Neues Forschungsprojekt rund um medizinisches Cannabis und COPD in Kanada geplant

Veröffentlicht am: 29. August 2017

Geändert am: 18. November 2017

Tilray arbeitet künftig eng mit dem Forschungsinstitut des weltweit renommierten McGill University Health Centre in Montreal zusammen. Erforscht werden soll der Nutzen von medizinischem Cannabis bei COPD.

Medizinisches Cannabis ist noch längst nicht rundum erforscht. Vielleicht auch deswegen scheuen einige Mediziner trotz bisher überzeugender Studienergebnisse noch vor einer Verschreibung von Cannabis-Medizin zurück. Dies soll sich bald ändern. So will Tilray klinische Studien zu Cannabis und seinen Auswirkungen auf Symptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) unterstützen und fördern.

Phase-II-Studie

In der Phase-II-Studie wird nun beispielsweise untersucht, ob und unter welchen Bedingungen medizinisches Cannabis bei der Bekämpfung von Atemnot und einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit symptomatischer COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium effektiv ist („Proof of concept“, Dosisfindung).

Was ist COPD?

COPD-Patienten leiden an chronischen Lungenerkrankungen, die den Atemfluss behindern, und die ohne Behandlung unumkehrbare Lungenschäden verursachen können. Zu den pathophysiologischen Merkmalen von COPD zählen reduzierte Ausatmung, Atem-Einschlüsse, Lungenüberblähung, Anomalien beim Gasaustausch und Hypersekretion von Schleim. Die erste Folge ist Atemnot, und damit verbunden der Verlust von Autonomie sowie eine geringere Lebensqualität. Viele COPD-Patienten meiden körperliche Anstrengung, was zu psychischen Negativfolgen wie Angstzuständen und Depressionen sowie einem schlechteren Allgemeinzustand führt.

Weltweiter Killer COPD. Mehr als 10% der Deutschen betroffen

COPD ist eine der weltweit am meisten verbreiteten Krankheiten, die in ihrer Behandlung hohe Kosten verursachen kann. Schätzungen zufolge leiden etwa 17 % aller kanadischen Erwachsenen über 40 Jahren an COPD, in Deutschland sollen es zwischen 10% und 12% sein. Der Umgang mit den Symptomen ist dabei von entscheidender Bedeutung für die Stabilisierung der Patienten und den Erhalt ihrer Lebensqualität. Geschätzte 45-90 % der Erwachsenen mit fortgeschrittenem COPD leiden bei körperlichen Aktivitäten an chronischer Atemlosigkeit, die sie schwer einschränkt – das gilt auch für Patienten, deren ursprüngliche Lungenerkrankung mit bereits vorhandenen und zugelassenen Arzneimitteln behandelt wird. Daher werden effektivere Behandlungsmethoden für COPD dringend gesucht.

Einer der für die geplante Studie verantwortlichen Mediziner, Dr. Jensen, sagt: „Es werden Zusatztherapien benötigt, um bei Patienten mit fortgeschrittener COPD die Atemlosigkeit zu lindern, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen und so ihren Gesamtzustand zu verbessern. Medizinisches Cannabis könnte hier weiterhelfen.“ Zurzeit werden bereits die 20 erforderlichen Probanden gesucht, mit denen die Studie noch in diesem Jahr in Kanada durchgeführt werden soll.

„Wir freuen uns, diese wichtigen Studien unterstützen zu können“, sagt Dr. Catherine Jacobson, Leiterin der klinischen Forschung bei Tilray. „Sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass verdampftes Cannabis sicher, gut verträglich und wirksam ist, können wir weiter forschen, um COPD-Patienten und Menschen mit anderen Krankheiten dabei zu helfen, ihre Symptome effektiv zu lindern.“

Quelle: Tilray

 

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