Neues aus der Apotheke: Rund 500 Cannabis-Rezepte im März

Autor: Linn Baumgardt

Veröffentlicht am: 3. Juli 2017

Geändert am: 20. Oktober 2017

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. (ABDA) verkündet erstmals Zahlen seit der Gesetzesänderung im März 2017 hinsichtlich der Verordnungen von medizinischem Cannabis. Der Vorstandsvorsitzender des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. sowie Präsident der Bundesapothekenkammer spricht von der Wirkung des Cannabis-Gesetzes im Versorgungsalltag, denn über 500 cannabishaltige Rezepte wurden verschrieben.

488 Verordnungen im März

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V., kurz ABDA, gab nun erstmals Zahlen über die Nutzung von “Cannabis-Rezepten” aus: Im Monat März wurde 488 Mal Cannabis auf ärztliche Verordnung von Apotheken ausgegeben. 564 Präparate mit Cannabishaltigen Zubereitungen oder Cannabis Blüten wurden laut ABDA von den Ärzten verschrieben. Zudem wurden zusätzlich zu den Rezepturarzneimitteln mit Cannabisblüten 3100 Fertigarzneimittel mit natürlichen oder synthetischen Cannabinoiden abgegeben. Für Dr. Andreas Kiefer, dem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts e.V. (DAPI) und Präsidenten der Bundesapothekerkammer, zeigt somit das “Cannabis-Gesetz im Versorgungsalltag Wirkung.“

Schätzungen sind reine Spekulationen

Vor dem Gesetz im März 2017 wurden etwa 1000 Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung registriert. Aus Datenschutzgründen werden keine Rückschlüsse auf Patienten geschlossen, die Cannabis in der Apotheke erhalten. Daher sind Schätzungen, wie viele Patienten Cannabis erhalten könnten reine Spekulation so Kiefer.

Cannabis ist kein Allheilmittel

Kiefer sagt zudem: “Eine medizinische Anwendung ist nur nach entsprechender Verordnung durch den Arzt sinnvoll, und dazu gehört auch die Festlegung der Dosierung.“

Quelle: ABDA