

 

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